Stint

Dieser Artikel beschreibt den kleinen Fisch. Weiterhin wird die Bezeichnung durchnummeriert verwendet für die Abschnitte im Rennen eines Motorsport-Rennfahrers zwischen zwei Boxenstopps.
Europäischer Stint
Systematik
Reihe: Fische (Pisces)
Klasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Unterklasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Ordnung: Stintartige (Osmeriformes)
Familie: Stintfische (Osmeridae)
Gattung: Osmerus
Art: Europäischer Stint
Wissenschaftlicher Name
Osmerus eperlanus
Linnaeus, 1758

Der Stint oder Europäischer Stint (Osmerus eperlanus) ist einer der kleinsten lachsartigen Fische. Er wurde von Carl von Linné 1758 beschrieben.


Inhaltsverzeichnis

Form und Aussehen

Stint an der Angel
Stint an der Angel
Stinte sind Raubfische mit entsprechendem Gebiß
Stinte sind Raubfische mit entsprechendem Gebiß
Stinte sind etwa 15-20 cm lang
Stinte sind etwa 15-20 cm lang
Stintangler an der Elbe bei Hamburg-Altengamme. Fangzeit ist hier ab Ende Februar.
Stintangler an der Elbe bei Hamburg-Altengamme. Fangzeit ist hier ab Ende Februar.
Frischer Stint
Frischer Stint
Gebratener Stint
Gebratener Stint
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Der in der Regel 15 bis 18 cm, höchstens 30 cm lange Körper ist schlank und seitlich wenig abgeflacht. Er ist der kleinste Fisch mit Fettflosse. Stinte haben einen leicht durchscheinenden Körper. Der Rücken und Seiten sind graugrün bis rosa, die Flanken silbrig glänzend. Die Schwanzflosse hat einen dunklen Rand. Der Stint wird bis zu 6 Jahre alt. Eigentümlich ist der intensive, an frische Gurken erinnernde Geruch.

Lebensraum und Lebensweise

Der Stint ist ein Meeresfisch in den Küstengewässern Europas von der Ostsee bis zur Biskaya. Eine im Süßwasser lebende Form, der Binnenstint, ist in den großen Seen von Nordeuropa verbreitet.

Zum Laichen sammeln sich die Stinte und wandern in die Unterläufe der großen Ströme ein, um hier über sandigen Stellen abzulaichen. Dies geschieht Ende Februar bis März, wenn das Wasser über 9 Grad warm ist. Die Eizahl pro Weibchen kann bis zu 40.000 betragen. Nach dem Ablaichen kommt es oftmals zu Massensterben. Die Nahrung der Stinte besteht vor allem aus kleinen Planktonkrebsen, Bodentieren und auch Jungfischen der eigenen Art.

Stint als Speisefisch

Kommerzieller Aspekt

Während der Laichzeit kann der Stint leicht mit Netzen gefangen werden. Außerhalb der Laichzeit im Herbst kommen die Stinte in die Häfen an der Nordseeküste, wo sie mit einem so genannten Heringspaternoster geangelt werden.

In früheren Zeiten konnte der Stint in den Flüssen in großen Mengen gefangen werden, statt Netzen wurden dazu Waschkörbe verwendet. In Hamburg weist noch die Ortsbezeichnung Stintfang darauf hin und in Lüneburg ist gar eine Kneipenmeile nach dem Fisch benannt. In der bisherigen neueren Zeit war der Stint kommerziell kaum von Bedeutung, da er bisher in den verschmutzten Flüssen nur in geringer Zahl anzutreffen und demgemäß wenig gefragt war. Mit zunehmend saubereren Flüssen wird er wieder öfter in größerer Menge von kleinen Fischereibetrieben gefangen. Vom Fang und Angebot des Stintes profitieren vor allem auch Restaurants, die diesen Fisch saisonal als kulinarische Besonderheit anbieten. Teilweise sind diese Restaurants auch von den Stint-Fischern erfolgreich selbst betrieben. Insbesondere an der Elbe vor und hinter Hamburg kann es sich heute kein Restaurant, das etwas auf sich hält, mehr leisten, auf den Stint zu verzichten.

Der Verzehr durch Menschen macht allerdings nur den geringsten Teil der wirtschaftlichen Bedeutung aus. Weitaus höher ist sein Stellenwert in der Aquaristik/ Terraristik. Stinte werden in Norddeutschland und den Benelux-Staaten massenweise in riesigen Zuchtanlagen gezüchtet, um als Haustier oder in Zoos gehaltenen Raubfischen jeglicher Art ( vom Sonnenbarsch bis zum Piranha), sowie einigen Reptilienarten ( wie z.B. der Gelbwangenschmuckschildkröte) als Futterfische zu dienen. Gerade aufgrund des zuvor erwähnten intensiven Geruchs der Stinte werden sie auch gerne eingesetzt, um Raubfische, die Lebendfutter bevorzugen, an Tiefkühlkost zu gewöhnen. Direkt nach dem Ablaichen werden die jungen, ca. 5-10 cm langen Stinte getötet, tiefgefroren und zu Großhändlern gebracht. Von dort gelangen sie dann zu den Zoohändlern und letztendlich den Verbrauchern.

Kulinarischer Aspekt

Obwohl er recht klein ist, ist er als Speisefisch sehr geschätzt. Der Kopf wird hierbei für gewöhnlich entfernt, der Schwanz und die Gräten hingegen nicht, da sie ausgesprochen zart sind. Gegessen wird Stint meist mit der Hand. Der Fisch wird meistens gebacken, in Norddeutschland jedoch traditionell in Roggenmehl gewendet und anschließend in Butter und Speck gebraten. Als Beilage dienen Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat.

Der Stint wird auch geräuchert oder wie Brathering sauer eingelegt angeboten.

Kultureller Aspekt

Die Stadt Lüneburg stellt den Stint im Jahr 2007 in den Mittelpunkt ihres Marktingkonzepts. Rund 500 Stint-Skulpturen werden - von Lüneburger Künstlern, Organisationen, Unternehmen, Schulen, Kindergärten und Privatleuten gestaltet - in der gesamten Innenstadt ausgestellt. Dazu gibt es zahlreiche Veranstaltungen rund um den Stint sowie kulinarische Angebote. Die Stintfiguren werden im Herbst für wohltätige Zwecke versteigert.

Weblinks

Quelle:
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