Die Stirling-Zahlen erster und zweiter Art, benannt nach James Stirling, werden in der Kombinatorik und der theoretischen Informatik verwendet.
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Für die Stirlingzahlen existieren mehrere Notationsvarianten nebeneinander. Stirlingzahlen der ersten Art werden mit einem kleinen s geschrieben oder mit
Klammer geschrieben, Stirlingzahlen der zweiten Art werden mit großen S oder Mengenklammern
geschrieben:
![s(n,r)=\left[\begin{matrix} n \\ r \end{matrix}\right].](/wikipedia.images/J/878dcc8908c6c4694aaee769d0631073.png)

Die Klammernotation wurde 1935 von Jovan Karamata in Analogie zu den Binomialkoeffizienten eingeführt und später von Donald Knuth populär gemacht. Die Klammernotation wird auch Karamata-Notation genannt.
Die Stirling Zahl erster Art
beschreibt die Anzahl der unterschiedlichen Möglichkeiten eine Permutation mit n Elementen in r Zyklen zu zerlegen.
Die Menge M{a,b,c,d} mit
kann auf folgende Weise in zwei Zyklen (r = 2) zerlegt werden:
[a,b,c],[d]
{a,c,b},{d}
{a,b,d},{c}
{a,d,b},{c}
{a,c,d},{b}
{a,d,c},{b}
{a},{b,c,d}
{a},{b,d,c}
{a,b},{c,d}
{a,c},{b,d}
{a,d},{b,c}

Da das Aufschreiben aller möglichen Zyklen recht aufwendig ist und mit der Anzahl der Elemente immer unübersichtlicher wird, gibt es eine rekursive Formel, um s(n,r) zu berechnen:

mit den Anfangsbedingungen




Die Stirling Zahl zweiter Art
beschreibt die Anzahl der unterschiedlichen Möglichkeiten aus einer Menge mit n Elementen r nichtleere, disjunkte Teilmengen zu bilden. Jede solche Möglichkeit ist eine Partition mit r Teilmengen.
Die Menge M = {a,b,c,d} mit
kann auf folgende Weise in r = 2 nichtleere, disjunkte Teilmengen zerlegt werden:
{a,b},{c,d}
{a,c},{b,d}
{a,d},{b,c}
{a,b,c},{d}
{a,b,d},{c}
{b,c,d},{a}
{a,c,d},{b}

Da das Aufschreiben aller möglichen Partitionen recht aufwendig ist und mit der Anzahl der Elemente immer unübersichtlicher wird, gibt es eine rekursive Formel, um S(n,r) zu berechnen:

mit den Anfangsbedingungen





Beispiele
Sei a ein fest gewähltes Element der n-elementigen Menge M. Die r Partitionen von M können nun danach klassifiziert werden, ob {a} selber eine Klasse der Partition bildet oder nicht.
Trifft dies zu, so kann man aus
nur noch r − 1 Partitionen aus n − 1 Elementen bilden, also
.
Bildet
keine Klasse, so bedeutet dies, dass es r Partitionen aus n − 1 Elementen gibt, also
. Da a nun Element einer der Partitionen ist, es aber dafür r Möglichkeiten gibt, ergibt sich die Multiplikation von
mit r.

Seien V der Vektorraum aller reell- oder komplexwertigen Polynome und Vm der Unterraum der Polynome mit exaktem Grad m. Weiterhin seien q0(x)=1, q1(x)=x, ..., qn(x)= x(x-1)
(x-n+1), ... und p0(x)=1, p1(x)=x, ..., pn(x)= xn, ... Basen für Vm. So gelten folgende Beziehungen:
1. 
2. 
So können alternativ die Stirling-Zahlen 1. und 2. Art erzeugt werden, mit dem Unterschied, dass hier durchaus andere Vorzeichen auftreten, als in den zuvor gegebenen Definitionen.
Bei Verwendung der Karamatanotation sticht bei Betrachtung der Rekursionsformeln für die Stirlingzahlen der ersten und zweiten Art die Analogie zu den Binomialkoeffizienten ins Auge.
![\left[\begin{matrix} n \\ k \end{matrix}\right] =
\left[\begin{matrix} n-1 \\ k-1 \end{matrix}\right]
+(n-1) \left[\begin{matrix} n-1 \\ k \end{matrix}\right]](/wikipedia.images/J/a86b6489304dc11c398fbde79a146240.png)

Für Binomialkoeffizienten gilt bekanntlich
.
Entsprechend lassen sich die Stirling-Zahlen in einem Dreiecksschema ähnlich dem pascalschen Dreieck anordnen:
1
1 1
1 3 1
1 7 6 1
1 15 25 10 1
1 31 90 65 15 1
1 .. .. .. .. .. 1
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