In der Strömungslehre, einem Teilgebiet der Mechanik, wird als Stoßwelle oder Schockwelle eine starke Druckwelle bezeichnet, die durch Explosionen oder andere Phänomene erzeugt wird, die extreme Druckunterschiede hervorrufen. Die Druckwelle läuft dabei als Wellenfront durch das Medium.
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In kompressiblen, d. h. verdichtbaren, Medien, beispielsweise Gasen, breiten sich Störungen, etwa von hindurchbewegten Festkörpern hervorgerufene Druckänderungen, durch das Medium als Druckwellen aus, die sich mit der Schallgeschwindigkeit des Mediums bewegen. Bewegt sich die Störung nur langsam im Vergleich zur Schallgeschwindigkeit, erlaubt es die Druckwelle dem Medium, sich neu zu verteilen, um die Störung auszugleichen, und verhält sich genau wie ein inkompressibles Medium.
Bewegt sich die Störung jedoch schneller als die durch sie verursachten Druckwellen, kann die Materie des Mediums nahe der Störungsquelle nicht schnell genug reagieren, um der Störung auszuweichen. Die Zustandsgrößen des Mediums (Dichte, Druck, Temperatur, Geschwindigkeit usw.) verändern sich daher nahezu momentan, um sich der Störung anzupassen. Dadurch werden dünne Störungswellen mit stark ansteigendem Druck erzeugt, Stoßwellen genannt, und eine schockartige Erhitzung des Materials bewirkt. Die Stoßwellen klingen schließlich zu normalen Druckwellen ab, wenn ihre Energie vom Medium absorbiert wird.
Ähnliche Phänomene sind auch außerhalb der Strömungslehre bekannt. Beispielsweise erzeugen Teilchen, die in bestimmten Medien wie etwa Wasser über die dort geltende Lichtgeschwindigkeit (Phasengeschwindigkeit) beschleunigt werden (sie beträgt im Wasser nur etwa 230.000 km/s), Schockeffekte, die als Tscherenkow-Strahlung bekannt ist.
Es gibt zwei grundlegende Typen von Stoßwellen, die allerdings physikalisch äquivalent sind und sich nur durch die Wahl des Bezugssystems unterscheiden:
In der Medizin werden Stoßwellen in der ESWL (Extrakorporale Stoßwellenlithotrypsie) zur Zertrümmerung von Harn-, Gallen-, Nieren- und Speichelsteinen genutzt.
Die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) wird zur Behandlung von nicht heilenden Knochenbrüchen (Pseudarthrosen) und Schmerzen an Sehnenansätzen wie Tennisellenbogen, Golferellenbogen und dem schmerzhaften Fersensporn, vielen Schultererkrankungen und Schmerzen bei Arthrosen (Verschleißerkrankungen) und knochennahen Weichteilschmerzen eingesetzt. Zunehmend setzt sich die ESWT aber auch bei der sogenannten Triggerpunkttherapie von Muskelverhärtungen durch. Dabei werden die Triggerpunkte des Muskels z. B. bei Nackenschmerzen und Schmerzen im unteren Rücken behandelt. Man unterscheidet in der Medizin zwischen radialen und fokussierten Stoßwellen. Durch die neusten Techniken im Bereich der fokussierten Stoßwelle kann nicht nur eine Behandlung durchgeführt werden, sondern auch eine gezielte Diagnostik der verhärteten und verkürzten meist oft sehr schmerzhaften Muskelareale. Diese Muskelareale sind je nach Krankheitsbild mit lokalen oder Ferntriggern versehen.