Stockacher Aach

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Stockacher Aach
Daten
Lage Landkreis Konstanz
Länge 25 km
Quelle nordöstlich Schwackenreute
Quellhöhe 620 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt
Mündung Überlinger See bei Bodman
Mündungshöhe 395 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied 225 m
Flusssystem Rhein
Kleinstädte Stockach
Gemeinden Mühlingen, Bodman-Ludwigshafen,
Rechte Nebenflüsse Tobelbach, Krebsbach, Röhretsgraben
Linke Nebenflüsse Mahlspürer Aach

Die Stockacher Aach ist ein 25 Kilometer langer rechter Nebenfluss des Rheins, der in den Bodensee fließt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Bach entspringt nordöstlich von Schwackenreute, einer Teilgemeinde von Mühlingen bei 620 Meter über Normalnull. In unmittelbarer Nähe des Quellgebiets liegt der Oberlauf der Ablach, die Richtung Norden zur Donau hin fließt. Die Stockacher Aach entsteht also unmittelbar südlich der Europäischen Hauptwasserscheide. Begünstigt durch die hier nur schwach angedeutete Wasserscheide Rhein/Donau wurde die Mindersdorfer Aach schon in napoleonischer Zeit in die Stockacher Aach umgeleitet, die ein für die Wasserkraftnutzung günstigeres Gefälle aufweist, es wurde also eine künstliche Bifurkation geschaffen: Die Mindersdorfer Aach verzweigt sich im Gebiet der heutigen Schwackenreuter Seenplatte und fließt als Stockacher Aach in den Bodensee und als Ablach in die Donau.

Auf ihrem Weg zum Bodensee passiert die Stockacher Aach Schwackenreute, Hoppetenzell, Zizenhausen, Hindelwangen, Stockach, Nenzingen, Wahlwies und Espasingen, bevor sie zwischen Bodman und Ludwigshafen in den Überlinger See mündet, dem nordwestlichen Teil des Bodensees.

Geschichte

Bereits im Neolithikum und Bronzezeit waren der Unterlauf und das Mündungsgebiet der Stockacher Aach Siedlungsgebiet. So fand man bei archäologischen Ausgrabungen Pfahlbau- und Feuchtbodensiedlung. Jüngste Funde am Überlinger See hat man der Unterwasserarchäologie zu verdanken.

Auch in der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit) um 700 v. Chr. waren der Unter- und Oberlauf der Stockacher Aach besiedelt. Es gibt zahlreiche Hügelgräber. Auch von den Kelten (4. Jahrhundert v. Chr.) finden sich Spuren.

Um die Entstehung der Heidenhöhlen bei Zizenhausen auf einer rechtsseitigen Anhöhe des Aachtobels unterhalb Zizenhausen bei Stockach gibt es verschiedene Theorien. Die acht in die Molasseschicht aus Mergel und Sandstein gegrabene Höhlen könnten schon um das Jahr Null Wohnraum oder Kultstätte gewesen sein. Römische Münzen sollen dort gefunden worden sein. Dass die Römer in der Region präsent waren beweisen unter anderem auch die bei Orsingen und Homberg gefundenen römische Baureste. Forscher vermuten, dass entlang der Stockacher Aach und dem Oberlauf der Ablach eine Römerstraße von der Römerbrücke bei Eschenz (Schweiz) zur Donaufurt bei Laiz (Deutschland) führte.

Gräberfunde aus der Alamannenzeit (400 bis 800 n. Chr.) und Ortsnamen sind Zeugnis auf die poströmische Besiedlung durch die Alamannen.

Zahlreiche Burgen auf Anhöhen links und rechtsseitig der Stockacher Aach geben Zeugnis über die rege Besiedlung und wirtschaftliche Nutzung der Aach und des Aachtals. Lange Zeit konnten sich die Grafen von Nellenburg mit Stammsitz auf der Nellenburg bei Stockach gegen ihre Feinde behaupten und ihren Herrschaftssitz weiter ausbauen.

Verkehr

Entlang der Stockacher Aach verläuft die Bahnstrecke der Hegau-Ablachtal-Bahn, die von Radolfzell, über Stockach, Meßkirch und Krauchenwies nach Mengen führt. und die von Stockach nach Meßkirch führende Bundesstraße 311

Umwelt

Fauna

Das Mündungsdelta der Stockacher Aach in den Bodensee ist für seinen Vogelreichtum bekannt. Die Lebensräume für die Vögel lassen sich in drei Zonen einteilen:

  • ausgedehnte Flachwasserzone (28 ha)
  • Unterlauf und Mündung der Stockacher Aach mit Auwaldresten
  • mit Gehölzen und kleinen Schilfflächen durchsetzte Kulturlandschaft

Ufer- und Flachwasserzonen unterliegen den natürlichen Pegelschwankungen des Bodensees: Von Oktober/November bis April/Mai herrscht Niedrigwasser. Hohe Wasserstände (bei denen die Schlickflächen geflutet sind) ergeben sich durch die Schneeschmelze in den Alpen und ergiebige Niederschläge im Sommer.

Insgesamt konnten über 200 Vogelarten im Mündungsgebiet nachgewiesen werden. Davon sind 52 Arten Brutvögel. Neben bis zu 100 Haubentaucherpaaren brüten hier Zwergtaucher, Kolbenenten, Wasserrallen, der Eisvogel, Drosselrohrsänger und der Pirol. Wenn der Bodenseepegel unter 350 cm sinkt, sind zur Zugzeit rastende Limikolen zu sehen. Bisher konnten 29 Limikolenarten nachgewiesen werden. Darunter waren in der Vergangenheit auch sehr seltene Gäste wie Säbelschnäbler, Steinwälzer und Odinshühnchen. Im September und Oktober nutzen bis zu 750 Kormorane die ufernahen Bäume als Schlafplatz, bevor sie im November an die Radolfzeller Aachmündung wechseln. Den Winter über lassen sich Schwarzhalstaucher, Schnatter- und Schellenten beobachten. Mit ein wenig Glück bekommt man dann auch Ohrentaucher oder Samtenten zu Gesicht, die hier seit einigen Jahren regelmäßig überwintern. Gelegentlich werden im Winter weitere Meeresentenarten angetroffen. Immer wieder wurden auch Seltenheiten wie Eistaucher, Rallenreiher, Seeadler oder Sumpfohreule entdeckt.


Quelle:
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