Stockcar

Stockcar auch Stock-Car ist eine Motorrennsportart.

Stock-Car wird auf einem etwa 500 Meter langen Ovalkurs mit unebenem Untergrund gefahren. Hierbei sind sechs bis zwölf Fahrzeuge pro Rennen auf der Strecke.

Im Gegensatz zu normalen Autorennen, ist es in dieser Sportart erlaubt zu drängeln. Daher müssen auch die Fahrzeuge entsprechend gesichert sein. So ist ein stabiler Käfig im Wagen unverzichtbar, da ein Überschlagen oder Drehen nicht ausgeschlossen ist, in der Regel werden hierzu Wagen, die nicht mehr für den Straßenverkehr taugen, umgebaut. Für viele Anhänger des Stock-Cars liegt die Faszination sicherlich darin, auf legalem Weg an die Grenzen ihres Fahrkönnens zu gehen. Gerade junge Fahrer berichten, dass der Drang zum Rasen auf der Straße nachlässt.

Gestartet wird in unterschiedlichen Rennklassen, die sich nach Antriebsart und Motorleistung der Fahrzeuge unterscheiden.

Das deutsche Stock-Car hat nichts mit dem nordamerikanischen NASCAR zu tun.

Stock-Car in Bayern

Eigenbau Stock-Car
Eigenbau Stock-Car

In Bayern haben sich über 50 Vereine zum Bayerischen Stock-Car-Verband (abgekürzt BSCV) zusammengeschlossen, und fahren seit 1978 unter dessen Regeln und Vorschriften. Der Verband ist in zwei Gruppen aufgeteilt, die Gruppe Nord umfasst die Gebiete zwischen Regensburg, München, Ingolstadt, Nürnberg und Weiden. Die Vereine um Regensburg, Straubing, Landshut und Passau bilden die Gruppe Süd. In beiden Gruppen werden über das Jahr zwischen fünf und sechs Wertungsläufe durchgeführt, wobei sich – je nach Klasse – nur eine bestimmte Anzahl an Fahrern und Mannschaften für den Endlauf qualifiziert. In diesem Endlauf werden die Bayerischen und Deutschen Meister der jeweiligen Klassen ermittelt. Dieser findet immer jährlich abwechselnd auf einer Nord- oder Südstrecke statt.

Dabei wird ein großer Wert auf Sicherheit gelegt. So sind für den Fahrer ein tauglicher Rennanzug, festes Schuhwerk, eine Halskrause sowie das Tragen eines Helmes mit splitterfestem Visier oder Schutzbrille Pflicht.

Am und im Fahrzeug muss alles entfernt werden, was Splitter- oder Feuergefahr besitzt, zweckmäßigerweise wird dazu im Innenraum alles bis auf einen zulässigen Sportsitz ausgebaut. Um die Verletzungsgefahr zu minimieren, muss die Fahrertür regelkonform versteift werden und ein Überrollkäfig eingebaut werden. Auch muss die Anhängerkupplung und der Originaltank entfernt werden, wobei dieser stattdessen zwischen den Achsen angebracht wird und dabei das maximale Tankvolumen von 30 Liter nicht übersteigen darf. Die Fensterscheiben werden im Fahrerbereich durch ein Gitter ersetzt, um den Fahrer zum Beispiel vor Steinschlag zu schützen.


Es wird in folgenden Klassen gestartet:

  • Unverbaute Klasse: Bayer. Meisterschaft (bis 1800ccm und über 1800ccm)
  • Junior-Cup (max. 1300ccm und 60PS, ab vollendetem 16. LJ bis zur Vollendung des 18. LJs)
  • Verbaute Klasse Herren: Bayer. Meisterschaft (bis 1800ccm und über 1800ccm)
  • Verbaute Klasse Damen: Bayer. Meisterschaft (ohne Hubraumgrenze)
  • Verbaute Klasse Herren: Deutsche Meisterschaft (ohne Hubraumgrenze)
  • Verbaute Klasse Damen: Deutsche Meisterschaft (ohne Hubraumgrenze)
  • Verbaute Klasse: Bayer. Meisterschaft (bis 1800ccm)
  • Verbaute Klasse Spezial: Bayer. Meisterschaft (ohne Hubraumgrenze)
  • Superklasse Eigenbau: Deutsche Meisterschaft (mind. 150PS; Eigenbauten in optisch schönem Zustand)
  • Superklasse Karosserie: Deutsche Meisterschaft (mind. 150PS; Serienfahrzeuge in optisch schönem Zustand)


Da die Superklasse-Fahrzeuge in vielen Arbeitsstunden hergestellt und darüberhinaus stark motorisiert sind (häufig 300PS+), herrscht bei diesen Rennen absolutes Crashverbot, anlehnen ist jedoch meist erlaubt.

In der unverbauten Klasse dürfen keine Schweißarbeiten an der Karosserie vorgenommen werden, das Auto bleibt äußerlich im Originalzustand, wobei die obrigen Sicherheitsbestimmungen trotzdem einzuhalten sind.

Bei der verbauten Klasse hingegen darf beispielsweise der Kofferraum entfernt werden, um eine geringere Angriffsfläche zu bieten. Zudem sind Schweißarbeiten an der Karosserie erlaubt, so ist es möglich bestimmte Teile des Fahrzeugs auszubauen und mit 1 mm Stahlblech nachzumodellieren. Trotzdem darf der Motorbereich weder versteift noch verstärkt werden.


Am 5. Mai 2007 fand im Münchner Olympiastadion eine Stockcarveranstaltung vor mehreren tausend Besuchern statt. Dies war die erste große offizielle Stockcar Veranstaltung

Geschichte

Wie lange es schon Stockcarrennen in Deutschland gibt, ist nicht genau nachvollziehbar, in Bramsche in der Nähe von Osnabrück werden seit 1976 Stockcarrennen ausgetragen.

Fernsehen

Besondere Popularität erlangte die Sportart, als Stefan Raab am 26. Juni 2005 Die große TV Total Stockcar Crash Challenge organisierte, bei der 30 Stars in 10 verschiedenen Teams antraten. Das dort veranstaltete Rennen hatte tatsächlich nur wenig mit der tatsächlichen und von der Stockcargemeinde geliebten Sportart zu tun. Trotzdem wurde dadurch für die Popularität dieses Sports viel erreicht. Die Sendung war ein so großer Erfolg, dass sie im Jahr 2006 wiederholt wurde. Für das Jahr 2007 ist wieder ein Rennen geplant und wahrscheinlich wird das Rennen eine ähnliche Zukunft wie Raabs Wok-WM hat.

Quelle:
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