Stopftontechnik

Die Stopftontechnik ist beim Spielen von Blechblasinstrumenten eine Technik zur Veränderung der Tonhöhe oder Klangfarbe durch Stopfen mit der Hand im Schalltrichter. Sie ist vor allem in der klassischen Musik bei Hörnern (insbesondere Naturhörnern) gebräuchlich, um die Naturtonreihe zu erweitern, teilweise bis zur Chromatik.

Es werden zwei Stopfarten unterschieden:

  • Halbstopfen: Die Hand schließt die Öffnung etwa zur Hälfte, was eine Vertiefung des Tones um bis zu mehrere Töne (abhängig von Grundstimmung und Zahl des Naturtons über dem Grundton) zur Folge hat. Die Klangfarbe wird dabei leicht abgedunkelt. Diese Technik kommt dem Prinzip der gedackten Röhre nahe.
  • Vollstopfen: Hier „verschließt“ die Hand gleichsam das Rohrende und lässt die Luft nur durch kleinste Spalten zwischen Hand und Stürze strömen. So wird die schwingende Luftsäule verkürzt und die Grundstimmung um etwas mehr als einen Halbton erhöht. Die Wirkung ist abhängig von der Handgröße; je kleiner, desto mehr wird die Röhre verkürzt. Auch das Obertonspektrum wird verändert (Verstärkung oberer Töne bei gleichzeitiger Abdämpfung des Grundtones und seiner nächsten Nachbartöne), wodurch der Ton „enger“, nicht mehr so voll und rund klingt. Diese Technik wird hauptsächlich in der modernen Musikliteratur aus klanglichen Gründen verwendet.
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