Strümpfe (Reichskleinodien)

Einer der Strümpfe (links) auf einem Stich von Johann Adam Delsenbach von 1790
Einer der Strümpfe (links) auf einem Stich von Johann Adam Delsenbach von 1790

Die Strümpfe sind ein Teil des Krönungsornates der Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches. Sie wurden in den königlichen Werkstätten auf Sizilien, den Nobiles Officinae, in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert höchstwahrscheinlich für Wilhelm II. angefertigt, für den auch die Alba gefertigt wurde.

Sie werden heute in der Weltlichen Schatzkammer der Wiener Hofburg, einer Außenstelle des Kunsthistorischen Museums, aufbewahrt.

Aussehen

Die Strümpfe bestehen aus leuchtend roter Seide und sind mit Gold bestickt. An beiden Strümpfen sind Seidenbänder zum Festbinden angebracht. Auf der aus olivgrüner Seide bestehenden Borte ist eine teilweise zerstörte kufische Inschrift eingestickt:

Bestimmt für den hochgeehrten, geheiligten König Wilhelm, der durch Gott hochgeehrt sei, durch seine Allmacht unterstützt werde ...

Auf der roten Seide der Strümpfe wurden überschneidende Vierpaßmotive angebracht, in deren Mitte Sterne sitzen. Diese Motive überziehen die Strümpfe einem Netz ähnlich.

Die Strümpfe haben eine Schafthöhe von 60 cm und eine Schaftweite von 34 bis 40 cm.

Literatur

  • Hermann Fillitz: Die Insignien und Kleinodien des Heiligen Römischen Reiches. Schroll, Wien und München 1954
  • Wilfried Seipel (Hg.): Nobiles Offininae. Ausstellungskatalog des Kunsthistorischen Museums. Wien 2004, ISBN 3-85497-076-5
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