Straße des 17. Juni

Die Straße des 17. Juni von der Siegessäule in Richtung Osten
Die Straße des 17. Juni von der Siegessäule in Richtung Osten

Die Straße des 17. Juni ist Teil der großen Ost-West-Achse in Berlin. Sie ist Teil der Bundesstraßen B2 und B5 durch Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Die Straße beginnt im Westen am Ernst-Reuter-Platz und durchschneidet den Campus der Technischen Universität. Sie überquert mit der Charlottenburger Brücke den Landwehrkanal an der Grenze zwischen Charlottenburg und Tiergarten. Dort wird sie auch vom Charlottenburger Tor flankiert. Inmitten des Tiergartens wird sie vom Großen Stern unterbrochen, um schließlich am Platz des 18. März (Brandenburger Tor) an der Grenze zu Mitte zu enden. Hinter dem Brandenburger Tor wird die Straße als Unter den Linden fortgeführt.

Geschichte

Die Straße entstand 1697 auf Veranlassung Friedrichs I. von Preußen und diente als Verbindung des Stadtschlosses mit dem von ihm errichteten Schloss Lietzenburg. Mit dem Tod der Gemahlin Friedrichs I., Sophie Charlotte von Hannover, im Jahr 1705 erhielt die nun zum Schloss Charlottenburg führende Straße entsprechend den Namen Charlottenburger Chaussee.

Die Straße des 17. Juni wurde in den im Tiergarten gelegenen Teilen erst während des Dritten Reiches im Zuge des Konzeptes für den von Adolf Hitler geplanten Umbau Berlins zur sogenannten Welthauptstadt Germania auf die heutige Breite ausgebaut. Den Ausbauplanungen der Nazis musste damit 1934 auch die älteste Strecke der Berliner Straßenbahn weichen, die seit 1865 vom Kupfergraben durch den Tiergarten nach Charlottenburg führte. Die so entstandene repräsentative Paradestraße erhielt 1935 den offiziellen Namen "Ost-West-Achse". Außerdem wurde die ursprünglich den Platz vor dem Reichstagsgebäude schmückende Siegessäule 1938 in den Großen Stern integriert. Sie bildet seitdem das weithin sichtbare Zentrum der Straße des 17. Juni.

Ihre heutige Bezeichnung trägt die Straße seit dem Senatsbeschluss vom 22. Juni 1953 in Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953, der daraufhin bis 1990 Nationalfeiertag in der Bundesrepublik Deutschland war. Am 3. November 1953 wurde sie auf das Teilstück vom Ernst-Reuter-Platz bis zum S-Bahnhof Tiergarten - vormals Berliner Straße - ausgedehnt.

Darüber hinaus wurde westlich der Kreuzung Straße des 17. Juni/Yitzhak-Rabin-Straße sofort nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 ein drei Meter langes Mauerdenkmal durch das Kuratorium Unteilbares Deutschland aufgestellt. Es trägt die Inschriften Den Opfern der roten Diktatur und Eure Freiheit ist unser Auftrag.

Seit 1989 schmückt zudem die Bronzeskulptur "Der Rufer", eine Replik des Künstlers Gerhard Marcks, in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tors den Mittelstreifen der Straße des 17. Juni. Mit ihrer Ausrichtung auf den Ostteil der Stadt und dem auf dem Sockel angebrachten Spruch "Ich gehe durch die Welt und rufe Friede Friede Friede", der ihren allegorischen Charakter der Meinungsfreiheit unterstreichen soll, hat die Statue einen stark politischen Bezug.

Ausbauzustand

Die Straße des 17. Juni ist durchweg für beide Fahrtrichtungen dreibahnig, teils sogar vierbahnig. Die Fahrbahnen sind baulich getrennt. Am Großen Stern verbreitert sich die Fahrbahn auf bis zu sechs Fahrspuren sowie einen breiten Seitenstreifen.

Auffallend ist die Existenz von Parkplätzen auf den Mittelstreifen und am Rand der Fahrbahn, den viele Besucher des Tiergartens als kostenfreie Parkmöglichkeit nutzen können, entgegen der Parkraumbewirtschaftung in den Geschäftszentren der Innenstadt.

Die heutige, inzwischen unter Denkmalschutz stehende Gestaltung, vor allem die typischen Straßenlaternen, ist in wesentlichen Zügen durch Albert Speer mitgestaltet worden. Von der damals geplanten Bebauung außerhalb des Tiergartens ist lediglich das heutige Ernst-Reuter-Haus, Sitz der Berliner Dependence des Deutschen Städtetages und des Deutschen Instituts für Urbanistik verwirklicht worden.

Besondere Ereignisse

Auf der Straße des 17. Juni bzw. ihren Verlängerungen fanden zahlreiche außergewöhnliche Ereignisse statt: So hat in den 1920er Jahren der jugendliche Wernher von Braun hier einen selbstgebauten Raketenwagen erprobt. 1938 wurde der Abschnitt durch den Tiergarten mit dem Großen Stern und der umtransportierten Siegessäule angelegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Straße des 17. Juni zeitweise als Flugpiste genutzt, da die Bäume im Tiergarten abgeholzt worden waren. Der Kontrollpunkt befand sich auf der Spitze der Siegessäule.

Auf der Straße des 17. Juni fanden seit dem Krieg häufig Großveranstaltungen statt, wie etwa bis 1989 Truppenparaden der alliierten Westmächte, die Love Parade seit 1996 mit Ausnahme von 2004 und 2005, der Mini-Love-Parade im Juli 2005 oder das Live 8-Konzert am 2. Juli 2005. Zum ersten Mal wird im Jahr 2007 eine neue Parade, mit dem Namen "B-Parade" dort stattfinden.

Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde die Straße nach heftigen politischen Diskussionen zur offiziellen Fanmeile erklärt, daher sechs Wochen für Autofahrer gesperrt und stattdessen mit Großbildleinwänden bestückt. Als Ersatz für die abgesagte und pompös geplante Eröffnungsfeier im Berliner Olympiastadion – so das Kalkül der Veranstalter – sollte ein Familienfest auf der Fanmeile stattfinden.

Entgegen allen Befürchtungen war die Fanmeile ein großer Erfolg bei der Fußball-WM 2006. Ihren krönenden Abschluss fand die Fanmeile am 9. Juli 2006 mit der Feier der Deutschen Nationalmannschaft. Die Spieler wurden von circa 1 Million Menschen empfangen und gefeiert.

Panorama

Rundumblick von der Siegessäule, die Straße des 17. Juni ist links im Bild
Rundumblick von der Siegessäule, die Straße des 17. Juni ist links im Bild

Weblinks

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