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Straßenname

Straßennamensschild aus den 1970er-Jahren
Straßennamensschild aus den 1970er-Jahren

Als Straßenname bezeichnet man den Namen, den eine Straße zur Unterscheidung von anderen Straßen trägt. Straßennamen im weiteren Sinne sind dabei auch die Namen von Plätzen und Brücken.

In europäischen Städten tragen die Straßen meist (Wort-)Namen (eine bekannte Ausnahme ist hier z. B. die Quadratestadt Mannheim), zwischenörtliche Verbindungsstraßen werden meist mit einer nach einem bestimmten System vergebenen Nummer bezeichnet. So unterscheidet man in Deutschland in Bundesautobahnen (A) Bundesstraßen (B), Staatsstraßen bzw. Landesstraßen (S/L), Kreisstraßen (K) und Gemeindestraßen. All diese Gattungen besitzen jeweils eine eigene Nummerierung nach einem eigenen System.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Geschichte der Straßen(wort)namen zeigt, dass es in den unterschiedlichen Epochen bestimmte Muster gab, nach denen Straßen benannt wurden. Im Mittelalter gab es in größeren Städten meist zahlreiche kleine Gassen und in jeder dieser Gassen lebte eine andere Handwerkszunft bzw. Bevölkerungsschicht. So trifft man heute in Altstädten noch häufig auf Straßennamen wie Schustergasse, Fleischergasse, Krämergasse oder Müllergasse. Ebenfalls häufig anzutreffen sind Namen nach Bevölkerungsgruppen (z. B. Hugenottengasse oder Judengasse). Auch wurden Straßen im Mittelalter häufig nach Heiligen benannt (z. B. Marienstraße und Johannesstraße), vor allem in Städten mit einem Bischofssitz oder vergleichbarem.

Im Zeitalter des Absolutismus war es üblich Straßen nach dem aktuellen Monarchen zu benennen. Eine Tradition, die in Deutschland bis 1918 Bestand hatte. Hierbei entstanden Straßennamen wie Friedrichstraße, Wilhelmstraße, Maximilianstraße oder Ludwigstraße.

In der Gründerzeit als am Rande der Großstädte sehr schnell neue Viertel wuchsen, begann man im jeweiligen Viertel alle Straßen nach dem selben Muster zu bezeichnen. Zum Beispiel tragen im Bayerischen Viertel in Berlin-Schöneberg die meisten Straßen Namen bayerischer Städte (z. B. Augsburger Straße, Bayreuther Straße oder Ansbacher Straße). Auch wurden hier manchmal flächendeckend Straßen nach bestimmten Persönlichkeiten benannt, z. B. die Löbervorstadt in Erfurt, wo die meisten Straßen nach Dichtern und Musikern benannt sind (Schillerstraße, Goethestraße, Mozartstraße).

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden viele Straßen nach bedeutenden NS-Persönlichkeiten benannt bzw. umbenannt (z. B. Adolf-Hitler-Straße). Ähnliches lies sich auch in der DDR feststellen, wo Namen wie Friedrich-Engels-Straße, Karl-Marx-Straße, Leninstraße, Ernst-Thälmann-Straße, Karl-Liebknecht-Straße oder Rosa-Luxemburg-Straße zum „Standardrepertoire“ in größeren Städten gehörten. Auch begann man in der DDR Straßennamen nach dem Muster „Straße des/der“ zu konstruieren, beispielsweise Straße des Aufbaus, Straße des Friedens, Straße der Widerstandskämpfer, Straße der Nationen oder Straße der Jugend.

Straßen, deren Namen in direktem Bezug zum Nationalsozialismus standen (insbesondere die zahlreichen Adolf-Hitler-Straßen), wurden nach 1945 in beiden Teilen Deutschlands vollständig umbenannt. Nach der Wiedervereinigung begann Anfang der 1990er Jahre eine zweite Welle der Straßenumbenennungen, bei der in Ostdeutschland vor allem Straßennamen, die realsozialistischen Politikern gewidmet waren (z.B. Otto-Grotewohl-Straße oder Leninallee), geändert wurden. Die Namen sozialistischer Theoretiker oder prä-realsozialistischer Politiker wie etwa Karl Marx, Karl Liebknecht oder Rosa Luxemburg wurden hingegen vielerorts belassen.

In der Bundesrepublik und auch im wiedervereinten Deutschland gab es seit 1945 verschiedene „Trends“ Straßen zu benennen. Wurden neue Wohngebiete angelegt, so benannte man die Straßen meist nach einem einheitlichen Muster, z. B. nach Pflanzen (z. B. Lindenstraße, Kastanienstraße oder Wachholderweg) oder Tieren (z. B. Bussardweg, Falkenstraße oder Löwenstraße).

Häufig sind Straßen jedoch auch nach örtlichen Begebenheiten (z. B. Bergstraße, Talstraße oder Wiesenstraße), alten Flurbezeichnungen oder der Stadt in die sie führen, benannt.

Zu den häufigsten Straßennamen zählen unter anderem Bezeichnungen wie Bahnhofstraße, Dorfstraße, Hauptstraße, Goethestraße oder Lindenstraße, die in Filmen und Büchern häufig verwendet werden um zu suggestieren, dass die Handlung überall oder irgendwo an einem nicht näher bestimmten Ort spielen könnte (ähnlich dem Ortsnamen Springfield).

In Deutschland gibt es in den letzten Jahren den deutlichen Trend, neue Straßen nach Frauen zu benennen, um die Dominanz männlicher Straßennamen zurückzudrängen. Dies hat zur Folge, daß in vielen Neubaugebieten sämtliche Straßen weibliche Namen tragen. Einige Städte haben sogar entsprechende Verordnungen erlassen, die die Vergabe weiterer männlicher Namen verbieten, solange das Geschlechterverhältnis nicht ausgeglichen ist.

Straßennamen in Manhattan

Eine besondere Systematik der Straßennnahmen gibt es in dem Stadtteil Manhattan von New York. Die Straßen sind hier planmäßig in einem Gitter angeordnet. Die Straßen verlaufen in Ost-West-Richtung, die kleinsten Nummern sind im Norden. Die Streets sind teils mit Nummern und teils mit Namen versehen. Die nummerierten Straßen erhalten westlich der 5th Avenue den Vorsatz "west", östlich davon "east", z. B. "East 14th Street"

Die "Avenues" verlaufen rechtwinklig dazu in Norden-Süd-Richtung. Die Avenues sind durchnummeriert (z. B. "Fifth Avenue", einige haben jedoch eigene Namen. Eine bedeutende Ausnahme, die nicht in dieses Schema passt, ist der Broadway, der in einer Diagonale verläuft.

Extreme

Quellenangaben
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Den längsten deutschen Straßennamen hat die Bischöflich-Geistlicher-Rat-Josef-Zinnbauer-Straße in Dingolfing (Stand: Juli 2007).

Siehe auch

Literatur

  • Johanna Sänger: Heldenkult und Heimatliebe. Straßen- und Ehrennamen im offiziellen Gedächtnis der DDR. Christoph Links, Berlin 2006, ISBN 3-86153-398-7 (Rezension)
  • Berchtold Weber: Strassen und ihre Namen. Am Beispiel der Gemeinde Bern. Stämpfli, Bern 1990, ISBN 3727298502
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