Unter dem Stradella-Bass-System versteht man im Akkordeonbau die Anordnung der Basstöne in Quinten in vertikaler Richtung mit den am häufigsten gebrauchten Dur-, Moll- und Septakkorden in horizontaler Anordnung. Der Tonumfang ist hier auf eine Oktave beschränkt, wobei jedoch, je nach Bauart und Register, bei den Basstönen bis zu fünf Oktaven gleichzeitig und bei den Akkorden bis zu drei Oktaven gleichzeitig ertönen.
Das Stradella-Bass-System verwendet Tastenreihen die im Abstand gemäß dem Quintenzirkel angeordnet sind. So ist jeder Ton (als Tonika interpretiert) benachbart mit seiner Dominante und seiner Subdominante. Die erste vertikale Reihe ist die große Terz zum Grundton (Terzbass), die zweite Reihe der Grundton selbst (Grundbass). In den folgenden Reihen erklingen dann die Akkorde: Zuerst der Dur-Akkord, dann der Moll-Akkord, gefolgt vom Sept-Akkord und vom verminderten Sept-Akkord. Beim fortgeschrittenen Spiel ist es üblich, mit dem vorhandenem Material an Grundtönen und Akkorden neue, nicht direkt implentierte Akkorde zu kombinieren.
In Abhängigkeit vom Preis können manche Reihen unter Umständen nicht ausgeführt oder mit anderen gekoppelt sein.
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Da mit dem Stradella-Bass in aller Regel keine Melodien gespielt werden können, ist in der Pädagogik und auch im professionellen Bereich eine Konvention zur Notation nötig. Hier bedient man sich einer separaten Notenzeile mit Bassschlüssel (F). Im europäischem Raum wird der Basston meist in der Großen Oktave notiert, der Akkord ist vollständig in der Kleinen Oktave ausgeschrieben. Der einfacheren Lesbarkeit wegen sind die Noten zusätzlich mit alphabetischen Akkordbezeichnungen versehen. Der Grundton wird in Großbuchstaben, der Terzton in unterstrichenen Großbuchstaben und der Akkord gemäß der Akkordsymbolik, allerdings in kleinen Buchstaben, notiert.
Es sind auch vereinzelt Varianten im gebrauch die eine etwas veränderte Anordnung der Tasten besitzen, zum beispiel hat dei Fa. Soprani in Castelfidaro Modelle auf den Markt gebracht die im Bezirk Marche angeblich heute noch verbreitet sind, teilweise wird diese Tastenanordnung auch als belgisches System bezeichnet.
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