Strasshof an der Nordbahn

Wappen Karte
Wappen von Strasshof an der Nordbahn
Strasshof an der Nordbahn
Österreichkarte, Position von Strasshof an der Nordbahn hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf (GF)
Fläche: 11,63 km²
Koordinaten: 48° 19' N, 16° 39' O
Höhe: 165 m ü. A.
Einwohner: 7777 (31. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 669 Einwohner je km²
Postleitzahl: 2231
Vorwahl: 02287
Gemeindekennziffer: 3 08 56
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 22
2231 Strasshof an der Nordbahn
Offizielle Website:
Politik
Bürgermeister: Herbert Farthofer (SPÖ)
Gemeinderat: (2005)
(29 Mitglieder)
17 SPÖ, 4 Grüne, 3 ÖVP,
3 Dr.Ebhart, 1 FPÖ,
1 Bürgerforum

Strasshof an der Nordbahn ist eine Marktgemeinde mit 7.777 Einwohnern (Hauptwohnsitze) im Bezirk Gänserndorf im österreichischen Bundesland Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Strasshof an der Nordbahn liegt im Marchfeld in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 11,63 Quadratkilometer. 21,08 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Strasserfeld (Strasshof an der Nordbahn).

Geschichte

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend, teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Strasshof wurde erstmalig um 1300 urkundlich erwähnt. Im Grundstücksverzeichnis (Urbar) des Stiftes Melk scheint um 1330 das Bauerndorf 'Strazze mit einer Kirche' auf. Nach den kriegerischen Einfällen der Ungarn ) verödete der Ort. In alten Landkarten erscheint etwa um 1670 'Straß bei den 3 Stolzen Föhren' wieder auf.

1838 wurden bei der Verlängerung der Nordbahn auf dem Gebiet der Katastralgemeinde Straßerfeld Bahnwärterhäuser errichtet. Doch erst mit der Inbetriebnahme des Verschubbahnhofes (1908) setzte eine rege Bautätigkeit ein. Der Ort sollte nach dem Vorbild der englischen Gartenstädte (Vorortesiedlungen) strukturiert sein. Geprägt wurde die Geschichte Strasshofs vor allem durch den einst größten Verschubbahnhof Österreichs (125 Geleise), der von 1908 bis 1959 bestand. Hier wurden vor dem Ersten Weltkrieg die Güterzüge aus den nordmährischen Kohlerevieren geteilt. Erhalten ist davon noch das alte Heizhaus mit einigen Geleisen, in dem das Eisenbahnmuseum untergebracht ist. 1923 wurde Strasshof eine selbstständige Gemeinde, nachdem es vorher zur Gemeinde Gänserndorf gehörte.

Während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Strasshof ein Konzentrationslager, wohin bis 1944 21.000 ungarische Juden deportiert wurden. Die meisten dieser Menschen überlebten auf Grund einer Abmachung zwischen dem Komitee für Hilfe und Rettung und Adolf Eichmann. 1945 wurde der Ort duch einen massiven alliierten Bombenangriff auf den Verschubbahnhof schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich Strasshof sehr rasch und wurde 1956 zur Marktgemeinde erhoben.

Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Strasshof an der Nordbahn wurde im Jahr 1954 gegründet. Sie folgte der damaligen Eisenbahnerfeuerwehr, gegründet 1911. Feuerwehrkommandant ist HBI Richard Fischer (seit 2006). Die Feuerwehr Strasshof besitzt 11 Einsatzfahrzeuge, 125 Mitglieder und leistet rund 200 Einsätze jährlich.

Sportverein

Der Sportverein Strasshof wurde im Jahr 1919 gegründet. Obmann Reinhard Unzeitig (seit 2006)

Demografische Entwicklung

2003 hatte die Marktgemeinde 7361 Einwohner. 2001 gab es 6993 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 5673 Einwohner, und im Jahr Einwohner.

Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist seit der Gemeinderatswahl vom 6. März 2005 Herbert Farthofer. Amtsleiter ist Michael Gintenreiter. Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 29 Sitzen folgende Mandatsverteilung:

Die Dominanz der SPÖ ist unter anderem durch die Tradition als Eisenbahner-Siedlung historisch erklärbar. Auch der massive Zuzug aus der liberal und ökologisch geprägten städtischen Bevölkerung während der letzten 40 Jahre wirkte sich aus.

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr , land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 8. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung . Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,76 Prozent.

Anfang 2005 entdeckte die OMV in der näheren Umgebung große Erdgaslagerstätten mit einem Volumen von vier Milliarden Kubikmeter. Mit der Förderung aus diesem Lager, die Anfang 2008 beginnen soll, kann die derzeitige Förderung um ca. ein Drittel gesteigert werden.[1]

Wissenswertes

  • Das Ortswappen von Strasshof besteht aus zwei Teilen: Oben befindet sich die „Stolze Föhre“ auf rotem Grund; unten befindet sich ein geflügeltes Eisenbahnrad auf blauem Grund.
  • Jedem, der schon mal durch Strasshof durchgefahren ist, wird es als sehr langer Ort in Erinnerung geblieben sein. Tatsächlich erstreckt sich der Großteil des Ortsgebietes entlang der B 8. Die Länge der Ortschaft beträgt rund 6,5 km wobei es an der breitesten Stelle gemessen nur 1,5 km breit ist.
  • Strasshof ist in 5 Ortsteile unterteil: Im Nord Westen befindet sich das „Bartoschviertel“; im Osten befindet sich der Ortsteil „Silberwald“, welcher in zwei Teile unterteilt ist, nördlich der Hauptstrasse befindet sich Silberwald I, südlich der Hauptstrasse befindet sich Silberwald II; Quasi Zentral, südlich der Hauptsraße befindet sich das „Waldviertel“ und südwestlich befindet sich der Ortsteil „Drei Schlüssel Äcker“
  • Der älteste Ortsteil befindet sich im „Bartoschviertel“, nördlich des Bahnhofes. Hier stehen noch alte Villen aus der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert sowie das Kriegerdenkmal aus dem ersten Weltkrieg.
  • Strasshof grenzt unmittelbar (Straße an Straße) an zwei Ortschaften. Im Süden trennt die Grenzstraße, Strasshof von Gänserndorf-Süd. Im Norden hinter dem Bahnhof Silberwald grenzt unmittelbar ein Siedlungsteil von Schönkirchen-Reyersdorf an.
  • Strasshof hat eine eng verbundene Geschichte mit der Entwicklung der Eisenbahn in Österreich. Aus diesem Grund führt Strasshof in seinem Wappen ein geflügeltes Eisenbahn Wagenrad. Eines der Wahrzeichen von Strasshof ist daher eine Dampflokomotive die in der Ortsmitte (Waldviertel) an der B8 Aufgestellt ist. Dabei handelt es sich um eine Dampflok der Serie 52.7593, Hergestellt von der LOFAG Wien Floridsdorf, aus dem Jahre 1941. Die Lok hatte ein Dienstgewicht von 144 Tonnen.
  • Das zweite Wahrzeichen von Strasshof ist die „Stolze Föhre“, welche sich ebenfalls im Ortswappen befindet. Dabei handelt es sich um eine Schwarzföhre die vor rund 230 Jahren gepflanzt wurde. Diese Pflanzungen wurden damals von Kaiserin Maria Theresia veranlasst, um das Marchfeld vor der Verödung durch Flugsand zu bewahren. Die stolze Föhre steht sei dem 6. März 1968 unter Naturschutz.
  • Im alten Heizhaus von Strasshof (ehemalige Dampflok Remise) befindet sich das Eisenbahnmuseum (siehe Museen).
  • Die Flugfeldstraße in Strasshof erinnert an ein ehemaliges Flugfeld dass sich in den 1920er Jahren in Strasshof befand.
  • In Strasshof gibt es zwei „Erhebungen“ welche jedoch beide von Menschenhand geschaffen wurden. Im Ortsteil Waldviertel südlich der B8 gibt es einen Hügel, der während der Napoleonkriege als Feldherrenhügel aufgeschüttet wurde, da es keine natürlichen Erhebungen gab. Gleich daneben befindet sich der „Rodelberg“ der in den 1970er Jahren von der Gemeinde aufgeschüttet wurde um im Winter (wie der Name schon sagt) zum Rodeln und Schifahren benutzt werden kann.
  • Der 1975 gegründete Gewerbering Strasshof rief schon damals die Marchfeld-Messe ins Leben. War es früher eine kleine Veranstaltung im Haus der Begegnung, hat sich dieses Ereignis in den Letzen 15 Jahren zu einem Megaevent entwickelt. Rund 120 Aussteller aus dem Marchfeld haben die Möglichkeit ihre Produkte und Service, auf dem eigens dafür adaptierten Messegelände, auszustellen. Begleitet werden die 3 Messetage von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm, wie z. B. Kabarett, Tanz, etc…
  • Traurige Bekanntheit erlangte der Ort durch die Entführung von Natascha Kampusch. Sie war dort fast achteinhalb Jahre lang im Keller eines Einfamilienhauses gefangen gehalten worden, bis ihr am 23. August 2006 die Flucht gelang. Der Entführer Wolfgang Priklopil beging am Abend desselben Tages Suizid.

Museen

Weblinks

Quellen

  1. Ölsuche nach der Gemüseernte, Der Standard: Günther Strobl, 20. Oktober 2006, S. 24
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