Streckenkilometer

Streckenkilometertafel als rückstrahlende Metalltafel an einem Oberleitungsmast bei Streckenkilometer 122,6 und genauer 122,605 (kleine Zahl unten rechts)
Streckenkilometertafel als rückstrahlende Metalltafel an einem Oberleitungsmast bei Streckenkilometer 122,6 und genauer 122,605 (kleine Zahl unten rechts)

Die Eisenbahnstrecken der deutschen Eisenbahnen sind durchgehend kilometriert. Der Gesetzgeber schreibt sie nicht mehr wie früher in der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung zwingend vor, dennoch sind sie überall an den Eisenbahnstrecken vorhanden. Diese Kilometrierung nennt man Streckenkilometer. Dieser ist vergleichbar mit dem Kilometerstein im Straßenverkehr. Bei der Bahn gibt es die Varianten des Hektometersteins – alle 100 Meter – und auf elektrifizierten Strecken gibt es die Streckenkilometertafeln mit Grobangabe und (kleiner geschrieben) Meterkorrektur.

Das Streckennetz der Deutschen Bahn AG ist im 200-m-Abstand kilometriert. In den Anfangszeiten der Bahn wurde neben dem Gleis auf den Eisenbahnstrecken ein Kilometerstein im Abstand von 200 Metern gesetzt. Um auch bei widrigen Wetterverhältnissen ein besseres Erkennen zu ermöglichen, wurden entlang der Strecken Hektometerzeichen an Gittermasten (Fahrleitungsmast, Signalmast) sowie an Tunnelwänden und Betonmasten angebracht. Blechtafeln ersetzten die alten Streckenkilometersteine, da der Wartungsaufwand (Farbanstrich, Gebüschrodung) eingespart werden konnte. Die Streckenkilometertafeln, auch Abteilungszeichen benannt, sind an mehrgleisigen Strecken beiderseits angebracht bzw. aufgestellt.

Jedes Abteilungszeichen enthält die Kilometerangabe in Form von zwei übereinanderstehenden Zahlen, wovon die obere die Angabe des vollen Kilometers und die untere die Angabe der fortlaufenden 100 Meter in ganzen Zahlen darstellt. Aufgrund der ganzzahligen 100-m-(Hektometer)-Angabe spricht man auch von Hektometerzeichen. Beispiel: Das Abteilungszeichen mit der Aufschrift 122 - 6 befindet sich bei Streckenkilometer 122,6.

Der Triebfahrzeugführer benötigt diese Streckenkilometer-Angaben um eine sichere Zugfahrt durchführen zu können. Er findet die Kilometrierung in den betrieblichen Unterlagen wie dem Buchfahrplan oder dem EBuLa. Sie gibt ihm Hinweise auf Geschwindigkeitswechsel, Signalstandorte, Bremsweglänge, Bremswegabstand zu den Haupt- und Vorsignalen, Bahnübergängen, Haltepunkte, Beginn und Ende von Langsamfahrstellen und einiges mehr. An den Streckenkilometerangaben sind auch die orangen Kennzeichnungen der Abschnitte mit Notbremsüberbrückung zu finden.

Die Streckenkilometerangaben lassen in Deutschland in Verbindung mit der VzG-Streckennummer eine genaue Lokalisierung jedes beliebigen Punkts im Eisenbahn-Streckennetz zu, welche beispielsweise nach Unfällen das sichere Heranführen von Rettungskräften (Hilfszug) auch bei Dunkelheit, Nebel, in schwierigem und unübersichtlichem Bahngelände zulassen.

An Betriebsstellen wie Bahnhöfen können verschiedene Eisenbahnstrecken zusammentreffen, so dass hier in kurzem Abstand unterschiedliche Streckenkilometerstände anzutreffen sein können (siehe Bilder des Karlsruher Hbf).

Während der Triebfahrzeugführer bei Kilometernangaben meist nur in Schritten von 100 Metern arbeitet, sind in Bahnhofsunterlagen für Fahrdienstleiter oder technisches Personal die Angaben auf den Meter genau. Die Standorte werden hier auch in Streckenkilometern angegeben, zum Beispiel: km 74,135.

Abteilungszeichen werden in Form von Hektometersteinen und Hektometertafeln verwendet:

Inhaltsverzeichnis

Hektometersteine

Hektometersteine – umgangssprachlich auch Kilometersteine genannt – sind in den Boden gelassene Steinquader mit Aufschrift entlang von Bahnanlagen, die zwecks Sichtbarkeit ca. 50 cm aus dem Erdreich ragen. Sie bestehen aus bearbeitetem Stein oder aus Beton und tragen eingemeißelte oder auflackierte, bei der Betonvariante auch eingegossene Angaben. Die Angaben beziehen sich auf die Kilometrierungslinie von Gleisen und werden rechtwinklig zu dieser Achse entlang des Bahnkörpers angebracht.

Ein oftmals seitlich an einem Hektometerstein angebrachter waagerechter, schwarzer Pfeil gibt die Richtung an, die zum nächstgelegenen Fernsprecher führt.

Vor allem an bei unelektrifizierten Strecken und Nebenbahnstrecken finden sich noch Abteilungszeichen in Form von Hektometersteinen.

Hektometertafeln

Heute werden Hektometersteine jedoch mehr und mehr von Hektometertafeln aus Blech verdrängt, die in der Herstellung wesentlich billiger sind. Vor allem auf elektrifizierten Bahnstrecken können diese einfach und für den Triebfahrzeugführer besser sichtbar an den Oberleitungsmasten befestigt werden.

Die Deutsche Bahn AG verwendet rückstrahlende Blechtafeln, die an den Oberleitungsmasten befestigt oder an nicht elektrifizierten Strecken an Pfosten neben dem Gleis aufgestellt sind.

Da Oberleitungsmasten in festen Abständen stehen und sich meist nicht exakt an der Stelle eines vollen Hektometers befinden, stimmen die Angaben der daran angebrachten Tafeln in der Regel nicht ganz mit der exakten Kilometrierung überein. Deshalb ist die entsprechende Abweichung auf jeder Tafel unten rechts als kleine dreistellige Zahl in Metern angegeben. So bedeutet die Angabe 122 - 6 mit der tiefgestellten Zahl 605, dass sich diese Hektometertafel an Streckenkilometer 122,6 und genauer 122,605 befindet.

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