| Seriendaten | |
|---|---|
| Originaltitel: | Stromberg |
| Produktionsland: | Deutschland |
| Produktionsjahr(e): | seit 2004 |
| Produzent: | Brainpool |
| Länge pro Episode: | ca. 28 Minuten |
| Episodenzahl: | 26 in 3 Staffeln |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Idee: | Ralf Husmann |
| Genre: | Comedy, Mockumentary |
| Erstausstrahlung: | 11. Oktober 2004 |
| Fernsehsender (de): | ProSieben |
| Besetzung | |
| Nebencharaktere | |
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Stromberg ist eine deutschsprachige Comedy-Fernsehserie.
Sie wird seit Oktober 2004 auf dem deutschen Privatsender ProSieben mit einem Sendeplatz nach der Prime-Time sowie zu verschiedenen Sendezeiten auf dem Spartensender Sat.1 Comedy ausgestrahlt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Serie ist eine Parodie auf die beim Fernsehpublikum beliebten Doku-Soaps (siehe auch Mockumentary). So werden gelegentlich durch die Kameraführung heimlich vorgenommene Aufnahmen suggeriert, und die Charaktere interagieren mit der Kamera.
Ort der Handlung, der nach dem Gruppenleiter bzw. (stellvertretenden) Abteilungsleiter Stromberg benannten Serie, ist das fiktive mittelständische Unternehmen „Capitol Versicherung AG“ in Köln, in dem ein skurriler Büroalltag zwischen Machismo und Mobbing herrscht. Es wurde fast ausschließlich im Bürogebäude gedreht.
Die Sendung wurde inspiriert von der BBC-Fernsehserie The Office. Ursprünglich wurde aber auf diese Quelle nicht hingewiesen, weshalb die BBC, die in Stromberg zu viele Gemeinsamkeiten mit der eigenen Produktion sah, der deutschen Produktionsfirma Brainpool mit einer Urheberrechtsklage drohte. Seit der zweiten Staffel wird deshalb im Abspann der Serie explizit darauf hingewiesen: „Stromberg – Inspired by the UK BBC series „The Office“ created by Ricky Gervais and Stephen Merchant“. Ob es hinter den Kulissen zusätzlich zu einer Abfindung kam, bleibt offen, jedoch betonte Ricky Gervais, dass man mit der Einigung „höchst zufrieden“ sei.[1] Weitere (von der BBC autorisierte) Adaptionen der britischen Serie entstanden in den USA (ebenfalls The Office) und Frankreich (Le Bureau).
Trotz leicht unterdurchschnittlicher Quoten der insgesamt acht Folgen umfassenden ersten Staffel wurde dank starkem Fan-Interesse und guter Kritiken eine zweite Staffel mit zehn Folgen produziert und ab September 2005 ausgestrahlt. Die dritte Staffel mit acht neuen Folgen war ab März 2007 auf ProSieben zu sehen. Mittlerweile wurde eine vierte Staffel offiziell angekündigt. Sendetermin und Folgenanzahl sind allerdings noch nicht bekannt.[2]
Die Hauptfigur Bernd Stromberg ist zu Beginn der Serie im Betrieb „Bereichsleiter Schadensregulierung von M bis Z“, ab Folge sieben der ersten Staffel dann „Stellvertretender Leiter Schadensregulierung“. Der egoistische und selbstgerechte Macho, der sich oft in Metaphern und Vergleichen verliert, sieht seine Kollegen – welche er vornehmlich mit Spitznamen versieht – als Mittel zum Zweck. „Büro-Ekel“ Stromberg, wie man ihn mit einem Begriff charakterisieren kann, ist der überzogene Urtyp eines (allerdings inkompetenten und auch nicht zu eifrigen) Karrieremenschen, der sich - stets Geradlinigkeit und Konsequenz vorgebend - wie eine Fahne im Wind dreht, und dabei seine Untergebenen zu Instrumenten seiner in aller Regel vergeblichen Profilierungsversuche macht. Allerdings auch dies nur mit vorgetäuschter Konsequenz: In Situationen, die tatsächlich die Ausübung von Autorität verlangen, scheut er nervös vor jeder Konfrontation auch mit Untergebenen zurück.
Zielscheibe seiner Witze sind gleichermaßen Frauen, Behinderte, Einwanderer und sämtliche andere Gruppen. Bei aller Boshaftigkeit seiner Person übt er doch zugleich die größte (humoristische) Anziehungskraft aus. In einigen seltenen Folgen bricht die „Kompetenz“-Maskerade von Stromberg so weit zusammen, dass dieser sich seine Fehler eingestehen muss, und – manchmal sogar unter Tränen – seine menschliche Seite offenbart. Er ist 45 Jahre alt und (unglücklich) verheiratet, im Laufe der 2. Staffel lässt seine Frau sich jedoch von ihm scheiden. Daraufhin versucht er in der dritten Staffel, mit der neuen Mitarbeiterin Jennifer Schirrmann anzubändeln, muss jedoch mit der farblosen, aber in ihn verknallten Nicole Rückert vorliebnehmen.
In der ersten Staffel bewerben sich Stromberg und der Kollege Turculu um den Posten des Leiters der zusammengelegten Schadensregulierung. Die Stelle erhält in der zweiten Staffel aber der von Außen kommende Timo Becker. Er ist es auch, der Stromberg zum Ende der zweiten Staffel wegen dessen diverser Fehltritte in das Archiv versetzt. Zu Beginn der dritten Staffel wird Stromberg wegen der Wirkung der ausgestrahlten Fernsehdokumentation und der realen - und adaptiert in die erste Folge der dritten Staffel eingebauten - TV-Werbespots für ein DSL-Produkt, die Herbst in seiner Rolle Stromberg drehte, wieder auf den Posten des stellvertretenden Leiters der Schadensregulierung zurückgeholt.
Aus Verärgerung über die Entwicklung bewirbt sich Stromberg bei der Helios, einem konkurrierenden Versicherungsunternehmen. Ihm wird auch die Stelle als Abteilungsleiter zugesagt, gleichwohl erhält er sie letztlich nicht, da er bei der Bewerbung log. Nur mit großer Mühe kann Stromberg das bereits abgegebene Kündigungsschreiben zurückerlangen.
Berthold „Ernie“ Heisterkamp ist der etwas trottelige und immer halb durchgeschwitzte, aber doch ehrgeizige und oftmals kompetente Kollege. Er ist beliebtes Ziel von Kollegenspäßen und manchmal sogar Mobbings, dem er zumeist mit Wutausbrüchen und Forderungen nach Abmahnungen entgegentritt. Berthold, der von allen nur Ernie genannt wird (wegen „Ernie & Bert“ aus der Sesamstraße), ist ein typischer „Streber“, der dem Chef immer zur Seite steht. In der zweiten Staffel, in welcher Strombergs Vorgesetzter Herr Becker Ernie mehr Kompetenzen zuschreibt, sorgen Ernies mangelndes Taktgefühl, seine fehlende soziale Kompetenz („social skills“) sowie eine Intrige von Stromberg gegen ihn für einen nur kurzen Auftritt als „zweiter Chef“. Neben all dem ist Ernie ein großgebliebenes Kind (er liest Yps und Phantom, hatte einen engen Kontakt zu seiner Mutter und sammelt Figürchen), ein Romantiker, der die Frauen verwöhnt, auch mit seinen Massage- und Tanzkenntnissen, und ein Anwender von Telefonfloskeln wie „Tschüssing“, „wunderbärchen“, „Okäse“, „Bis baldrian“ oder „d’accordeon“ (frz. d’accord = alles klar).
Heisterkamp wird ständig von Ulf Steinke und Stromberg gemobbt, wogegen er sich erfolglos zu wehren versucht. Er ist bis Mitte der zweiten Staffel unglücklicher Single, was unter anderem auf seinen Charakter und sein Äußeres zurückzuführen ist. Er schreibt sich selbst Liebesbriefe, die er dann in einem Büroordner ablegt, um damit anzugeben. Aufgrund Ernies recht unleserlichen Schrift, die in den Liebesbriefen unschwer zu erkennen ist, bringt Steinke die Wahrheit ans Licht. Seine Liebe zu Tanja Seifert bleibt unerwidert. Er missversteht auch jede nette Geste seiner Kolleginnen als Liebesbeweis und fantasiert sich etwa eine Beziehung zu der Betriebsrätin Sabine Buhrer zurecht.
Nach einem Aufruf am Ende der ersten Staffel, interessierte Frauen mögen sich doch bitte bei ihm melden, verliebt sich die attraktive dunkelhäutige Krankenschwester Vanessa in ihn, die beim Bowlingabend erstmals auftritt. Sie leidet jedoch unter Ernies übermäßigem Einsatz für die Capitol, insbesondere für Stromberg und versucht Ernie klar zu machen, dass er nur ausgenutzt wird. Aufgrund seines Unverständnisses scheitert die Beziehung am Ende der zweiten Staffel. Kurz darauf stirbt auch noch Ernies Mutter, was ihn in den ersten Folgen der dritten Staffel an den Rand des Zusammenbruchs bringt. Unverhofft erbt er das Vermögen seiner Mutter und wird dadurch auf einen Schlag wohlhabend, was ihn folgend animiert, in der Firma mit dem Geld anzugeben.
Ulf Steinke ist der prototypische Macho, dem der Büroalltag eher lästig zu sein scheint. Alle Änderungen in den Arbeitsvorgängen überfordern ihn und er ist auch nicht bereit, sich eingehend mit ihnen zu befassen. Lieber kümmert er sich um seine Kumpels, Fußball, Autos und anderen „Männerthemen“. Er ist oftmals der einzige der Mitarbeiter, der über Strombergs Witze gegen andere lacht – sei es auch nur, wenn in der Abteilung ein Arbeitsplatz gekündigt werden soll. Er lässt sich deshalb auch von Stromberg in jeder Hinsicht manipulieren, wenn der ihn auffordert, nicht den Aufforderungen von Frauen nachzugeben. Seine eigenen Attacken richten sich hauptsächlich gegen seinen Kollegen Berthold. Trotz seiner Unfähigkeit, mit Emotionen umzugehen, interessieren sich jedoch häufiger attraktive Frauen für ihn. Ulf kommt im Laufe der ersten Staffel mit der attraktiven Kollegin Tanja Seifert zusammen. Nachdem er sich kurzfristig von Tanja Seifert trennte, hat er eine kurzzeitige Beziehung mit Sabine Buhrer. In der zweiten Staffel verlobt er sich mit Tanja. Mit deren Bemühungen, eine gemeinsame Wohnung zu suchen, kann er lange Zeit nichts anfangen. Er bekommt kalte Füße und flirtet deshalb heftig mit Jennifer Schirrmann.
Tanja Seifert ist eine recht beliebte Kollegin, die mit Ulf zusammen ist. Hier und da ist sie den meist recht plumpen Flirtattacken von Stromberg ausgesetzt. Sie unterstützt aber auch oftmals Kolleginnen und Kollegen und steht ihnen zur Seite, wenn z.B. Stromberg einmal wieder verbale Attacken verteilt. Sie ist eine attraktive Angestellte, deshalb wird sie auch zu Ulfs Missfallen von Ernie sehr gemocht.
Tanja Seifert steht außerdem Erika stark zur Seite, nachdem sie von Stromberg „wieder mal“ gekündigt wurde. Tanja und Ulf verkörpern in der Serie in (nur) leicht übersteigerter Weise den klassischen Konflikt zwischen „typisch“ männlichen und weiblichen Denk- und Verhaltensweisen und geraten deshalb regelmäßig aneinander, sogar während ihrer Verlobungszeit.
Am Ende der dritten Staffel ziehen beide zusammen.
Erika Burstedt ist die korpulente Kollegin, die oftmals ihre Finger in das Essen der anderen steckt. Ihr Aussehen ist beliebtes Ziel von Strombergs Scherzen. Ihre Kompetenz beweist sie in einer Folge, in der der Großkunde Herr Petersen sie zum Vertragsabschluss erwünscht, da sie mehr Fachkenntnisse als ihr Vorgesetzter Stromberg aufweist. Erika ist alles in allem eine gute Seele, auch wenn sie wie alle anderen Kollegen dem gelegentlichen Spaß gegen Berthold und andere nicht abgeneigt ist. Sie ist seit langen Jahren verheiratet und gutgläubig bezüglich ihrer wenigen (vermeintlichen) männlichen Verehrer, z.B. aus dem Außendienst. Erika ist Mitglied der SPD und fordert gegenüber ihren Vorgesetzten wie Stromberg immer wieder ihre Rechte als Arbeitnehmerin ein. So kandidiert sie in der dritten Staffel für den Betriebsrat, verliert aber gegen den von Stromberg aufgebauten Kandidaten, der ihre Wahl verhindern will.
In der ersten Staffel wird Erika von Stromberg entlassen, klagt sich jedoch mit Hilfe des Betriebsrats zu Beginn der zweiten Staffel zurück. Nach dem verlorenen Wahlkampf für den Betriebsrat und den Neckereien durch Stromberg wegen der Niederlage erleidet sie einen Herzinfarkt, wird in ein Krankenhaus auf die Intensivstation gebracht und stirbt daraufhin in der letzten Folge der dritten Staffel.
Trotz der Anerkennung der Kritiker und einer großen Fangemeinde tat sich die Serie von Anfang an schwer, den von ProSieben angestrebten Marktanteil von 13 bis 14 Prozent in der Zielgruppe zu erreichen. Die Folgen der ersten Staffel lagen im Schnitt bei unter 10 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe, die zweite Staffel schaffte auf dem günstigeren Sendeplatz am Sonntagabend eine durchschnittliche Einschaltquote von ungefähr elf Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen. Die dritte Staffel erreichte erstmals Quoten über dem Senderschnitt, allerdings auf einem deutlich späteren Sendeplatz. Die absoluten Zuschauerzahlen gingen hingegen von Staffel zu Staffel zurück.[3]
Fans der Serie schätzen diese speziell wegen ihres Humors, der deutlich subtiler sei als bei vergleichbaren Comedyformaten. Gleichzeitig kritisiert ein Teil dieser Fangemeinde jedoch auch die Veränderungen, die zu Beginn der zweiten Staffel vorgenommen wurden. So wurde zum einen mit Herrn Becker (gespielt von Lars Gärtner) eine neue Hauptfigur eingeführt, die Stromberg als Abteilungsleiter ablöst, zum anderen wurden die Charaktere Frau Berkel und Herr Turculu, die aus der ersten Staffel bekannt waren, aus der Serie gestrichen.