Stromrichterhalle

Eine Stromrichterhalle, auch Ventilhalle genannt, ist ein Gebäude, in dem bei einer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Anlage die Stromrichterventile (Thyristoren, bei älteren Anlagen auch Quecksilberdampfgleichrichter) untergebracht sind. Diese erzeugen aus einem Wechsel- einen Gleichstrom.

Quecksilberdampfgleichrichter werden hierbei in der Stromrichterhalle auf Isolatoren aufgestellt, während Thyristorventile entweder auf Isolatoren aufgestellt oder an der Decke aufgehängt werden. Letzteres erfordert zwar eine stabilere Deckenkonstruktion, die Halle kann aber ggf. Erdbeben besser überstehen als eine mit stehenden Ventilen. Häufig werden hierbei mehrere Ventilfunktionen in einem Element vereint (Thyristorturm).

Neben der Stromrichterhalle befindet sich oft ein zusätzliches Gebäude, in dem die Ansteuerelektronik, Geräte für die Ventilkühlung und Ventilüberwachung, Einrichtungen für die Stromversorgung der Hilfseinrichtungen sowie Sozialräume untergebracht sind.

Da die Stromrichter im Betrieb eine hohe elektrische Spannung gegen Erde führen, darf die Stromrichterhalle während des Betriebs der Anlage nicht betreten werden. Im Regelfall ist daher, um einen Blick auf die Anlage werfen zu können, in dem Nebengebäude, von dem die Steuerung erfolgt ein Fenster vorgesehen. Da zahlreiche Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Anlagen ferngesteuert werden, sind auch häufig Fernüberwachungsgeräte installiert.

Bei manchen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Anlagen, wie der HGÜ Cabora-Bassa wurden Stromrichterventile verwendet, die in ölgefüllten Behältern im Freien aufgestellt werden. Bei solchen Anlagen, die aber die Ausnahme darstellen, gibt es keine Stromrichterhalle.

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