Structured-Entity-Relationship-Modell
Die Strukturierte Entity Relationship Modellierung (SERM) erhebt den Anspruch, die Datenmodellierung nach der Entity-Relationship-Methode zu erweitern. Sie wurde ursprünglich 1989 von Prof. Dr. Elmar Sinz (Universität Bamberg) veröffentlicht und wird vor allem in der SAP-Welt für die Datenmodellierung angewendet.
Ziele
- Strukturierung großer Datenschemata durch quasihierarchische Anordnung (siehe: Typen von Graphen in der Graphentheorie) der Entitytypen (von links nach rechts)
- Visualisierung von Existenzabhängigkeiten durch Beziehungssemantik
- Vermeidung von Inkonsistenzen durch Nichtzulassen von Zirkelbezügen
- Vermeidung unnötiger Relationstypen durch Schlüsselvererbung
Die Datenobjekttypen in einem SERM können entweder originär oder abhängig sein. Die Abhängigkeit kann einseitig sein oder wechselseitig.
Darstellungsregeln für SER-Diagramme
- Beziehungen zwischen den Datenobjekttypen werden als gerichtete Kanten dargestellt. Die Richtung verläuft von Rechteck zu Raute.
- Jede Kante wird im SER-Diagramm von links nach rechts dargestellt.
- SER-Diagramme können Kreise enthalten, aber niemals Zyklen. Ein Kreis wird durch eine geschlossene Kantenfolge repräsentiert, ein Zyklus ist eine geschlossene Kantenfolge, bei der die Kantenrichtung beachtet wird).
- Die Kanten eines SER-Diagrammes geben Aufschluß über die Relation zwischen den Typen. Kanten werden mit PK für Primary Key und FK (foreign key) beschriftet (im Beispiel nicht zu sehen).
Grafische SERM-Symbole

Beispiel Datenmodell

- Kunden und Artikel sind unabhängige (originäre) Entities. Ihre Existenz ist von nichts anderem abhängig.
- Jeder Auftrag bezieht sich genau auf einen Kunden. Aufträge ohne Kunden sind unzulässig (Auftrag ist ER-Typ), Kunden ohne Aufträge dagegen erlaubt (Kunde ist E-Typ).
- Zu jedem Auftrag gehört mindestens eine Auftragsposition. Auftrag und Auftragsposition sind wechselseitig abhängig.
- Jede Auftragsposition bezieht sich auf einen Artikel. Ein Artikel kann in mehreren Auftragspositionen vorkommen.
- Jede Rechnung bezieht sich auf genau einen Kunden. Kunden ohne Rechnungen sind wiederum zulässig, nicht jedoch Rechnungen ohne Kunden.
- Zu jeder Rechnung gehört mindestens eine Rechnungsposition. Rechnung und Rechnungsposition sind wechselseitig abhängig.
- Jede Rechnungsposition bezieht sich auf genau eine Auftragsposition. Eine Auftragsposition kann berechnet sein oder nicht.
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