Die Strumpfhose ist ein enganliegendes Beinkleidungsstück (Hose, Beinkleid), das die Füße mit einschließt (ohne Fußteile siehe Leggings). Sie bedeckt den Körper etwa vom Bauchnabel abwärts bis zu den Zehenspitzen. Der Bereich vom Bund bis zum Ansatz der Oberschenkel wird als Höschenteil bezeichnet. Für besseren Tragekomfort und bessere Haltbarkeit ist die Strumpfhose häufig im Schrittbereich (Zwickel) sowie an den Fersen und Spitzen verstärkt. Bei einigen Nylonstrumpfhosen ist das komplette Höschenteil verstärkt, sodass es dicker (und damit dunkler) wirkt als der Rest der Strumpfhose. In der Regel wird unter der Strumpfhose zusätzlich Unterwäsche getragen.
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Strumpfhosen werden aus zwei bis drei Einzelteilen hergestellt:
Die Geburtsstunde der modernen Feinstrumpfhose verdanken wir der Modemacherin Mary Quant, die den Minirock in den 1960er Jahren populär machte. Der Rocksaum rutschte immer höher und darunter hervorschauende Strapse und sichtbar befestigte Nylonstrumpfsäume hätten peinlich gewirkt. Die Entwicklung der Feinstrumpfhose, die weder rutschte, kratzte, einengte noch unnötig wärmte, empfanden viele Frauen als Zuwachs an Bequemlichkeit und Tragekomfort.
Tatsächlich aber sind Strumpfhosen schon wesentlich älter und wurden ursprünglich nur von Männern getragen. Die heutige Form der Unterhose, so wie wir sie für beide Geschlechter kennen, setzte sich erst seit 1928 durch und war im Mittelalter gänzlich unbekannt. Männer und Frauen trugen prinzipiell die gleiche Unterwäsche, weit geschnittene Gewänder aus Baumwolle oder Leinen. Erst als der Rock des Mannes kürzer wurde, bürgerten sich gestrickte oder gewebte Beinlinge ein, die zunächst bis zur Hüfte gingen und dort mit Bändern an einer Art Unterhose befestigt waren. Später entstanden hieraus die ersten gestrickten Strumpfhosen. Mitte des 17. Jahrhunderts kamen Pluderhosen in Mode, die am Knie enganliegend saßen. Hierdurch wurde die Trennung von Unterhose und Strümpfen begünstigt.
Feinstrumpfhosen bestehen zumeist aus Nylon oder Lycra, aber auch Seide wird verwendet. Sie sind in unterschiedlichen Fadenstärken erhältlich, sodass sie sowohl fast transparent als auch blickdicht hergestellt werden können. Sie werden aus sehr dünnen Fäden hergestellt und sind dementsprechend empfindlich (siehe: Laufmasche). Feinstrumpfhosen werden in praktisch allen erdenklichen Farben produziert, die beliebtesten sind jedoch transparent bzw. hautfarben und schwarz.
Die den- und dtex-Zahlen geben Auskunft über die Dicke des bei der Herstellung einer Nylonstrumpfhose verwendeten Fadens. Obwohl beide Werte als Maß für die Durchsichtigkeit des Bekleidungsstückes benutzt werden, geben sie eigentlich das Gewicht des verwendeten Fadens bezogen auf die Länge an.
den ist eine Abkürzung für Denier und gibt das Gewicht des Fadens in Gramm bei einer Länge von 9.000 Metern an. dtex steht für dezitex und meint das Gewicht eines Fadens mit 10.000 Metern Länge. Die Werte werden stets ganzzahlig angegeben. Die Angabe in den ist in Deutschland weiter verbreitet. Die den-Zahlen üblicher Feinstrumpfhosen bewegen sich zwischen 3 (extrem dünn) und 150 (blickdicht und warm), eine einfache gängige Nylonstrumpfhose hat üblicherweise etwa 20 den.
Strickstrumpfhosen werden aus dickeren, gesponnenen Garnen hergestellt als Feinstrumpfhosen, meistens aus Baumwolle oder Wolle mit einer Beimischung von Synthetikfasern wie zum Beispiel Elasthan, das die Strumpfhose dehnbar macht. Sie werden mit speziellen Strickmaschinen hergestellt. Strickstrumpfhosen sind dicker und wärmer als Feinstrumpfhosen. Es gibt sie sowohl glatt gestrickt als auch mit strukturierter Oberfläche (unterschiedlich breit gerippt oder mit Zopfmuster).
Unter Glanzstrumpfhose versteht man eine meist stark glänzende Strumpfhose, wie sie z. B. im Tanzsport oder beim Eiskunstlauf getragen wird. Da diese Strumpfhosen häufig bei diesen Sportarten sehr beansprucht werden, sind sie sehr widerstandsfähig gegen Laufmaschen und andere Beschädigungen.
Patienten mit Venenleiden sind häufig gezwungen, spezielle Stützstrumpfhosen zu tragen. Diese sind besonders eng und üben dadurch einen definierten Druck auf die Beine aus. Dieser Druck ist bei Kompressionsstrumpfhosen stärker als bei Stützstrumpfhosen.
Zusätzlich werden Strumpfhosen produziert, die speziellen Bedürfnissen entgegen kommen. Beispiele dafür sind:
Strumpfhosen wurden bereits zur Zeit der Renaissance getragen, waren damals jedoch ausschließlich Männern vorbehalten. Sie waren im 14. und 15. Jahrhundert weit verbreitet und kamen im 16. sowie 18. Jahrhundert nochmals auf. Danach verschwanden sie vorläufig.
Nachdem Strumpfhosen lange nicht getragen wurden, kamen sie im 20. Jahrhundert langsam wieder auf. In den zwanziger Jahren wurden sie teilweise von Tänzern getragen, erfuhren jedoch keine allgemeine Verbreitung. Auch mangelte es an strapazierfähigen Fasern (Polyamide wurden erstmals 1937 synthetisiert) und elastischem Gewirke.
Gegen Ende der fünfziger Jahre kamen die ersten Nylonstrumpfhosen für Frauen auf den Markt. Es war nun durch Weiterentwicklung der Textilmaschinen möglich geworden, die bislang schon produzierten Nylonstrümpfe mit einem Höschenteil zu versehen, sodass einer Massenfertigung nichts mehr im Wege stand. Die Sechziger brachten dann den endgültigen Durchbruch. Die Nylonstrumpfhose löste zur Zeit des Minirocks die bis dahin üblichen Nylonstrümpfe mit Strumpfhalter und Hüftgürtel weitgehend ab, hatte aber zunächst noch eine sichtbare Verstärkung im Schritt (Zwickel). Die Notwendigkeit auch noch auf diese zu verzichten ergab sich erst mit dem Aufkommen der „Hot Pants“ (1971). Strumpfhosen hatten den Vorteil, dass sie die Oberschenkel und den Unterleib komplett bedeckten, was ihnen aber wegen der damit verbundenen Einschränkung des optischen Reizes den Beinamen „Liebestöter“ einbrachte. Im Übrigen waren sie bequemer, da man sich nicht mit Strumpfhaltern oder -bändern herumzuplagen brauchte.
Neben Nylon war auch das chemisch verwandte Perlon in Gebrauch.
Nylonstrumpfhosen wurden schnell zum Massenprodukt in den westlichen Staaten, im Ostblock waren sie dagegen noch lange ein knappes Gut, so auch in der DDR. Hier wurde ein zum Nylon ähnliches Material verwandt, das Dederon.
Etwa zur gleichen Zeit kamen verstärkt Strickstrumpfhosen auf den Markt. Sie wurden zum Schutz vor Kälte unter langen Hosen getragen, seltener zu Röcken und Kleidern, da hier die Nylonstrumpfhose als feiner galt.
Weiterhin wurde die Strickstrumpfhose ab den sechziger Jahren ein sehr weit verbreitetes Kleidungsstück für Kinder. Mädchen tragen sie seitdem unter Röcken und Kleidern, Jungen in der kälteren Jahreszeit unter langen Hosen. Manche Jungen trugen in den Sechzigern Strickstrumpfhosen aber auch in Verbindung mit kurzen Hosen. Die Strumpfhose ersetzte hier lange Wollstrümpfe, besonders bei kühler Witterung.
Wer als Kind Strumpfhosen mit sehr hohem Woll- oder Synthetikanteil tragen musste, hat oft nicht die besten Erinnerungen daran. Die Strumpfhosen kratzten, sie waren zu warm oder rutschten ständig.
Nachdem die Strumpfhose als ursprünglich „männliches“ Bekleidungsstück aus der Mode gekommen und im 20. Jahrhundert zunächst für Frauen und Kinder gebräuchlich geworden war, ging die Strumpfindustrie in den sechziger und siebziger Jahren daran, das verbleibende Marktsegment der Männer zu besetzen. Strickstrumpfhosen wurden auch wieder für Herren angeboten. Um die Nachfrage zu erhöhen, kamen zu den von beiden Geschlechtern tragbaren eingrifflosen Strumpfhosen Modelle mit Eingriff speziell für den Mann auf den Markt. Diese fanden aber im Vergleich zu Strumpfhosen ohne Eingriff eher beschränkte Resonanz.
Seit einger Zeit gehen einige Hersteller auf Grund ständig steigender Nachfrage dazu über, auch für Herren Feinstrumpfhosen herzustellen und anzubieten. Es gibt Modelle mit und ohne Eingriff, in matter und glänzender Optik. Die Stärken variieren von 15DEN bis 100 DEN. Hersteller gibt es in Deutschland, Frankreich und Tschechien sowie in den USA.
Mit Abflauen der Begeisterungswelle für Hot Pants zu Beginn der siebziger Jahre sowie Ablösung der Minimode zunächst durch Midi- und Maxi-Kleider und zunehmender Akzeptanz langer Hosen in der Frauenmode verloren Strumpfhosen weitgehend ihren „modisch chic“-Status und wurden zum allgemeinen Gebrauchsgut. Unter langen Hosen wurden im Winter durchaus gern wärmende Strickstrumpfhosen getragen. Auch Strumpfhosen mit Frottéesohle bzw. Frottée-Einsätzen im Knie- und Gesäßbereich waren in den Siebzigern auf dem Markt, diese Jahre gelten als Hochzeit der Strickstrumpfhose.
Ende der 80er Jahre wurde durch die Popkultur, mit Künstlern wie Madonna oder Prince, die blickdichte (und meist bunte) Strumpfhose ohne Fuß – genannt Leggings – populär.
Zu Beginn der Neunziger wiederholte sich der modische Trend der Kombination von Strumpfhosen mit kurzen bis halblangen Hosen bei Frauen.
Mitte der neunziger Jahre kamen für Frauen auch Strickstrumpfhosen mit (oft buntem) Ringelmuster auf. Die Strickstrumpfhose hat sich damit ein wenig von ihrem bisherigen Image als Kinderstrumpfhose oder wärmende Unterwäsche befreit und wird zunehmend auch als modisches Accessoire eingesetzt.
An Stelle von Strumpfhosen wird nun auch häufiger Thermounterwäsche (Funktionsunterwäsche) als wärmende Unterbekleidung angeboten und getragen. Frauen und Mädchen tragen Strumpfhosen weiterhin als modisches Accessoire zu Röcken und Kleidern, dabei erfreuen sich – ermöglicht durch die technische Verbesserung der Wirkmaschinen – eingewirkte Muster zunehmender Beliebtheit. Im Segment der Herren werden neben den seit längerem eingeführten Strickstrumpfhosen in den letzten Jahren vermehrt auch Feinstrumpfhosen für den Mann angeboten. Inwieweit diese (z. Zt. noch ein Nischenprodukt) auf Dauer eine nennenswerte Nachfrage erfahren, bleibt abzuwarten.