Struppen

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Struppen
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Struppen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Sächsische Schweiz
Verwaltungsge-
meinschaft
:
Königstein/Sächs. Schweiz
Koordinaten: 50° 56′ N, 14° 1′ O
Höhe: 123–337 m ü. NN
Fläche: 20,68 km²
Einwohner: 2689 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01796
Vorwahl: 035020
Kfz-Kennzeichen: PIR
Gemeindeschlüssel: 14 2 87 400
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstr.48
01796 Struppen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Dr. Rainer Schuhmann

Struppen ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz, Freistaat Sachsen, die in einem breiten Tal links der Elbe liegt. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Königstein/Sächs. Schweiz an. Die beiden Ortsteile Thürmsdorf und Weißig sind staatlich anerkannte Erholungsorte.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits 1275 wurde ein im Ort vorhandener ritterlicher Herrensitz als Ztrupin genannt. Ein Bertoldus des Strupin wurde erstmals 1310, der Ort selbst als Strupein 1354 erwähnt.

Ortsgliederung

Struppen gliedert sich in die Ortsteile Kleinstruppen, Neustruppen, Struppen-Siedlung, Naundorf, Thürmsdorf, Weißig, Ebenheit und Strand.

Thürmsdorf

Der staatlich anerkannte Erholungsort Thürmsdorf, ca. 1 km östlich vom Ortsteil Struppen zu Fuße der Bärensteine auf ca. 200 m ü. NN gelegen, wird vom Pehnabach durchzogen. Thürmsdorf wurde 1420 erstmalig urkundlich erwähnt. Neben einem Kriegerdenkmal ist das schlossartige Rittergut mit berühmtem Park und Rosengarten die Hauptattraktion. Im Schlosspark steht die Bronzeplastik „Anbetung“ des norwegischen Bildhauers Stephan Abel Sinding (*1846 Trondheim) mit Ansätzen des beginnenden Jugendstils.

Das Rittergut hatte ständig wechselnde Besitzer (19. Jahrhundert von Friesen / le Fevre, ab ca. 1900 Freiherr von Biedermann, ab 1932 Baron von Arnim, nach dem Krieg Ferienheim Synthesewerk Schwarzheide, dann FDGB Erholungsheim, jetzt Sven Erik Hitzer). Vom Mausoleum (1924 von Biedermann) am Elbhang gibt es einen schönen Blick ins Elbtal. Der Pehna-Fall ist mit ca. 20 m Fallhöhe der höchste Wasserfall in der Sächsischen Schweiz.

Weißig

Am Ostrand der Hochfläche, die den Bärensteinen und dem Rauenstein vorgelagert ist, liegt Weißig, der Erholungsort am linken Elbufer nahe bei Oberrathen. Der Ortsteil, ca. 5 km vom Kern Struppens entfernt, im Halbkreis um einen Kessel angeordnet, soll bereits vor der deutschen Siedlungsnahme, als kleiner Slawenweiler existiert haben. Im Norden ragt der bewaldete Sandstein des Kulm empor, wo sich der Stein „Kleines Schiff“ befindet, nahe der Diebeshöhle, welcher im Krieg bis 1945 als Luftschutzkeller diente. Die Organisation Todt führte in Weißig ein Zwangsarbeiter-Lager mit bis zu 1000 Gefangenen. Diese mussten unter KZ-ähnlichen Bedingungen Stollen in den Steinbruch des Ortsteiles „Strand“ hauen. Hier sollte in den letzten Kriegsjahren eine synthetische Benzinproduktion entstehen. Ein Nebenlager war am „schwarzen Weg“ direkt neben der Festung Königstein angelegt. Täglich wurden die Häftlinge auch von dort aus (5 km) zur Arbeit ins Elbtal getrieben. Weißig hat ca. 100 Einwohner.

Naundorf

Naundorf grenzt direkt ans Elbtal bei Stadt Wehlen. Hier lebte längere Zeit der impressionistische Maler Robert Sterl (1867–1932), der durch seine „Steinbrecher-Bilder“ berühmt wurde. Es gibt ein Robert-Sterl-Haus in dem viele Bilder zu sehen sind. Naundorf liegt am Fuße der Bärensteine.

Ebenheit

Ebenheit liegt auf einer von Feldern und Apfelplantagen gesäumten Ebene. Das Dorf hat knapp 100 Einwohner. Im Ort haben sich einige kleine Handwerksbetriebe niedergelassen, die früher sehr wichtige Landwirtschaft wird kaum noch als Broterwerb praktiziert. Der ortsansässige Geflügelhof Struppen hat sich auf Hühnerhaltung und Eierverkauf spezialisiert. Außerdem gibt es eine Freiwillige Feuerwehr. Neben den vielen historischen Dreiseitenhöfen zeugt eine steinerne Wegsäule aus der Zeit Napoleons von der über 450-jährigen Geschichte des Ortsteils. Nur 2 Kilometer entfernt liegt die Stadt Pirna.

Entwicklung des Gemeindegebiets

Eingemeindungen

  • 1918: Kleinstruppen
  • 1919: Neustruppen
  • 1973: Ebenheit
  • 1994: Struppen schließt sich mit Naundorf und Thürmsdorf zur Gemeinde Struppen zusammen.

Einwohnerentwicklung

  • 1548/51: 45 besessene Mann und 44 Inwohner
  • 1764: 29 besessene Mann, 5 Gärtner und 9 Häusler
  • 1834: 406 Einwohner
  • 1871: 649 Einwohner
  • 1890: 840 Einwohner
  • 1910: 938 Einwohner
  • 1925: 1.472 Einwohner (nach den Eingemeindungen von Klein- und Neustruppen)
  • 1939: 1.766 Einwohner
  • 1946: 2.051 Einwohner
  • 1950: 2.044 Einwohner
  • 1964: 1.942 Einwohner
  • 1990: 1.396 Einwohner
  • 1994: 2.387 Einwohner, darunter 1.436 in Struppen, 575 in Thürmsdorf und 376 in Naundorf
  • 2000: 2.853 Einwohner
  • 2005: 2.736 Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Die Kirche von 1740 enthält romanische Elemente und eine Barockorgel von 1720. Im Pfarrhaus befindet sich eine Gedenktafel für den 1758 hier geborenen Pfarrer und „Pionier der Sächsischen SchweizWilhelm Lebrecht Götzinger sowie eine Sandsteintaufe aus dem 16. Jahrhundert. Im Struppener Schloss (einem 1310 erstmals erwähntem Rittergut) befindet sich ein bemerkenswerter Wendelstein aus dem 16. Jahrhundert.

Persönlichkeiten

  • Robert Sterl (* 23. Juni 1867 in Großdobritz; † 10. Januar 1932 in Naundof) war Maler und ein bedeutender Vertreter des deutschen Impressionismus. Sterl wohnte ab 1919 in Naundorf.

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Wilhelm Lebrecht Götzinger (* 1. September 1758 in Struppen; † 1818 in Neustadt in Sachsen) war Pfarrer und Autor. Götzinger hatte mit seinen Veröffentlichungen Geschichte und Beschreibung des Cursächsischen Amtes Hohnstein und Schandau und seine Umgebung oder Beschreibung der Sächsischen Schweiz (1804) einen wesentlichen Anteil an der Erschließung der Sächsischen Schweiz. Er verbrachte seine Kindheit bis 1765 in Struppen
  • Richard Freiherr von Friesen (* 9. August 1808 in Thürmsdorf; † 25. Februar 1884 in Dresden) war ein sächsischer Politiker. 1858 wurde Richard von Friesen zum Finanzminister des Königreiches Sachsen ernannt.

Literatur

  • Rudolf Bradsky von Laboun: Geschichte der Rittergüter Thürmsdorf, Kleinstruppen und Neustruppen mit ihren Dörfern. Thürmsdorf 1905.

Weblinks

Quelle:
Artikel Struppen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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