Studium generale

Als Studium generale werden heutzutage meist alle nicht-obligatorischen, öffentlichen Lehrveranstaltungen einer Hochschule bezeichnet. Im Sinne des humanistischen Bildungserbes verkörpern sie also den Auftrag der Hochschulen, die Allgemeinbildung zu fördern. Ein Absolvieren derartiger Veranstaltungen wird niemals mit einem akademischen Grad honoriert.

Außerdem bezeichnet der Begriff eine meist zweisemestrige Orientierungsphase, in der Studienanfänger Lehrveranstaltungen verschiedener Fachrichtungen zugleich besuchen. Dies soll eine bessere Entscheidung bei der Studienfachwahl ermöglichen und zugleich den Übergang vom reinen Lernbetrieb der Schule zum wissenschaftlichen Arbeiten an der Universität erleichtern. Dies ist in den angelsächsischen Ländern an vielen tertiären Bildungseinrichtungen üblich, in Deutschland wird dieser Ansatz z.B. am Leibniz Kolleg in Tübingen und am European College of Liberal Arts in Berlin verwirklicht.

Ursprung

Ursprünglich waren die studia generalia oder die studia die Bezeichnung für die großen Schulen des Mittelalters, während das Wort universitas für die scholastische Gilde eines studium verwendet wurde. Mit dem ausgehenden 13. Jahrhundert wurde es üblich, einem studium generale erst nach Lizenzierung durch Papst, Kaiser oder König das Recht zur Verleihung von akademischen Graden zuzugestehen.

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