| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Diepholz | |
| Koordinaten: | 53° 1′ N, 8° 45′ O | |
| Höhe: | 20 m ü. NN | |
| Fläche: | 81,65 km² | |
| Einwohner: | 32.740 (30. Juni 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 401 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 28816 | |
| Vorwahlen: | 04206, 0421, 04221 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DH | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 51 037 | |
| Bürgermeister: | Cord Bockhop | |
Die Gemeinde Stuhr ist eine Einheitsgemeinde im Norden des Landkreises Diepholz (Niedersachsen) mit ca. 32.000 Einwohnern; sie schließt südlich an die Freie Hansestadt Bremen an.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde Stuhr ist die einwohnerstärkste Kommune des Landkreises Diepholz und nach der Stadt Delmenhorst auch die größte an Bremen angrenzende Gemeinde. Die hohen Erhebungen in einigen Ortsteilen sind Bestandteil der Geest (eiszeitliche Landschaftsformation).
Stuhr besteht aus den Ortsteilen Brinkum, Fahrenhorst, Groß Mackenstedt, Heiligenrode, Moordeich, Seckenhausen, Stuhr und Varrel. Diese sprechenden Namen deuten schon auf eine ländliche Gemeinde mit Moorböden und gerodeten Stellen hin.
In ihrer heutigen Form ist die Gemeinde Stuhr durch die Gemeindereform im März 1974 geschaffen worden. Die alte Gemeinde Stuhr mit den Ortsteilen Moordeich und Varrel gehörte zum Landkreis und Verwaltungsbezirk Oldenburg. Sie wurde mit den ehemals selbständigen Gemeinden Brinkum, Fahrenhorst, Groß Mackenstedt, Heiligenrode ( eingeschlossen die Ortsteile Bürstel und Neukrug) und Seckenhausen zusammengeschlossen und durfte als einwohnerstärkste Gemeinde der neuen Verwaltungseinheit ihren Namen geben. Gleichzeitig wurde die neue Gemeinde dem Regierungsbezirk Hannover zugeschlagen, zu dem beispielsweise die Gemeinde Brinkum auch vorher schon gehörte, und kam so in den Landkreis Grafschaft Hoya. Durch die Kreisreform im August 1977 wurde der Landkreis Grafschaft Hoya aufgelöst und ging im Landkreis Diepholz auf, zu dem Stuhr seitdem gehört.
Blasonierung: „Achtfach von Rot und Silber geständert, belegt mit rotbewehrtem schwarzem Wolf im goldenen Herzschild.“
Eine besondere soziale Einrichtung stellt das Mehr-Generationen-Haus Schaumlöffel mit der angeschlossenen Freiwilligen-Agentur-Stuhr in Brinkum dar.
In der Gemeinde gibt es fünf Grundschulen (Brinkum, Moordeich, Heiligenrode, Seckenhausen und Varrel) sowie zwei Kooperative Gesamtschulen mit allen Schulzweigen in Moordeich und Brinkum. Die Kooperativen Gesamtschulen werden zu freiwilligen Ganztagsschulen ausgebaut. Neben sieben kommunalen Kindergärten gibt es einen katholischen Kindergarten und einen Walldorf-Kindergarten.
In verschiedenen Belangen setzt sich die Altgemeinden-Struktur bis heute fort. So sind zahlreiche Bürger des ehemaligen Oldenburger Teils bis heute kulturell und als Mittelzentrum nach Delmenhorst und Oldenburg orientiert, während sich die Bewohner des hannoverschen Teils seit jeher als "Buten-Bremer", also Umland-Bremer, verstehen. Die alte Struktur hat sich auf verschiedenen Gebieten aber auch bis heute erhalten. So gehören die Stuhrer Kirchengemeinden zu zwei verschiedenen evangelischen Landeskirchen und die katholischen zu zwei Bistümern. Erhalten hat sich auch die Mediennutzung, was der Gemeinde Stuhr das Privileg bringt, als eine der wenigen Regionen Deutschlands mit drei konkurrierenden und voneinander unabhängigen Tageszeitungen versorgt zu sein (Bremer Nachrichten/Weser-Kurier mit Regionalausgabe, Kreiszeitung Syke, Delmenhorster Kreisblatt mit Stuhr-Teil).
Durch die unmittelbare Nähe zu Bremen waren die Ortsteile Brinkum, Varrel und Moordeich Wohnsiedlungen für Pendler und zeichnen sich deshalb teilweise durch einförmige Reihenhaussiedlungen aus, die sich um alte Ortskerne herumgruppieren.
Dabei versteht sich Stuhr nicht als Schlafstadt Bremens, vielmehr führt die große Wirtschaftskraft, die durch wirtschaftsfreundliche Politik und die verkehrsgünstige Lage hervorgerufen wird dazu, dass es in der Gemeinde mehr Arbeitsplätze als Arbeitnehmer gibt. Damit pendeln also mehr Menschen nach Stuhr ein, als aus Stuhr heraus.
In 'Alt'-Stuhr befinden sich eine für die Gegend typische Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert und ein Ende der 1980er Jahre angelegter Park ("Biotop") mit zahlreichen Gewässerflächen. Stuhr ist außerdem Verwaltungssitz der Gemeinde und beheimatet das in den achtziger Jahren erbaute Rathaus, das auch Ort zahlreicher Kulturveranstaltungen ist. Direkt neben dem Rathaus befindet sich eine Markthalle, die erst 2005 erbaut wurde.
Zum Ortsteil Alt-Stuhr zählen auch die Ortschaften Stuhrbaum, Blocken / Obernheide und Kuhlen, welches direkt an Bremen grenzt. In der Nähe von Kuhlen bildet der Park links der Weser ein Naherholungsgebiet.
Das älteste, bekannte Dokument das auf den Ortsteil Varrel verweist stammt aus dem Jahr 1289. Aus dieser Urkunde vom 27. Oktober 1289 geht hervor, dass Erzbischof Giselbert von Bremen dem Kloster Heiligenrode erlaubt, in den "... wüsten Oertern Stelle und Verlebrinc (Varrel) Neubrüche anzulegen".
Eng verknüpft mit der Geschichte des Ortes ist das Gut Varrel ein Komplex aus Gutshaus mit Scheune, Backhaus und Wassermühle. Dieses war dem Verfall preisgegeben und wird – seit dem 9. Juli 1980 – durch eine Bürgerinitiative, den Förderverein Gut Varrel e.V., in Handarbeit restauriert und zu einem Kulturtreff umgebaut. (In dieser Scheune trainiert auch die Tisch-Tennis-Mannschaft des Tus Varrel.) In unmittelbarer Nähe befindet sich das Gelände des TuS Varrel, der eine Partnerschaft mit dem AS Teloché aus Teloché bei Le Mans pflegt.
Das Ortsgebiet von Varrel grenzt an die Städte Bremen und Delmenhorst an. Die Grenze nach Bremen wird durch den Bach Varreler Bäke markiert. Hier die Website zum Ort: [1]
Seit Anfang der 1970er Jahre ist Varrel zu einem beliebten Wohnort mit guter Nahverkehrsanbindung an Bremen und Delmenhorst geworden. Bis zum heutigen Tag werden kleine Ansiedlungen, mit vorwiegend Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern, erschlossen.
Groß-Mackenstedt befindet sich ca. 17 km südwestlich von Bremen und ist ein Dorf, mit landwirtschaftlichen Bauernhöfen, einem alten Ortskern und versprengten Einzelhöfen. Teils existieren noch Höfe, die eine 300 jährige Tradition haben. Groß-Mackenstedt wird von Wiesen umgeben und der kleine Bach "Klosterbach" fließt am Dorf vorbei; dieser fließt auch durch das Nachbardorf Heiligenrode. Groß Mackenstedt hat beinahe so eine lange Tradition wie Heiligenrode (siehe Heiligenrode).
Durch die Autobahnabfahrt der A1, und das Autobahngroßprojekt "Dreieck Stuhr" und die zentralen Verkehrsanbindungen haben sich seit den 80er Jahren große Gewerbegebiete und diverse Neubausiedlungen ergeben. Die Filiale einer Supermarktkette, eines Mulimediafachmarktes und mehrere große Möbelhäuser, sowie die üblichen Niederlassungen der beiden großen Fastfoodketten haben sich angesiedelt, so das ein breiter Kontrast zwischen moderner Vorstadt und ländliche geprägten Gebieten besteht. Der Ortsteil Stelle ist geprägt durch ein Naherholungsgebiet mit Campingplätzen am "Steller See" und dem großen Landschaftsschutzgebiet "Steller Heide".
Daneben gibt es heute etliche einzeln stehende Wohnhäuser und Bungalows. Eine viel befahrene Hauptstraße, die B322 führt durch den Ortskern, an dem sich einige kleinere Geschäfte seit langem angesiedelt haben. In der Mitte des Dorfes befindet sich ein Denkmal (Erinnerung des Kriegs). Im Dorf selber befindet sich unter anderem der Sitz der Alten Mackenstedter Kornbrennerei, die schon seit 1750 ihren eigenen Korn brennt und auch überregional erfolgreich agiert.
Die alte Bahnstrecke Delmenhorst-Harpstedt führt durch Groß Mackenstedt, der Bahnhof ist allerdings außer Betrieb. Für Eisenbahnfreude werden Sonderfahrten mit den "Kunstwagen" auf der Strecke angeboten. Groß Mackenstedt betreibt eine freiwillige Feuerwehr, die sich schwerpunktmässig auch auf Einsätze auf der A1 konzentriert.
Moordeich besteht seit 1143 und zeichnet sich neben einigen alten Gehöften und vielen Einfamilienhaussiedlungen aus den 1960er und 1970er sowie 1990er und 2000er Jahren durch zahlreiche Gewerbeansiedlungen aus. Moordeich hat eine Grundschule und eine Kooperative Gesamtschule (Lise-Meitner-Schule) mit gymnasialer Sekundarstufe I.
In Moordeich befindet sich auch das alte Rathaus, das bis in die 1980er Jahre Sitz von Politik und Verwaltung war. Heute ist in dem Gebäude eine Gemeindebibliothek untergebracht. Gegenüber dem alten Rathaus befindet sich das Gasthaus Nobel als gesellschaftlicher Mittelpunkt des Ortsteils sowie die moderne Schießsportanlage des erfolgreichsten Stuhrer Schützenvereins.
Moordeich grenzt direkt an den Bremer Stadtteil Huchting, vielen Bremern ist Moordeich durch die sog. "Haferflockenkreuzung" an erwähnter Stadtgrenze ein Begriff. Dieses kommt durch die dort lange ansässige Haferflockenproduktion.
Brinkum ist mit etwa 10.000 Einwohnern Stuhrs größter Gemeindeteil und verfügt über die stärkste wirtschaftliche Infrastruktur. Der Ort ist mit einer eigenen Abfahrt an die Autobahn 1 angebunden und grenzt unmittelbar und übergangslos an die Freie Hansestadt Bremen, Stadtteil Kattenesch. Der Ortsteil Brinkum-Nord ist ein mittlerweile überregional bedeutsames Einzelhandelszentrum (Ikea, zahlreiche Factory Outlets, mehrere Fastfood-Ketten). Im Ort sind mit der Zentrale des Zeitarbeitsunternehmens Bindan / Teccon (ca. 3.500 Mitarbeiter) und dem Hauptsitz des Reiseveranstalters Wolters Reisen (rund 100 Mitarbeiter) namhafte Unternehmen vertreten. Brinkum hat eine Grundschule, eine kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe und ist Standort von Volkshoch- und Musikschulen. Neben einer evangelischen und einer katholischen Kirche ist seit 2004 auch eine Moschee am Ort. Brinkum pflegt einen jährlichen Sportaustausch mit Ecommoy in Frankreich.
Als Kirchdorf von 1063 Brinscimibroch Lag an der gemeinen Heerstraße, die hier die Ochtum auf einer schon 1297 bezeugten Brücke überschritt und nach Osnabrück bzw. Minden und Hannover führte. Die Leister, also das in einigen Dörfern südlich von Bremen beheimatete Frachtfuhrgewerbe, kamen nicht nur aus Leeste, sonden auch aus Brinkum. Anstelle der mittelalterlichen, 1384 erstmals erwähnten Kirche wurde 1842 von Hellner ein klassizistischer Saalbau errichtet. 1811 Chausseebau durch Napoleon (Bremen-Osnabrück). Von November 1832 bis 1837 lebte Friedrich Wagenfeld (1810-1846) als Hauslehrer in Brinkum und veröffentlichte von hier aus die angeblich von ihm aufgefundene phönizische Chronik des Sanchuniaton. 1912 ließ die Gemeinde eine Markthalle errichten.
Heiligenrode gelegen am Klosterbach wartet durch seine reiche Vergangenheit und seine idyllische Lage auf. Der Ortskern besticht durch die gut erhaltene Klosterkirche, die Klostermühle, den Klosterteich und den Mühlenteich. Diese Gebäude sind Zeugen der ehemals bewegten Vergangenheit Heiligenrodes, die ihren Ursprung vor über 800 Jahren fand. Im Jahre 1182 wurde durch Ritter Friedrich von Mackenstedt, einem Dienstmann des Erzbischofes von Bremen, ein Benediktinerinnen-Kloster gegründet. Bedingt durch den Klosterbau entstand eine Infrastruktur mit zahlreichen Wirtschaftsgebäuden und Häusern. Wälder wurden gerodet, Sümpfe wurden trockengelegt- hierher resultiert auch der Name : Heiligenrode .Durch Stiftungen von Edelleuten, Fürsten und Bauern wuchs der wirtschaftliche Einfluss. Nach der Reformation wurde das Nonnenkloster in einen Damenstift umgewandelt. Im weiteren Verlauf der Geschichte brachte der dreißigjährige Krieg den Untergang der einst reichen Stiftung, so dass die Gebäude verfielen.
Heiligenrode heute/Kultur
Heutzutage finden in der sanierten Klosterkirche, ein gotischer Backsteinbau, regelmäßig Gottesdienste statt. Die Eisdiele im Ortskern wird von Heiligenrodern und Nutzern der Radstrecke "Grüner Ring" besonders im Sommer stark frequentiert. Des Weiteren bietet die Gemeinde Stuhr jährlich ein bis zwei Künstlern Stipendien in Heiligenrode an. Die Künstler erhalten ein Atelier im Ortskern und Mittel für bestimmte Projekte, die am Ende des Stipendienjahres ausgestellt werden. An dieser Stelle muss auch die Kunstschule "KUSS" (Kunstschule Stuhr) genannt werden. Sie bietet in den Örtlichkeiten der Grundschule bzw. der alten Volksschule verschiedene Kurse für Kinder und Erwachsene an. Allgemein bietet Heilenrode natur- und kulturverbundenen Menschen die Möglichkeit zur Erholung. Auf dem Klosterbach werden im Sommer von der Aktion "Stuhrer Ferienkiste" Schlauchbootfahrten auf dem Klosterbach angeboten. Ein Landfrauenverein veranstaltet Backtage nach alten Rezepten im Heiligenroder Backhaus. Zu Heiligenrode gehören die bäuerlich geprägten Ortsteile Eggese,Bürstel und Siek. In Siek befindet sich ein Erholungsgebiet mit Wochenendhäusern, die unter anderen von Bremern am Wochenende frequentiert werden.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts scheinen die ersten urkundlich gesicherten Hinweise aufzutreten. Dieses Dorf wurde offenbar aus kleinen Anfängen im Außenbereich von Brinkum gegründet.Fährt man durch Seckenhausen, könnte man meinen, dass sich der Übergang von der Stadt zum Land genau hier vollzieht. Eine geschlossene Bauernsiedlung trifft man nur in der 600 Jahre alten Bauerschaft Wulfhoop an, ansonsten liegen die Höfe vereinzelt in der Landschaft. Dazwischen sind aber einige Wohngebiete entstanden. Neben dem Wohnen findet man jedoch entlang der B 322 zwei Gewerbegebiete und zahlreiche Handwerksbetriebe.
Der Ort südlich von Brinkum ist vor allem bekannt durch das Luxusautohaus Tamsen, das deutschlandweit reiche Kundschaft in die Gemeinde lockt. Darüber hinaus verfügt Seckenhausen über eine Grundschule und ein Gewerbegebiet, in dem auch der größte Sanitär- und Heizungsgroßhandel Deutschlands, Cordes & Graefe, seinen Sitz hat.
Die Martin-Luther-Kirche Seckenhausen wurde 1968 gebaut; innen und außen finden sich Reliefs und Farbwege von Otto Herbert Hajek. Seit 2005 hat sie die größte Photovoltaikanlage auf einem Kirchendach in Norddeutschland.Seit 2006 gibt es den Gottesdienst für Jugendliche.
Der Ortsteil Fahrenhorst ist der südlichste Teil der Gemeinde Stuhr. Zu diesem Ortsteil gehören außerdem noch Feine und Warwe, welche vorwiegend bäuerlich geprägt sind. 90 % der Ortschaft Fahrenhorst ist im Wald gelegen . In Fahrenhorst gibt es einige Vereine wie zum Beispiel den Schützenverein Fahrenhorst von 1903 e.V., den Skatklub „Alle viertel Stunde“, sowie die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst. Sehenswürdigkeiten in Fahrenhorst sind die vielen alten Fachwerkhäuser.
In den späten 1970ern warb die Gemeinde mit dem Slogan "Stuhr ist nicht stur". Der heutige Slogan ist "Gemeinsam sind wir Stuhr" (in Anlehnung an "Gemeinsam sind wir stark"). In Stuhr gibt es aufgrund der Nähe und dem Vorstadtcharakter inzwischen diverse Einkaufsmöglichkeiten in den diversen Gewerbegebieten.
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