Stuttgart-Degerloch

Stadtbezirk Stuttgart-Degerloch
Stadtteil-Wappen Stadtkarte
Wappen des Stadtbezirks Stuttgart-Degerloch Stadtplan, Pos. von Stadtbezirk Stuttgart-Degerloch eingefärbt
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Bundesland: Baden-Württemberg
Stadt: Stuttgart
Geografische Lage: 48° 45' N, 9° 10' O
Fläche: 8,02 km²
Einwohner: 17.369 (2005)
Bevölkerungsdichte: 2.166 Einwohner je km²
Höhe: 448 m ü. NN
Postleitzahl: 70597
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bezirkamts:
Große Falterstraße 2
70597 Stuttgart
Website (offizielle): www.stuttgart.de
Bezirksvorsteherin: Brigitte Kunath-Scheffold

Stuttgart-Degerloch ist ein Stadtbezirk am Südrand der Stuttgarter Innenstadt, der auf der 200 Meter höheren Filderebene liegt. Der Name leitet sich aus dem althochdeutschen Wort „Tegerlohe“ ab und bedeutet „dichter Wald“.


Inhaltsverzeichnis

Stadtteile/Wappen

Degerloch wurde am 1. April 1908 nach Stuttgart eingemeindet und dann als Stadtteil geführt. Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wurde Degerloch mit dem von 1932 bis 1934 entstandenen, nach einem Flurnamen bezeichneten Stadtteil Hoffeld (1955 bis 1977 erweitert) zum Stadtbezirk Degerloch vereinigt. Bei der Neugliederung der Stuttgarter Stadtteile zum 1. Januar 2001 wurde der Stadtteil Degerloch in die Stadtteile Degerloch (neu), Haigst, Tränke und Waldau aufgeteilt. Mit Hoffeld besteht der Stadtbezirk Degerloch seither aus fünf Stadtteilen.

Verkehr

Degerloch mit Dampf-Zahnradbahn 1897
Degerloch mit Dampf-Zahnradbahn 1897

ÖPNV

Straßen

Topografie

Vom höchsten Punkt am Wasserturm (485 m ü. NN) fällt Degerloch nach Norden hin steil in Richtung Innenstadt, nach Süden hin flach in Richtung Ramsbachtal ab.

Bebauung

Im Norden des bebauten Areals befindet sich das Geschäftszentrum, an das südlich das alte Zentrum mit Michaelskirche, Zehntscheuer, dem 2006 grunderneuerten Bezirksrathaus (Bürgerzentrum) sowie dem 2005 neu erbauten Feuerwehrhaus angrenzt. Im Südwesten befindet sich das Gewerbegebiet „Tränke“.

An die Bebauung schließen sich im Westen und im Süden (Ramsbachtal) Felder, Wiesen und Gärten, im Osten Wald an. Im Norden geht die dem Gefälle entsprechend aufgelockerte Wohnbebauung in die der Innenstadt über. 3,5 Hektar Weinbergsfläche in Südwestlage bilden dort den Rest des Degerlocher Scharrenberges, der um 1850 noch 23 Hektar einnahm (siehe Weinbau in Stuttgart).


Schulen/Jugend

In Degerloch befinden sich vier öffentliche Schulen in Trägerschaft der Stadt Stuttgart, nämlich das Wilhelms-Gymnasium, die Fritz-Leonhardt-Realschule, die Filderschule (Grund- und Hauptschule) und die Albschule (Grundschule). Ferner gibt es die private Waldschule, die Freie Evangelische Schule Stuttgart sowie die 1998 erbaute Internationale Schule Stuttgart (International School of Stuttgart), jeweils in Trägerschaft eines eingetragenen Vereins (e.V).

Sehenswürdigkeiten

GAZi-Stadion
GAZi-Stadion
  • Bekannteste Sehenswürdigkeit Degerlochs ist der Stuttgarter Fernsehturm
  • Wasserturm von Paul Bonatz an der Jahnstraße
  • Haus des Waldes, ein Naturkundemuseum über die Ökologie, die Flora und die Fauna des Waldes; unter anderem zahlreiche Tierpräparate

Von 1926 bis 1930 betrieb der Süddeutsche Rundfunk in Hoffeld seine zentrale Sendeanlage für Mittelwelle. Als Antenne diente eine T-Antenne, die an zwei freistehenden Stahlfachwerktürmen aufgehängt war. Diese Türme überstanden den Zweiten Weltkrieg und wurden gegen Ende der 1950er Jahre demontiert. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Senderareal ein Sportplatz.

Sportanlagen

Im Nordosten, zwischen dem bebauten Gebiet und dem Fernsehturm, befindet sich das Sportzentrum Waldau mit mehreren Sportplätzen, unter anderem:

Friedhöfe

  • Waldfriedhof
Der Waldfriedhof ist der zweitgrößte Friedhof Stuttgarts; er wurde 1913 angelegt. Die Gebäude wurden nach Plänen des Stuttgarter Stadtbaudirektors Albert Pantle ausgeführt. Die Standseilbahn aus dem Jahre 1929 verbindet den Südheimer Platz mit dem 100 Meter höher liegenden Friedhof.
Auf dem Waldfriedhof befindet sich ein Ehrenfeld für 8.000 Gefallene des Ersten Weltkriegs, das nach Plänen von Paul Bonatz 1923 errichtet wurde. Die Gräber der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs schmückt eine Großplastik des Stuttgarter Bildhauers Fritz von Graevenitz.
Folgende Gräber von Prominenten liegen auf dem Waldfriedhof: Erwin Bälz, Paul Bonatz, Robert Bosch, Otto Herbert Hajek, Walter Hallstein, Theodor Heuss, Elly Heuss-Knapp, Wolf Hirth, Adolf Hölzel, Willi Hoss, Ida Kerkovius, Arnulf Klett, Otto Konz, Karl Lautenschlager, August Lämmle, Fritz Leonhardt, Gebhard Müller, Sigrid Onegin, Erich Ponto, Erich Schairer, Oskar Schlemmer, Erwin Schoettle, Helmuth Uhrig, Wolfgang Windgassen, Theophil Wurm sowie des Erbauers des Waldfriedhofs Albert Pantle.
  • Dornhaldenfriedhof
Direkt östlich des Waldfriedhofs befindet sich der kleinere, 1974 angelegte Dornhaldenfriedhof.
Bekannt wurde er 1977 durch die Beerdigung der RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Oberbürgermeister Manfred Rommel ließ sie trotz heftiger Proteste der Bevölkerung in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Dornhaldenfriedhof beerdigen („Mit dem Tod endet jede Feindschaft.“). 1999 wurde hier das RAF-Mitglied Horst Ludwig Meyer beerdigt.
  • Alter Friedhof am ehemaligen Zahnradbahnhof
  • Neuer Friedhof südwestlich Richtung Stuttgart-Möhringen

Weinbau

In der Einzellage Degerlocher Scharrenberg (Anbaugebiet Württemberg, Bereich Remstal-Stuttgart, Großlage Weinsteige) wird Weinanbau im Nebenerwerb oder als Hobby betrieben. Die in der Hauptsache angebaute Rebsorte ist der in Württemberg allgegenwärtige Trollinger.

Der Degerlocher Scharrenberg Trollinger trocken Jahrgang 2004 des Stuttgarter Sommeliers, Weinhändlers und Nebenerwerbswinzers Bernd Kreis erreichte bei einer Trollingervergleichsprobe des Magazins Der Feinschmecker (Ausgabe Juli 2005) den ersten Platz.


Ehrenbürger

  • seit 1885: Hermann (von) Ehmann (1844–1905), Oberbaurat


Sonstiges/Trivia

Gelegentlich wird in der von ortsunkundigen Journalisten verfassten (meistens Sport-) Berichterstattung von dem Degerloch gesprochen. Grammatikalisch richtig ist jedoch - wie bei Ortsnamen üblich - das Weglassen des Artikels (Das Spiel fand in Degerloch statt, nicht: Das Spiel fand im Degerloch statt; Wir fahren nach Degerloch, nicht: wir fahren ins - oder zum - Degerloch).

Weblinks

Quelle:
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