Seine Königliche Hoheit Prinz Sultan ibn Abd al-Aziz (arabisch: صاحب السمو الملكي الأمير سلطان بن عبدالعزيز آل سعود), * 5. Januar 1928 (nach anderen Angaben 1922, 1924) in Riad, ist der derzeitige Kronprinz von Saudi Arabien, erster stellvertretender Premierminister des Landes, Minister für Verteidigung und zivile Luftfahrt sowie Generalinspekteur des Königreichs.
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Sultan ist der 18. von 37 Söhnen des Staatsgründers König Abd al-Aziz ibn Saud in der offiziellen Geburtsfolge (siehe Politisches System Saudi-Arabiens). Er erhielt seine frühe Erziehung in Religion (durch Ulamas), moderner Kultur und Diplomatie gemeinsam mit seinen Brüdern am Königshof. Nach offiziellen Angaben ergänzte Sultan seine Fähigkeiten durch weltweite Reisen und eine umfassende Lektüre.
Prinz Sultan gehört zu den Sudairi Sieben, der machtvollen Gruppe innerhalb des Königshauses von sieben Vollgeschwistern und Kindern von König ibn Saud und seiner Lieblingsfrau Hasa bint Sudairi. Prinz Nayef ibn Abd al-Aziz, der Innenminister Saudi Arabiens, und Prinz Salman ibn Abd al-Aziz, der Gouverneur von Riad, gehören ebenfalls zu den Sudairi Sieben. Sultans Sohn, Prinz Bandar ibn Sultan, war von 1983 bis zum Tod König Fahds 2005 saudischer Botschafter in den USA. Prinz Khalid ibn Sultan, ein weiterer Sohn, ist stellvertretender Verteidigungsminister und war ein namhafter saudischer General im Zweiten Golfkrieg 1991.
2004 unterzog sich Prinz Sultan einer Krebsoperation.
Prinz Sultan ist mehrmals verheiratet. Aus diesen Ehe hat er mehr als 16 Töchter und 17 Söhne. Seine zweite Ehefrau Prinzessin Munira Bint Abdul Aziz Bin Musaid Al-Saud wird in den saudiarbischen Medien als seine Hauptfrau tituliert.
Prinz Sultans Töchter sind dank ihres Vaters stark auf dem sozialen und wirtschaftlichen Gebiet aktiv. Seine Töchter Prinzessin Atab und Prinzessin Rima sind Mitglied des Führungsbüros des „Al-Manahil Centres“ in Riyadh für Frauen und deren Kinder. Eine weitere Tochter namens Prinzessin Munira ist eine bekannte und erfolgreiche Geschäftsfrau.
König ibn Saud ernannte Sultan am 2. Juni 1947 zum Gouverneur (Emir) der Provinz der Hauptstadt Riad.
Nach dem Tod König ibn Sauds wurde er im ersten Ministerrat des Landes vom 24.12.1953 Minister für Landwirtschaft und vom 05.11.1955 Minister für Verkehr und Kommunikation. Während seiner Zeit als Minister beaufsichtigte er den Bau einer Eisenbahnverbindung zwischen Riad und Dammam, an der Küste des persischen Golfs, im erdölreichen Osten des Landes, sowie den Bau von Straßen und Verkehrslinien.
Seit dem 21.10.1962 ist er Minister für Verteidigung und zivile Luftfahrt und Generalinspekteur. In dieser Funktion stattete er die Armee des Königreichs durch Waffengschäfte mit den USA und Großbritannien zu modernen und gut gerüsteten Streitkräften aus. 2004 bestand die Armee aus 124.500 Mann. Ein Großteil von Prinz Sultans Wohlstand soll aus Provisionen staatlicher Waffengeschäfte kommen [1]. Prinz Sultan ist Aufsichtsratsvorsitzender der nationalen saudischen Fluggesellschaft Saudi Arabian Airlines [2], deren Flotte er ausbaute. Die international tätige Fluggesellschaft wickelt einen Großteil der jährlich stattfindenden Pilgerreisen nach Mekka und Medina ab.
Im Juli 1982 wurde er von seinem Vollbruder dem damals neuen König Fahd zum „Zweiten stellvertretenden Premierminister“ ernannt, ein Amt, das sowohl Fahd als auch sein Nachfolger König Abdullah innehatten, bevor sie Kronprinz wurden. Am 1. August 2005, nach Fahds Tod, wurde Prinz Sultan neuer Kronprinz, obwohl ihm nachgesagt wurde, mit dem neuen König Abdullah schlecht auszukommen („to get on very badly“ [3])
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 untersagte Prinz Sultan den USA die Nutzung saudischer Militärstützpunkte für militärische Angriffe auf Afghanistan. In einem Interview mit der staatlichen Zeitung Okaz am 30. September 2001 (am 1. Oktober in der Washington Post) sagte er, seine Regierung „will not accept in our country even a single soldier who will attack Muslims or Arabs“ . Nach dem Irakkrieg erlaubt die Regierung alliierten Truppen jedoch zumindest drei ihrer Luftwaffenstützpunkte zu nutzen [1].
Prinz Sultan ist als Philanthrop und wohltätiger Spender bekannt. Er gründete eine Wohltätigkeitsorganisation nach seinem Namen [4] um sozial nützliche Projekte der Medizin, Wissenschaft, Technik und Erziehung zu fördern. Seine philatrophischen Bemühungen gelangten ihm jedoch nicht immer zur Ehre [1]. Am 15. August 2002 gehörte er neben Prinz Turki ibn Faisal und Prinz Mohammed ibn Faisal zu den drei saudischen Prinzen, die von Familienangehörigen der Opfer des 11. September angeklagt wurden, angeblich die terroristischen Attacken durch Spenden an Al-Kaida nahe Wohltätigkeitsorganisationen mitfinanziert zu haben [5].
Kronprinz Sultan gilt als die wichtigste Person seiner Familie, der die Freundschaft zum Westen, insbesondere zu den USA, fördert. Durch seine enge Kooperation mit den USA und durch immense Waffenkäufe, an denen er hohe Summe verdient hat und noch immer verdient, gilt er als einer der am meisten - und zunehmend - von der saudischen Opposition kritisierten Personen seiner Familie. Obwohl offiziell in den letzten Jahren als konservative Persönlichkeit innerhalb seiner Familie beschrieben, hat er in jüngster Zeit öffentlich den Reformprozess seines älteren Halbbruders König Abdullah unterstützt. Es wird vermutet, dass die beiden Halbbrüder sich eng miteinander abstimmen und keine dritte Person in ihr Machtduo lassen. Beide verstehen sich nach Berichten von Beobachtern derzeit sehr gut miteinander und ergänzen sich gegenseitig. Kronprinz Sultan konferiert täglich mit dem König und ist bei fast allen offiziellen Anlässen König Abdullahs zugegen.
1986 gründete Sultan die „Commission for Wildlife Conservation and Development“ [6], um den Schutz der einheimischen Wildtiere zu fördern. Er ist bis heute einer der Direktoren.
1994 wurde der Hohe Rat für islamische Angelegenheiten zur Überwachung islamischer Aktivitäten in Erziehung, Wirtschaft und Aussenpolitik gegründet, dessen Vorsitzender Sultan ist.
Prinz Sultan ist unter anderem:
Joseph A. Kechichian: Succession in Saudi Arabia, Palgrave MacMillan, 2001, ISBN 0312238800
Adelung-1793: Groß-Sultan, der
Brockhaus-1911: Sultân · Ibn Challikân · Ibn Chaldûn · Ibn Sîna · Ibn Roschd · Amr ibn al-Âßî · Alî ibn Abî-Tâlib · Ibn · Ibn Batûta · Ibn al-Athîr
DamenConvLex-1834: Sultan (türk. Herrschertitel) · Sultan (Putz)
Eisler-1912: Ibn Sina · Ibn Tophail · Josef Ibn Zaddik · Ibn Badschah · Ibn Gebirol · Ibn Roschd
Meyers-1905: Sultan · Sultan-Han · Sultan-tschair · Ibn el Fakîh · Ibn el Fâridh · Ibn el Heitham · Ibn el Beitâr · Ibn Doreid · Ibn Dschobeir · Ibn el Athîr · Ibn el Kisti · Ibn et Tofeil · Ibn Fadhlân · Ibn Hanbal · Ibn et Tiktaka · Ibn el Mokassa · Ibn es Sobeir · Ibn Esra · Ibn Chordadbeh · Dschaafar ibn Jahja · Amr ibn Kulthûm · Honein ibn Ishâk · Haddschadsch ibn Jussuf · Amr ibn el Aß · Abu Merwân ibn Zohr · Abu Hanîfa ibn Thâbit · Ahmed ibn Zêni Dahlân · Ahmed ibn Hanbal · Ibn Batûta · Ibn Baddscha · Ibn Challikân · Ibn Chaldûn · Ibn at... · Ibn Abi Jakûb · Ibn · Ibn Arabschâh · Ibn al...
Pierer-1857: Sultan-Ögni · Sultan-Kalessi · Sultan-Sarai · Sultan-Sāla · Sultan [1] · Sultan von Java · Sultan-Ali · Sultan [2]