Sure

Dieser Artikel erläutert die Koransuren; für den im Schweizer Kanton Luzern Sure geschriebenen Fluss siehe Suhre; für den im Französischen Sûre geschriebenen Fluss siehe Sauer.

Der Begriff Sure sure / سورة‎ / sūra bezeichnet einen Abschnitt des Korans, der heiligen Schrift des Islam. Bezüglich der Wortherkunft wird ein Zusammenhang mit dem hebräischen Wort שורה schura (Zeile) vermutet.

Die 114 Suren, die im Verlauf von über zwei Jahrzehnten nach der islamischen Glaubensvorstellung dem Prophet Muhammad von Allah offenbart wurden, sind nicht inhaltlich oder chronologisch, sondern grob ihrer Länge nach absteigend geordnet. Eine Ausnahme bildet al-fatiha الفاتحة‎ / al-fātiḥa /„die Eröffnungssure“, die, obwohl relativ kurz, am Anfang des Korans steht. Jede Sure trägt im Arabischen einen eigenen Namen, der auch beim Zitieren als Quellenangabe benutzt wird; die Zitierweise nach Surennummern ist nur im Westen üblich.

Üblicherweise werden die Suren nach dem Ort und der Zeit der Offenbarung in mekkanisch und medinensisch unterteilt, dies ist in den üblichen Druckausgaben im Titel mit angegeben. Im Koran selbst kommt das Wort sura zehn mal vor, z.B. in Sure 24, Vers 1:

"[Dies ist] eine Sure, die wir hinabgesandt und für verbindlich erklärt, und in der wir klare Zeichen (oder: Verse) hinabgesandt haben." (Paret).

Am Anfang jeder Sure, mit Ausnahme der neunten, die als Mahnung herabgesandt wurde, steht die Basmala. Die Suren gliedern sich wiederum in einzelne, in Reimprosa sadsch' / سجع‎ / saǧʿ verfasste Verse, so genannte Ayat آيات‎ / āyāt /Sing.āya /„Zeichen/Koranvers“. Die Zahl der Verse wird im Surentitel mit angegeben.

Siehe auch

Literatur

  • Hartmut Bobzin (1999), Der Koran. Eine Einführung. C.H.Beck.
  • Michael Cook (2002), Der Koran. Eine kurze Einführung. Reclam, Ditzingen.
  • M. Mir: The sūrah as a unity: a 20th-century development in Qurʾān exegesis. In: G. Hawting und A.A. Shareef (Ed.): Approaches to the Qurʾān. London 1993. S. 211-24
  • Angelika Neuwirth: Studien zur Komposition der mekkanischen Suren. Berlin 1981
  • Angelika Neuwirth: Koran. In: Helmut Gätje (Hrsg.):Grundriß der arabischen Philologie. Bd. II. Literaturwissenschaft.Dr. Ludwig Reichert Verlag. Wiesbaden. 1987. S.96-135; bes. 117-119 (Surestruktur und Surentypen).
  • The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 9. S.885
Quelle:
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