Das Susatal (auch Val di Susa) ist ein Tal in der norditalienischen Provinz Turin und gehört zur Region Piemont. An der Grenze zu Frankreich gelegen, ist es im Nordosten von den Grajischen Alpen und im Südwesten von den Cottischen Alpen umgeben.
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Das Tal erstreckt sich über etwa 70 Km Länge in westöstlicher Richtung. Seinen Namen hat es von der Stadt Susa, die am westlichen Rand des unteren Susatales (Comunità Montana Bassa Valle Susa e Val Cenischia) liegt. Durch das Tal fließt die Dora Riparia, die in Turin in den Po mündet.
Das Susatal weist mit 3000 Meter Höhenunterschied auf 7 Km zwischen Susa und dem Rocciamelone extreme Reliefunterschiede auf.
Die Gemeinden des Susatales haben sich zu zwei Verwaltungsverbänden zusammengeschlossen, der
Die Grenze zwischen oberem und unterem Susatal entspricht aktuell in etwa jener Grenze, die bis 1713 (Frieden von Utrecht) zwischen dem französischen (oberen) und dem savoyischen (unteren) Talbereich bestand (ab 1720 Königreich Savoyen-Piemont-Sardinien).
Im Susatal gibt es 5 Naturschutzgebiete:
Die Kapelle auf dem 3538 Meter hohen Gipfel Rocciamelone etwas nordöstlich von Susa ist der höchste Wallfahrtsort der Alpen. Die jährliche Wallfahrt zur Madonna della Nevi findet am 5. August statt.
Durch das Susatal führten im Mittelalter wichtige Pilgerrouten, von denen die Strecke über den Mont Cenis Pass (italienisch: Colle del Moncenisio, französisch: Col du Mont-Cenis), einer der am stärksten frequentierten Übergänge der Westalpen, auch als Via Francigena (oder Via Romea) bezeichnet wird. Sie diente Pilgern aus Santiago de Compostela, Südfrankreich oder auch aus Nordeuropa auf ihrem Weg nach Rom, weswegen eine Vielzahl von Klöstern und Hospizen errichtet wurde - was dem Tal den Beinamen ‚Tal der Klöster‘ eintrug. Als Hauptsehenswürdigkeit gilt das Kloster Sacra di San Michele, daneben Sant’Antonio di Ranverso und die im Jahr 726 gegründete Abbazia di Novalesa.
Durch das Tal führt die Autobahn A32 von Turin nach Grenoble. Über den Mont-Cenis-Pass kann man das Tal von Susa nach Norden verlassen, der Fréjus-Tunnel führt von Bardonecchia aus zum westlich angrenzenden Frankreich. Eine Eisenbahnlinie führt von Turin durch das Susatal und den Fréjus-Tunnel ins französische Chambéry.
Seit etwa 1989 ist der Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse durch das Susatal in Planung (Mont-Cenis-Basistunnel). Die Schnellzugverbindung (italienisch Treno ad Alta Velocità = TAV) soll Turin mit Lyon verbinden. Im Sommer 2001 einigten sich die französische mit der italienischen Regierung auf dieses Projekt. Es ist jedoch in Norditalien sehr umstritten. Für die Verbindung wäre der Bau zweier sehr langer Tunnel erforderlich: der östliche von Bruzolo nach Venaus (12 km lang), der westliche von Venaus nach Saint-Jean-de-Maurienne (53 km lang). Ersterer müsste durch asbesthaltiges Gestein führen, letzterer durch stark uranhaltiges Gestein. Die Planung sieht eine 15jährige Bauzeit und Kosten in Höhe von 20 Mrd. Euro vor. Beide Tunnel zusammen wären länger als der Brennerbasistunnel unter dem Brennerpass, für den zur Zeit Erkundungsstollen gebaut werden. Im Jahr 2005, als Probebohrungen für das Projekt im Susatal begannen, fanden im Tal mehrere Demonstrationen mit 30-70.000 Teilnehmern gegen das Bauprojekt statt. Im Rahmen dieser Protestaktionen wurde das Susatal samt der Autobahn zeitweise blockiert und war komplett von der Außenwelt abgeschnitten.