Suum cuique

Stern des Schwarzen Adlerordens
Stern des Schwarzen Adlerordens
Tor des KZ Buchenwald.
Tor des KZ Buchenwald.

Suum cuique (lat., Jedem das Seine) ist einer der klassischen Grundsätze des Rechts.

In der lateinischen Version ist die Redewendung die Ordensdevise des von Friedrich I. gestifteten Schwarzen Adlerordens und davon abgeleitet auch das Motto der Feldjägertruppe der Deutschen Bundeswehr. Pervertiert gebraucht wurde die deutsche Übersetzung „Jedem das Seine“ als von innen zu lesendes Motto am Eingangstor des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Buchenwald.

Suum cuique in der Rechtsgeschichte

In dem politischen und juristischen Sinne „Jedem das Seine zuteilen“ wird die Formel vor allem bei Cicero, De legibus 1, 6 19, verwendet, der dort an die Ableitung des griechischen Substantivs „nómos“ (Gesetz) von dem Wort „némo“ (grc. - zuteilen) erinnert: „Eamque rem (gemeint: legem) illi Graeco putant nomine a suum cuique tribuendo appellatam“ - "Und diese Sache (das Gesetz) sei, wie jene glauben, mit ihrer griechischen Bezeichnung nach dem "jedem das Seine zuteilen" benannt.

Auch in Cicero, De officiis 1, 5, 15, findet sich der Ausdruck: in hominum societate tuenda tribuendoque suum cuique et rerum contractarum fide: ... die Gesellschaft der Menschen aufrechtzuerhalten und jedem das Seine zukommen zu lassen, sowie in der Verlässlichkeit vertraglicher Abmachungen.

In den Institutionen des Kaisers Justinian heißt es ganz zu Beginn, im ersten Teil des Corpus Iuris Civilis: iuris praecepta sunt haec: honeste vivere, alterum non laedere, suum cuique tribuere. - Die Gebote des Rechts sind diese: Ehrenhaft leben, niemanden verletzen, jedem das Seine gewähren (Inst. 1, 1, 3). Bei Ulpian im Corpus Iuris Civilis, Digesten 1, 1, 10, heißt es: Iustitia est constans et perpetua voluntas ius suum cuique tribuendi. - Die Gerechtigkeit ist der beständige und dauerhafte Wille, jedem sein Recht zukommen zu lassen. Dieser Satz wurde dann vom Verfasser der Institutionen, Tribonian als Definition an den Anfang des Gesamtwerkes gestellt (Inst. 1, 1, 1).

Jedem das Seine: Volksoperette von Peter Turrini und Silke Hassler

Jedem das Seine ist auch der Titel der 2007 am Stadttheater Klagenfurt uraufgeführten Volksoperette des österreichischen Autors Peter Turrini und seiner Lebensgefährtin Silke Hassler. Die Musik dazu stammt von Roland Neuwirth. Intendant Dietmar Pflegerl betraute Michael Sturminger mit der Uraufführungsregie, als Dramaturgin zeichnete Maja Haderlap verantwortlich.

Das Stück beruht auf wahren Ereignissen in Kärnten, der Steiermark und im Burgenland im Frühling 1945. Eine zum Todesmarsch verurteilte Gruppe ungarischer jüdischer Häftlinge hält sich in einer Scheune in der österreichischen Provinz auf. Die SS-Leute haben sich aus dem Staub gemacht, und keiner der Juden weiß, wie es nun weitergeht. Einer der Männer gibt sich als gefeierter Budapester Operettentenor zu erkennen und will gemeinsam mit einem mitgefangenen Geiger und einem Pianisten die Operette Wiener Blut von Johann Strauß für die Besitzer der Scheune aufführen. Obwohl der 2. Weltkrieg so gut wie vorüber ist und in Wien bereits eine provisorische Regierung sitzt, wird der "Stadel" (Scheune) schließlich angezündet. Turrini setzt wie so oft überdeutliche dramatische Effekte als grelle Schlusspose ein. - Die Kritiker reagierten mit gemischten Gefühlen auf Turrinis Text und die "undifferenzierte Inszenierung Sturmingers" (ORF).

Die Uraufführungsbesetzung sah aus wie folgt: Ludwig "Lou" Gandolf: Alexander KAIMBACHER; Zsuzsa Breuer: Ursula STRAUSS; Ein Geiger: Aliosha BIZ; Hannah König: Dagmar SCHWARZ; Jakob König: Bela KORENY; Traudl Fasching: Josefin PLATT; Hitlerjunge: Dries KRAGTEN/Felix WAGNER; Stefan Fasching: Dirk NOCKER; Leopoldine Schrabacher: Winnie BÖWE/Evi KAHRSTEPHAN; Elias Rotenberg, Schneider: Lukas MIKO; Dorfgendarm: Maximilian ACHATZ;

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