Als sympatrische Artbildung (auch: sympatrische Speziation) bezeichnet man das Entstehen neuer Arten in einem Gebiet, das von den Morphen gemeinsam besiedelt wird. Sympatrische Artbildung wird also nicht durch geografische Barrieren eingeleitet.
Es gibt zwei Bedingungen für die sympatrische Artbildung:
Inhaltsverzeichnis |
Beim Mittel-Grundfink wurden zwei Morphen mit unterschiedlich großen Schnäbeln beobachtet, deren Weibchen sich vorzugsweise mit Männchen der gleichen Morphe verpaaren. Als Ursache für diese „Vorliebe“ bei der Partnerwahl wurden Gesangsunterschiede aufgrund der unterschiedlichen Schnabelgrößen angegeben. [1]
Eine phytophage Insektenart paart sich auf einem Apfelbaum. Gehen sie nun auf eine andere Wirtspflanze (z.B. Zwetschke) über, die etwas später blüht, kommt es zu einem hohen Grad an Selektion. Späte Insekten gehen dann auf die späten Blüher und somit ist eine zeitliche Barriere entstanden zwischen den Apfelbauminsekten und den Zwetschkenbauminsekten.
Die sympatrische Artbildung ist im Prinzip also eine kleinräumige allopatrische Artbildung. Der Unterschied ist, dass es keine geografische Barriere gibt, sondern eine zeitliche.
Es werden zwei Formen der Artbildung durch Polyploidisierung unterschieden:
Artbildung durch Polyploidisierung ist ein schlagartiger Isolationsvorgang, der von Individuen ausgeht und zu neuen Arten führt, die mit den Ausgangsformen nicht fruchtbar kreuzbar sind.
Artbildung durch Polyploidisierung spielt nur in der Pflanzenwelt eine Rolle, da es bei polyploiden Tieren zu Störungen in der Geschlechtsausbildung kommt.