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| Tabak | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Nicotiana | ||||||||||||
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| Arten | ||||||||||||
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Tabak (Nicotiana) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu der unter anderem auch die Tomate, Kartoffel und Tollkirsche gehören. Tabak gelangte mit der Entdeckung Amerikas in die damals bekannte Welt. Heutzutage sind 65 Nicotiana-Arten bekannt. Die Tabakpflanzen erzeugen in den Wurzeln das Alkaloid Nikotin, welches sie in den Blättern einlagern. Nikotin kommt aber auch z.B. in der Aubergine vor. Durch den hohen Gehalt an Nikotin ist Tabak eine vergleichsweise starke Droge.
Inhaltsverzeichnis |
In der Gattung Tabak existieren sowohl Arten, die als kleine einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen mit einer Größe von 0,1 bis 0,3 m wachsen, aber auch größere, weichholzige Sträucher, die bis zu 2 m hoch werden und selten auch Bäume mit einer Größe von bis zu 10 m. Gelegentlich verbreiten die Pflanzen einen übel riechenden Geruch. Die Wurzeln sind nicht selten brutkörpertragend, in den Sprossen und Blättern ist Kristallsand zu finden, das Phellogen wird unter der Epidermis ausgebildet, das innere Phloem ist faserig. Die drüsigen Trichome bilden fast ausschließlich mehrzellige Köpfe; es kommen jedoch auch einzellige Köpfe vor.
Die Blätter sitzen an einem Blattstiel oder sind blattstiellos, oftmals bilden die basalen stängelständigen Blätter unterschiedliche Formen aus, wobei die stängelständigen Blätter meist kleiner sind und in die Brakteen der Blütenstände übergehen können. Die Blattränder sind ganzrandig oder gewellt. Sie sind (2) 8 bis 15 (100) cm lang, die Blattstiele sind kürzer als die Blätter und gleichmäßig geschwungen.
Die Blütenstände sind terminale, vielblütige Dolden, selten sind die Blüten auch mit Laubblättern statt Brakteen verbunden. Die Blüten sind duftlos oder duftend, oftmals in den Abendstunden aufblühend, bei Sonnenlicht wieder schließend oder offenbleibend; es existieren auch selbstbestäubende Arten. Der Kelch ist radiärsymmetrisch oder seltener auch zygomorph, mit fünf gleichlangen oder ungleichmäßigen linearen, dreieckigen oder pfriemförmigen Kelchblattlappen. Die Lappen sind normalerweise kürzer als der urnenförmig, zylindrische oder glockenförmige verwachsene Teil des Kelches, nur in Ausnahmen sind die gleich lang. Die radiärsymmetrische oder zygomorphe Blütenkrone ist fünfzählig; 5 bis 90 mm lang; trichterförmig, röhrenförmig oder stieltellerförmig und sehr vielfältig gefärbt. Die Kronblattlappen besitzen einen eingebuchteten Rand. Die fünf Staubblätter können innerhalb oder außerhalb der Blüte enden, die Staubfäden sind gerade oder stark knieförmig gebogen; haben innerhalb einer Blüte die gleiche Länge oder kommen in zwei Längen (4 + 1) oder drei Längen (2 + 2 +1) vor. Die Antheren sind dorsal fixiert, können gelb, grün oder violett sein, sind 1,2 bis 2,3 mm lang und sind dann fast kreisförmig oder 3,5 bis 5,5 mm lang und dann mit eiförmiger, verkehrt eiförmiger oder länglicher Form.
Die Samenkapseln sind scheidewandspaltig-fachspaltig, 4 bis 20 (28) mm lang und beinhalten eine große Anzahl an Samen, meist zwischen 100 und 5000. Die Samen sind 0,4 bis 1,3 mm lang, fast kugelförmig, nierenförmig oder unternierenförmig, manchmal verlängert; die Tausendkornmasse beträgt bzw. 1000 Körner wiegen 0,1 Gramm.
Die Gattung wird in folgende Sektionen unterteilt:
Hier eine Artenauswahl mit Angabe der Sektionszugehörigkeit innerhalb der Gattung:[1]
Folgende in dieser Gattung beschriebenen Arten werden aktuell anderen Gattungen zugeordnet:
Der Tabakanbau ist der landwirtschaftliche Anbau von Tabak als Nutzpflanze zur Gewinnung von Rohtabak aus den geernteten und getrockneten Blättern, teilweise auch aus den ganzen Pflanzen. Wegen der großen Anpassungsfähigkeit der subtropischen Pflanze wird Tabak bis in die gemäßigten Zonen von 38° südlicher Breite bis 56° nördlicher Breite angebaut. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Nord-, Mittel- und Südamerika, Volksrepublik China, Südostasien, Vorderasien/Balkan und Europa. In Deutschland wird Tabak unter anderem in der Vorderpfalz angebaut.
Der Tabakanbau führt in den afrikanischen Anbaugebieten zu verstärkter Abholzung von Wäldern, Auslaugung des Bodens und starker wirtschaftlichen Abhängigkeit der Tabakimporteure. [2]
Bis Ende der 1960er Jahre war auch der private Tabakanbau in Deutschland recht gebräuchlich. Einige Jahrzehnte in Vergessenheit geraten wird dieser gerade mit steigenden Steuerlasten auf Tabakprodukte wieder aktuell. Dabei ist die Herstellung von rauchbarem Tabak arbeitsintensiv und eher als Liebhaberei (Hobby) attraktiv.
Der Tabakanbau in Europa wird von der EU mit Subventionen von 1 Milliarden Euro jährlich gefördert.[3] Davon entfallen rund 150 Millionen Euro auf den Tabakanbau in Deutschland. Seit 2005 sollen jedoch 20 Prozent der bisher gewährten Subventionen gezielt dafür eingesetzt werden, die Tabakbauern zum Umsteigen auf andere Erzeugnisse zu ermuntern. In Österreich beispielsweise führte das dazu, dass laut einer Pressemeldung im Jahr 2005 alle etwa 70 verbliebenen Tabakbauern ihren Betrieb einstellten. Im Jahr 2010 soll die Subventionierung eingestellt werden.
Die weltweite Rohtabakernte beträgt rund 7 Millionen Tonnen, davon 2,55 Millionen Tonnen in der Volksrepublik China.
Weitere bedeutende Tabakanbaustaaten sind:
Hauptimporteure sind die USA, Deutschland, Großbritannien, Russland und die Niederlande.
Die Einnahmen aus dem Tabakbau waren für die kleinbäuerliche Landwirtschaft in Baden und der Vorderpfalz ab 1920 eine der wichtigen Einnahmequellen für die Landwirtschaft. Tabak bot vielen Landwirtsfamilien sowie vielen Taglöhnern Arbeit und Einkommen nachdem ein Beimischungszwang für heimischen Tabak in Zigarren und Zigaretten in Deutschland eingeführt worden war.
Mit 2000 Arbeitsstunden pro Hektar war der Arbeitsaufwand allerdings sehr hoch, aber die Einnahmen pro Flächeneinheit um das 10-20fache höher als bei Getreideanbau. Der Tabaksamen ist einer der kleinsten Samen im landwirtschaftlichen Bereich. Zehntausend Tabak-Körnchen wiegen gerade 1 Gramm. Bei 40–50 Tausend Tabakpflanzen pro Hektar und einem durchschnittlichen Anbau von 0,5 ha wurden 4,5 Gramm Saatgutmenge benötigt.
Tabak ist eine subtropische Pflanze und benötigt für die Keimung hohe Temperaturen. Die Tabaksaison beginnt in den gemäßigten Klimaten mit dem Einweichen der Körner, einwickeln in Leinentüchern und Erwärmung auf 36 Grad Celsius Temperatur. Dies geschah in aller Regel unter zur Hilfenahme von Bettflaschen die von Landwirtsfamilien in Betten verwahrt wurden.
Bei Feuchtigkeit und Temperaturen um 40 Grad Celsius platzen die braunen Samenschalen nach fünf bis acht Tagen auf und der weiße Keimling wird sichtbar. Jetzt wird in Frühbeetkästen gesät. Die Frühbeetkästen, die das Bild der meisten Bauerngärten bestimmten, wurden rechtzeitig mit einem 20–30 Zentimeter dicken Mistbeet vorbereitet, auf dessen Oberfläche eine Spezialerde aus Torf und Mulch, genannt Fruhstorfer-Einheitserde, aufgebracht war. Zugedeckt wurden die Frühbeete mit Glasscheiben um subtropische Klimaverhältnisse zu schaffen.
Zwei Methoden der Aussaat wurden verwendet. Entweder wurde das Gieß- oder das Handsaatverfahren eingesetzt. Die Gießsaat erfolgte in der Weise, dass die für ein Frühbeet benötigte Saatgutmenge in die Gießkanne gegeben, die Kanne mit Wasser gefüllt und dann kräftig umgerührt wurde, damit alle Samen im Wasser gleichmäßig verteilt waren. Daraufhin wurde das Gießwasser gleichmäßig im Frühbeet verteilt.
Die Hand-Sämethode, die von konservativen Landwirten benutzt wurde, basierte auf der Verwendung von Grieß. Man mischte den angekeimten Samen mit einem Pfund Grieß in einer Schale. Anschließend wurde diese Menge gleichmäßig im Frühbeet verteilt. Der weiße Grieß und der braune Untergrund der Fruhstorfer-Einheitserde machten es relativ leicht, die Saatmenge gleichmäßig zu verteilen.
Für die ersten Tage wurden die Frühbeete mit Zeitungspapier abgedeckt, um den Boden vor schneller Austrocknung zu schützen. Nach ca. drei bis vier Tagen wurde das Papier entfernt. Einer besonderen Pflege bedurfte die Temperaturregelung in den Frühbeetkästen. Durch tägliches öffnen und schließen einzelner Scheiben wurde für Luftzirkulation und Wärmesteuerung gesorgt. Nach etwa vier Wochen waren die Pflanzen groß genug um die ersten grösseren Pflanzen zu pikieren, bzw. für das Feld zu entnehmen.
Die bis in die 1970er Jahre hinein verwendete Handpflanzung erfolgte in das fein krümelig hergerichtete Saatbett auf den Acker nachdem mit einem Markierrechen die Pflanzstellen festgelegt wurden. Die Pflege des Tabaks auf dem Feld beschränkte sich bis 1958 in erster Linie die mechanische Unkrautbekämpfung mit Handhacke, Hackgeschirr und Häufelpflug.
Nach mehreren Pflegeschritten wie Hacken, Häufeln, Köpfen (Entfernen der Blütenstände) und Geizen (Entfernen der Seitentriebe) können drei Monate später die untersten drei bis vier reifen Blätter geerntet werden. Dieser Vorgang wird über vier bis sechs Wochen wiederholt, bis alle verwendbaren Blätter abgeerntet sind.
Mit dem Ausbruch der Blauschimmelkrankheit Peronospora im Jahr 1959, die durch unvorsichtiges Hantieren eines Wissenschaftlers mit diesem Peronospora-Pilz an der Bundesanstalt für Tabakbau in Forchheim verursacht wurde, war das Überleben vieler landwirtschaftlicher Betriebe in Frage gestellt. Der dramatische Strukturwandel der Landwirtschaft wurde in den Tabakanbaugebieten dadurch noch verstärkt. Der Tabakanbau spielt seit der Jahrhundertwende in Deutschland keine Rolle mehr.
Als Nutzpflanze haben nur zwei Arten wirtschaftliche Bedeutung, die zahlreiche Varietäten bilden und aus denen viele Sorten gezüchtet wurden. Die verbreitetste Art ist der Virginische Tabak (Nicotiana tabacum), zu dem nahezu alle heute angebauten Sorten gehören. Vereinzelt wird außerdem noch Bauern-Tabak (Nicotiana rustica) angebaut. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Arten und -Sorten, die als Zierpflanzen Verwendung finden.
Die getrockneten, kurierten und gerebelten Tabak-Blätter (Rauchkraut) können in Tabakspfeifen oder gedreht als Zigaretten, Zigarillos und Zigarren geraucht werden. Das giftige, suchtauslösende Nikotin wird dabei zu großen Teilen verbrannt; nur ein geringer Anteil verdampft und wird inhaliert. Bereits der Verzehr geringer Mengen kann wegen des hohen Nikotinanteils zum Tod durch Atemlähmung führen. Weniger verbreitet ist der Konsum in Form von Snus, Kautabak und Schnupftabak.
In Herrenparfüms werden Tabaknoten gerne eingesetzt. Für echte Effekte sind Absolues aus echten Tabakblättern unerlässlich. Absolues werden durch Extraktion über das Concrète gewonnen.
Der Tabak gehört zu denjenigen Pflanzen, deren Genom am besten erforscht ist. Er wird in der Gentechnik-Forschung bevorzugt, weil er weder von Mensch noch Tier verzehrt wird und deshalb nicht versehentlich in die Nahrungskette gelangen kann. Durch Veränderungen des Erbgutes entstand beispielsweise nikotinfreier Tabak; die Produktion von Medikamenten in Tabakpflanzen ist inzwischen ein ernsthafter und erfolgreicher Forschungszweig.
Tabakarten und -sorten werden auch als Schmuckpflanzen angebaut. Unter diesen gibt es Wildarten wie den bis zu 1,7 m hohen, nachts stark duftenden Wald-Tabak (Nicotiana sylvestris) mit langen weißen Blütenröhren oder die vielen Sorten des Ziertabaks Nicotiana x sanderae, einer Kreuzung aus dem rotblühenden N. forgetiana und dem weißblühenden N. alata. Aus dieser Kreuzung entstanden Nachkommen in vielen Farbtönen und in unterschiedlichen Wuchshöhen, teils immerduftend, teils nachtduftend oder auch ohne Duft. Der „Scharlachkönig“ ist eine dunkel scharlachrot blühende, etwa 60 cm hohe Sorte.
Hauptartikel: Tabakkonsum
Die Geschichte des Tabakkonsums reicht bis ins Jahr 1492 zurück, als Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Die dort lebenden Einwohner hatten schon das Tabakrauchen gekannt. Im Laufe der Jahren hat sich der Konsum sehr verändert. So gibt es verschiedene Konsumformen, Marken, so dass gar eine eigene Marktbranche entstand. Mit der Verbreitung ist auch die Kritik aufgekommen, so dass viele Länder das Rauchen an verschiedenen Orten gesetzlich verbieten.
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| Wiktionary: Tabak – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
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