Talitha Kumi

Talitha Kumi (arab. طاليتا قومي) in Beit Dschala ist eine renommierte Schule im palästinensischen Autonomiegebiet. Ihr Name verweist auf eine Begebenheit, die der Evangelist Markus erzählt: Bei der Auferweckung der Tochter des Jairus ergriff Jesus das Kind bei der Hand und sprach: „Talitha Kumi! - das heißt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!“ Markus 5,41 LUT Unter dem gleichen Namen existierten früher auch in Deutschland zahlreiche diakonische Einrichtungen, z.B. in Niederlößnitz bei Dresden.

Geschichte

  • 1851 Theodor Fliedner, Gründer des Diakoniewerkes in Kaiserswerth, errichtet mit der Unterstützung von vier Diakonissen in Jerusalem, Israel, ein Kinderheim für arabische Mädchen. Die Erziehungsarbeit an der weiblichen Jugend Palästinas, um die sich bisher niemand kümmerte, begann. Seine Aufgabe sah der „Jerusalemsverein“ in der Gründung, Unterhaltung und Förderung von evangelischen Schulen und Gemeinden im Heiligen Land.
  • 1914 Durch den Krieg 1914/18 musste die Arbeit gänzlich eingestellt werden.
  • 1925 Erneute Rückgabe und Eröffnung von Talitha Kumi, die allerdings durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 wieder eingestellt wurde.
  • 1959 Es entstand ein neues Talitha Kumi in Beit Jala, dessen Einweihung feierlich 1961 stattfand. Zu dieser Zeit wurde die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jerusalem selbstständig. Heute gehören zu dieser Kirche im von Israel besetzten Teil des Westjordanlandes fünf Gemeinden, vier Schulen und ein Jungeninternat. Die Leitung der Kirche hat seit 1979 ein arabischer Bischof.
  • 1975 Der Jerusalemsverein und die Schule wird in das Berliner Missionswerk übernommen, der die Gemeinde- und Schularbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche unterstützt und Ausbildungspatenschaften für palästinensische Schülerinnen und Schüler vermittelt.

Seit 1988 gibt es durch Streiks und die israelische Militärverwaltung immer wieder starke Behinderungen des Schulbetriebes und teilweise angeordnete Schulschließungen.

Weblinks

Quelle:
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