Eine Talsperre staut mit einem Absperrbauwerk in einem Tal ein Fließgewässer zu einem Stausee auf, dabei bilden die gegenüberliegenden Talflanken den seitlichen Halt der Talsperre und die Begrenzung des Sees.
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Die technisch-fachliche Definition ist: Eine Talsperre ist eine Anlage zum Stauen von fließendem Wasser (Stauanlage), die über den Querschnitt des Wasserlaufes hinaus die ganze Talbreite abschließt. Im Gegensatz dazu schließt ein Wehr nur den Querschnitt eines Wasserlaufes auf dessen Breite ab. Der Stauraum dient als Speicher. (DIN 19700-11)
Die juristische Definition ist den Wassergesetzen der Länder zu entnehmen, z. B. dem §84 SächsWG: Danach ist eine Talsperre eine Stauanlage von mehr als 5 m Höhe (gemessen von der Bauwerkskrone bis zum tiefsten Geländepunkt im Speicher) und mehr als 100.000 m³ Inhalt des Speicherbeckens. (z.B. LWG NW § 105). Als Talsperren gelten Stauanlagen einschließlich ihrer Speicherbecken.
Talsperren dienen folgenden Hauptzwecken:
Zusätzlich werden viele Stauseen und ihre näheren Umgebungen für Freizeit- und Sportaktivitäten und zur Erholung genutzt.
Man unterscheidet folgende Ausführungen der Absperrbauwerke:
Staudamm
Die Talsperre wird aus Gestein und Erde aufgeschüttet. Die Stabilität des Bauwerks ist durch das Eigengewicht und den flachen Böschungswinkel gegeben. Bei der Abdichtung wird zwischen einer „Oberflächendichtung“ und einer „Kerndichtung“ unterschieden.
Bei der Oberflächendichtung wird der Damm auf der Wasserseite zum Beispiel durch eine Lehm oder Tonschicht abgedichtet. Es gibt jedoch auch andere Ausführungen dieser Dichtungsart – wie etwa bituminöse Schichten. Der Nachteil bei dieser Ausführung ist jedoch, dass sie durch Witterungseinflüsse immer wieder erneuert werden muss.
Bei der Kerndichtung befindet sich ein sogenannter Dichtriegel im Inneren des Dammes. Nur der Überlauf wird meist gemauert ausgeführt. Diese Sperren werden oft, aber nicht ausschließlich, für kleine Becken an kleinen Flüssen verwendet. Ein weitere Einsatzmöglichkeit sind auch große Talquerschnitte mit schwierigem Baugrund. Wenn aufgrund der Baugrundverhältnisse wie beispielsweise eine geringe Druckfestigkeit des anstehenden Bodens nur geringe Bodenpressungen möglich sind, ist die Dammkonstruktion wegen ihrer großen Aufstandsfläche eine der besten Lösungen für eine Talsperre.
Gewichtsstaumauer oder Schwergewichtsmauer
Diese Mauern werden im Kern aus Mauerwerk oder Beton hergestellt. Die Oberfläche wird abgedichtet und die Mauerkrone befestigt. Diese Talsperrenart hält dem Druck der Wassermassen allein auf Grund ihres Gewichtes stand.
Bogenstaumauer oder Gewölbestaumauer
Bei sehr hohen und nicht sehr breiten Tälern wendet man die Bogenstaumauern vorrangig an. Die Mauer ist nicht eben, sondern bildet einen gegen die Wasserseite vertikal und horizontal gespannten Bogen. Der durch das Wasser erzeugte Druck auf die Mauer wird über den Bogen auf die seitlich im Berg gelegenen Fundamente abgeleitet. Bei dieser Mauerform ist die Bindung an den Fels besonders wichtig. Bogenstaumauern werden beispielsweise bei Stauseen in der Schweiz und in Österreich am häufigsten angewendet.
Pfeilerstaumauer
Eine Pfeilstaumauer ist im wesentlichen eine Betonstaumauer mit Pfeilern, die die Kräfte in den Untergrund ableiten, sowie mit materialsparenden Zwischenräumen.
Oftmals haben Talsperren eine Vorsperre, hinter der sich ein „Vorbecken“ befindet, um darin von den Zuflüssen mitgeführte Verunreinigungen zurückzuhalten – Beispielsweise Baumstämme, Öl, Geröll und Sedimente – was insbesondere bei Anlagen zur Trinkwasserversorgung von Bedeutung ist. Gegen einen über das Sollmaß hinaus gehenden Wasserpegel hilft der Überlauf beziehungsweise die Hochwasserentlastung.
Hinter Talsperren verbirgt sich eine große Gefahr in Form der aufgestauten Wassermengen. Um die Sicherheit zu erhöhen und damit Talsperren-Katastrophen zu vermeiden, werden laufend Messungen und Kontrollen durchgeführt. Dadurch sollen Veränderungen frühzeitig erkannt werden um gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen vornehmen zu können. Die Überwachung findet in Deutschland in Abstimmung mit der staatlichen Aufsichtsbehörde des jeweiligen Bundeslandes statt.
Bei deutschen Talsperren findet einmal im Jahr eine Talsperrenschau statt. Die Aufsichtsbehörde besichtet mit dem Betreiber den Staudamm mit den dazugehörenden Anlagen. Jährlich muss für jede Talsperre ein Sicherheitsbericht erstellt werden. Grundlage für den Bericht ist das vom DVWK (Deutscher Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau) herausgegebene Merkblatt 231 „Leitfaden Sicherheitsbericht Talsperren“.
Für jede Talsperre existiert ein „Talsperrenbuch“ mit folgenden Bestandteilen:
Hier befindet sich eine Liste der größten Talsperren der Erde.
Die älteste noch teilweise erhaltene Talsperre der Erde ist das Sadd-el-Kafara im Wadi el Garawi bei Kairo, Ägypten (verschiedenen Angaben zufolge zwischen 2950 und 2500 v. Chr. erbaut).
Nach Vogel befindet sich die älteste Talsperre der Welt aus dem 4. Jahrtausend vor Christus in Jordanien, nämlich das Trinkwasserreservoir von Jawa (siehe Österreichische Wasserwirtschaft 7/8 1981). Damit identisch ist wahrscheinlich der von Herzog 1993 beschriebene Waja-Damm in Jordanien (4000 v. Chr.), ein Erd- und Steindamm. Auch eine weitere Quelle weist auf 5 Meter hohe Erddämme aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. mit Stauwänden aus Trockenmauerwerk in Java in Nordjordanien hin, die zur Bewässerung und zur Wasserversorgung gebaut wurden.