Taschenlampe

Taschenlampe des Herstellers Maglite
Taschenlampe des Herstellers Maglite
Radio-Light
Radio-Light
Duracell Taschenlampe gestaltet von Studio BIB in den 1980er Jahren
Duracell Taschenlampe gestaltet von Studio BIB in den 1980er Jahren

Eine Taschenlampe ist eine kleine, mobile Lichtquelle mit eigener Energieversorgung. Der Name ist entstanden, weil die meisten Taschenlampen klein genug sind um in einer Tasche verstaut werden zu können.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Taschenlampen werden meist im Spritzgussverfahren aus Kunststoff gefertigt und in der Tütenbauweise montiert, ebenso gibt es Taschenlampen, deren Korpus aus einem Metallrohr besteht. Eine herkömmliche Taschenlampe besteht aus einem länglichen, oft runden, Griffstück, in das mittels eines Schraub- oder Schiebeverschlusses am Ende Batterien oder Akkus eingesetzt werden. Um Leuchtmittel mit einer höheren Spannung einsetzen zu können, werden fast immer mehrere Batterien in Reihe geschaltet, häufig 2 oder 4 Mignon- oder Micro-Zellen. Bei größeren Taschenlampen werden aber meistens Baby- oder Mono-Zellen verwendet.

Am vorderen Ende des Griffs befindet sich eine transparente Kunststoffscheibe, hinter der als eigentliche Lichtquelle eine Glühlampe sitzt, die wiederum zur optimalen Lichtnutzung von einem Parabolspiegel umfasst ist. In neueren Modellen werden oft statt einer Glühlampe auch eine oder mehrere Leuchtdioden verwendet. Der Spiegel entfällt bei Lampen mit Leuchtdioden meist, da hier der Spiegel bereits in die Diode integriert ist. Ansonsten besteht er fast immer aus beschichtetem Plastik. Normalerweise hat der Bereich um die Glühlampe einen größeren Durchmesser als das Griffstück. Für Glühlampen mit besserer Lichtausbeute werden edelgasgefüllte Spezialglühlampen (Xenon, Krypton) eingesetzt.

Bei Kunststofflampen sind zwischen Stromquelle, Schalter und Lichtquelle Kabel nötig, bei Metalllampen wird häufig das Gehäuse selbst als Leiter verwendet. Die Stromquelle berührt dabei mit einem Pol direkt die Lichtquelle und mit dem anderen das Gehäuse, welches über einen Schalter mit dem zweiten Anschluss der Lichtquelle verbunden ist.

Taschenlampen aus Metall sind in der Regel hochwertiger und belastbarer als Kunststofflampen, allerdings auch dementsprechend teuerer in der Anschaffung. Kunststofflampen sind weit verbreitet und werden teilweise sogar als Werbegeschenk verteilt, können aber bei guter Verarbeitung ebenso verwendet werden wie Metalllampen. Ihre Vorteile liegen in erster Linie im geringeren Gewicht und Preis.

Funktionsweise

verschiedene Taschenlampentypen
verschiedene Taschenlampentypen

Die Batterien im Griff dienen der Lichtquelle als Stromquelle. Die verbreitetsten Varianten, um die Lampe an- und auszuschalten sind ein drehbarer Lampenkopf (beispielsweise bei Taschenlampen der Marke MAG-LITE) oder ein im Griff eingelassener Schalter, der in seiner Ausführung wiederum differieren kann.

Die Lichtquelle ist am Griffteil der Lampe befestigt, während der umgebende Spiegel am drehbaren Kopf der Lampe angebracht ist. So ist durch Drehen des Kopfs eine Fokussierung des Lichtstrahls möglich. Genauso kann der Strahl allerdings absichtlich unscharf gestellt werden, um auf Kosten der Intensität eine größere Fläche zu beleuchten.

Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten für Taschenlampen sind äußerst vielfältig. Sie reichen vom Lichtspender während eines Sicherungswechsels bei Stromausfall über Nachtwanderungen und tagelange Campingtouren bis hin zu Tauchgängen in größerer Tiefe. Für die einzelnen Bereiche existieren dabei spezielle Lampentypen, beispielsweise solche mit größeren Batterien für längere Betriebsdauer oder wasserdichte Lampen zum Tauchen. Bei allen Arten von Rettungskräften, Sicherheitskräften, Feuerwehr und Polizei gehören Taschenlampen zur Grundausstattung.

Generell können mit Taschenlampen allerdings nur relativ kleine Flächen beleuchtet werden, um größere Bereiche auszuleuchten werden Scheinwerfer benötigt.

Spezielle Taschenlampen

Neben den herkömmlichen Taschenlampen existieren noch Lampen, die außer einer normalen Glühlampe seitlich im Griff noch über eine kleine Leuchtstoffröhre verfügen, mit deren Hilfe einerseits helleres Licht erzeugt und andererseits eine etwas größere Fläche mit gleich bleibender Intensität beleuchtet werden kann. Der Stromverbrauch solcher Lampen ist bis vor kurzem allerdings noch recht hoch gewesen, sodass die Batterien beim Einsatz der Leuchtstoffröhre schnell erschöpft waren. Neuerdings werden Kaltkathodenfluoreszensröhren (CCFL) für eine flächige Beleuchtung eingesetzt, diese erlauben eine ähnlich effiziente Lichterzeugung wie LEDs.

Ein weiteres oft anzutreffendes Extra ist ein orangefarbenes Blinklicht, das vor Allem zur Warnung, beispielsweise bei Autounfällen, gedacht ist. Auch Kompasse werden teilweise eingebaut, deren korrekte Funktion ist allerdings in Anbetracht der Stromleitungen in der Lampe und der resultierenden Magnetfelder fraglich. Bei "Outdoor"-Aktivitäten, z.B. Bergsteigen und Camping finden heute auch Stirnlampen eine immer größere Verbreitung. Diese besitzen herkömmlichen Taschenlampen gegenüber den Vorteil, dass diese, indem sie mit einem Gummiband am Kopf getragen werden, beide Hände zum Arbeiten etc. freilassen. Oft sind diese Stirnlampen nur oder zusätzlich mit LEDs ausgestattet, um so eine Brenndauer von bis zu 200 Stunden bei ausreichenden Lichtverhältnissen zu gestatten.

Eine Taschenlampe mit Dynamo und LEDs
Eine Taschenlampe mit Dynamo und LEDs

Bei derartigen "Abenteuerlampen" werden, um den größeren Strombedarf zu decken oder schlicht die Betriebsdauer zu erhöhen, oft sehr große und relativ viele Batterien oder Akkus eingesetzt. Das erhöht einerseits das Gewicht der Lampe und macht sie größer, und führt andererseits zu Veränderungen in der Konstruktion. Da der Griff durch viele und große Batterien zu dick wird, um die Lampe in einer Hand zu halten, wird dazu stattdessen ein zusätzlicher Plastik- oder Metallbügel an der Oberseite der Lampe befestigt. Es gibt auch Taschenlampen, die ohne Batterien funktionieren. Diese enthalten einen fest eingebauten Akku, der durch Schütteln der Lampe oder mittels Solarzellen durch (Sonnen-)Licht aufgeladen wird und die Lampe so vollkommen unabhängig von äußeren Stromquellen macht. Oftmals reicht die erzeugte Energie allerdings nur für wenige Minuten, obwohl Herstellerangaben mit zwei Stunden Leuchtdauer nach zehn Minuten Schütteln Gegenteiliges versprechen. Auch gibt es Taschenlampen, die über einen Dynamo (Generator) verfügen, der durch eine Kurbel angetrieben wird, wodurch die Akkus aufgeladen werden. Derartige Taschenlampen verfügen dann zumeist über LEDs, die weniger Strom als Glühlampen benötigen.

Taschenlampen werden auch von der Polizei und der Feuerwehr verwendet. Diese Lampen sind dann aber "EX-Geschützt"(explosionsgeschützt),das heißt sie können auch in der Nähe von leicht entzündlichen Quellen o.ä verwendet werden.

Hochwertige Taschenlampen

Qualitative Taschenlampen zeichnen sich durch gute Verarbeitung, hochwertige Materialien, ausgefeilte Elektronik und durchdachte Bedienkonzepte aus. Zunehmend werden LEDs als Leuchtmittel eingesetzt, die in Reichweite und Lichtstärke mit herkömmlichen Xenon-Birnen vergleichbar werden, dabei aber effizienter sind.

  • Leuchtmittel: Meist werden spezielle LEDs in den Varianten 1 Watt, 3 Watt und 5 Watt eingesetzt. Die effizientesten verfügbaren weißen LEDs erreichen eine Lichtausbeute von 35 bis 100 lm/W, LEDs mit 135 Lumen/Watt und 145 Lumen/Watt sind angekündigt (Stand 02/2007)[1][2]. Der Artikel 'Lichtquellen' enthält eine Tabelle mit Beispielen für die Lichtausbeute einiger Lichtquellen.
  • Materialien: Taschenlampengehäuse können für höhere Anforderungen ausgelegt und z. B. gegen eindringende Nässe geschützt sein. Die Lichtleistung kann durch den Einsatz von höherwertigen Glaslinsen (UCL-Linsen) im Gegensatz zu Plastiklinsen einen besseren und langanhaltenden hohen Wirklungsgrad haben. Eine verkratze Plastiklinse z. B. streut den Lichtstrahl unnötig in alle Richtungen. Lampengehäuse aus anodisiertem Aluminium sind kratzresistenter und helfen bei der Wärmeabfuhr, da auch LED-Lampen sehr heiß werden können. Plastikgehäuse werden bei Hochleistungs-LED-Taschenlampen nur relativ selten verwendet, da diese kaum Möglichkeiten zur Wärmeabfuhr bieten.
  • Elektronik: Ausgefeilte Elektronik (Konstantstromquelle) ermöglicht eine annähernd gleichbleibende Helligkeit über die gesamte Batterielaufzeit. Spannungskonverter ermöglichen das Betreiben einer LED-Taschenlampe mit geringer Spannung aus nur einer Mignon- oder Microbatterie. Temperatursensoren in Lampen reduzieren automatisch die Leistung, um einen Defekt durch Überhitzung vorzubeugen.
  • Bedienkonzepte: Immer mehr Taschenlampen lassen sich nicht nur ein- und aussschalten, sondern besitzen weitere Funktionen, die z. B. das Regeln der Lichtstärke ermöglichen. Außerdem findet man oft eine SOS- und verschiedene Blitz-Funktionen (engl. Strobe). Bei einem Locator-Flash blitzt die Lampe alle paar Sekunden schwach auf, so dass man sie auch im Dunkeln findet. Diese Funktion wird meist durch mehrfaches Ein- und Ausschalten aktiviert. Neueste Taschenlampen besitzen einen USB-Anschluss über die man die Taschenlampe von einem PC aus programmieren und die Bedienfunktionen der Taschenlampe eigenen Wünschen anpassen kann.

Ausblick

3 Taschenlampen mit weißen LED, von links: 49 LED, 30 LED, 7 LED + 1 Krypton-Glühlampe
3 Taschenlampen mit weißen LED, von links: 49 LED, 30 LED, 7 LED + 1 Krypton-Glühlampe

Die Technik der Taschenlampe wird aktuell durch die Entwicklung preiswerter weißer LEDs revolutioniert. Wesentliche Vorteile sind der geringe Stromverbrauch und die lange Lebensdauer des Leuchtmittels. Während Glühlampen durchschnittlich einige 100 bis einige 1000 Stunden halten, wird bei weißen LEDs inzwischen eine Lebensdauer von mehr als 100.000 Stunden angenommen, wobei bei LEDs die Leuchtkraft mit der Betriebsdauer durch Alterungsprozesse merklich abnimmt.

Taschenlampen mit einzelnen LEDs können durch einen Parabolspiegel sehr gut als Punktstrahler aufgebaut werden. Bei Lampen mit vielen LEDs ergibt sich aufgrund einer Leuchtfläche ein nicht mehr ganz so gut fokussierter Lichtstrahl.

Wiktionary
Wiktionary: Taschenlampe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

Fußnoten

  1. heise online: LED mit 100 Lumen pro Watt 12. Dezember 2006
  2. Seoul Semiconductor (SSC) plant, ihre derzeit (12/2006) hellste und effizienteste weiße LED mit der Bezeichnung P4 in ihrer Effizienz bis 2007 auf 135 lm/W und bis 2008 auf 145 lm/W zu verbessern.
Quelle:
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