Teatro La Fenice

Teatro La Fenice
Teatro La Fenice
Zuschauerraum nach der Rekonstruktion, 2005.
Zuschauerraum nach der Rekonstruktion, 2005.
Zuschauerraum nach der Rekonstruktion, 2007.
Zuschauerraum nach der Rekonstruktion, 2007.

Das Teatro La Fenice (mit vollem Namen Gran Teatro La Fenice di Venezia) ist das größte und bekannteste Opernhaus in Venedig.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nachdem im Jahr 1773 das wichtigste Opernhaus Venedigs dem Feuer zum Opfer gefallen war, konnte sich die Betreibergesellschaft und die Patrizierfamilie, welche die Eigentümer waren, nicht über den Wiederaufbau einigen. Daraufhin beschlossen die Betreiber, ein eigenes Haus zu errichten. Dieses wurde am 16. Mai 1792 eröffnet und in Anspielung auf die Brandkatastrophe „La Fenice“ (italienisch für Phönix) benannt. Die Bühne wurde schnell eine der bedeutendsten Italiens und Europas und erlebte zahlreiche Uraufführungen. Wie in Italien üblich, wurde damals im Karneval, zu Pfingsten und im Herbst gespielt.

Bereits 1836 wurde das Haus neuerlich durch ein Feuer schwer beschädigt. Diese Schäden konnten innerhalb Jahresfrist behoben werden; der Ruf des Hauses blieb unverändert erhalten. Insbesondere Giuseppe Verdi wählte diese Bühne häufig für die Weltpremieren seiner Werke (Ernani, Attila, Rigoletto, Simone Boccanegra, Traviata). Nach der Einigung Italiens 1870 wurden Mailand, Rom und Neapel verstärkt als Opernzentren gefördert, worunter die Bedeutung von La Fenice aber nie maßgeblich litt. 1883, zwei Monate nach Richard Wagners Tod (in Venedig), fand die italienische Erstaufführung seines vierteiligen Werks (Tetralogie) Der Ring des Nibelungen statt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Haus im Rahmen der Musik-Biennale Venedigs einen neuerlichen Aufschwung. In diesem Umfeld wurde das Festival für zeitgenössische Musik veranstaltet, was auch wieder zu zahlreichen Uraufführungen Anlass gab (Igor Strawinski, Benjamin Britten, Sergei Prokofjew, Luciano Berio, Luigi Nono, Bruno Maderna, Silvano Busotti).

Ende des 20. Jahrhunderts folgte die nächste Katastrophe: Während Renovierungsarbeiten wurde am 29. Januar 1996 das Gebäude von dem Elektroingenieur Enrico Carella und seinem Cousin Massimiliano Marchetti in Brand gesteckt, weil Carella eine Konventionalstrafe von € 7.500,00 wegen Arbeitsverzuges umgehen wollte, und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Carella trat nach dem Urteil in letzter Instanz im Jahre 2003 die Haftstrafe nicht an und befand sich seither auf der Flucht. Im Mai 2007 wurde der Flüchtige von Mexiko an Italien ausgeliefert. Da es um die Art der Wiedererrichtung Kontroversen gab, dauerte es einige Jahre, ehe der Neubau begonnen wurde. Schließlich wurde das Haus selbst – dessen Zuschauerraum anhand von Fotos und Filmdokumenten originalgetreu rekonstruiert wurde – am 14. Dezember 2003 zunächst mit einem Konzert des „Orchestra del Teatro la Fenice“ unter der Leitung von Riccardo Muti als Konzertsaal eröffnet. Am 12. November 2004 konnte nach der Fertigstellung der modernsten Bühnenmaschinerie der Welt auch der Opernbetrieb wiederaufgenommen werden. Auf dem Programm stand La Traviata von Verdi unter der Leitung von Lorin Maazel, allerdings nicht in der heute üblichen Fassung, sondern in jener Version, die gut 150 Jahre zuvor hier ihre Uraufführung erlebte. Die legendäre Akustik des Fenice konnte wiederhergestellt und sogar durch modernste Technik verbessert werden. Im Februar 2005 erlitt das Haus einen neuerlichen Schicksalsschlag durch den unerwarteten Tod des musikalischen Leiteres Marcello Viotti.

Das Gran Teatro la Fenice wird ganzjährig durch das „Orchestra del Teatro la Fenice“ mit Sinfoniekonzerten bespielt. Die Opernspielsaison (Stagione) dauert wie in allen großen italienischen Opernhäusern von Dezember bis Juni.

Bisherige Künstlerische Leiter - Direttore Artistico (Auswahl)

  • Mario Labroca
  • Sylvano Bussotti
  • Italo Gomez
  • John Fisher
  • Francesco Siciliani
  • Sergio Segalini
  • Fortunato Ortombina

Bisherige Musikalische Leiter - Direttore Principale (Auswahl)

  • Ettore Gracis
  • Zoltán Pesko
  • Eliahu Inbal
  • Isaac Karabtchevsky
  • Marcello Viotti
  • Eliahu Inbal

Uraufführungen

Am 26. Dezember wurden zur jeweiligen Saisoneröffnung folgende Opern am Theatro La Fenice uraufgeführt:

  • 1792 - „Tarara“ von Giuseppe Francesco Bianchi
  • 1793 - „Virginia“ von Felice Alessandri
  • 1794 - „Il Conte di Saldagna“ von Niccolò Antonio Zingarelli
  • 1796 - „Gli Orazi e i Curiazi“ von Domenico Cimarosa
  • 1798 - „Alceste“ von Marco Portugallo
  • 1799 - „Il Ratto delle Sabine“ (Der Raub der Sabinerinnen) von Niccolo Zingarelli
  • 1801 - „Argene“ von Johannes Simon Mayr
  • 1802 - „Edipo a Colono“ von Niccolo Zingarelli
  • 1803 - „I Riti di Efeso“ von Giuseppe Farinelli
  • 1808 - „Il Ritorno d'Ulisse“ von Johannes Simon Mayr
  • 1811 - „Idomeneo“ von Giuseppe Farinelli
  • 1812 - „Teodoro“ von Stefano Pavesi
  • 1814 - „Sigismondo“ von Gioacchino Rossini
  • 1815 - „Zoraide“ von Giuseppe Farinelli
  • 1817 - „Lanassa“ von Johannes Simon Mayr
  • 1818 - „Elisabetta in Derbyshire“ von Michele Carafa
  • 1819 - „Il Sacrifizio D'Epito“ von Michele Carafa
  • 1821 - „Andronico“ von Saverio Mercadante
  • 1823 - „L'Egilda di Provenza“ von Stefano Pavesi
  • 1825 - „Erode, ossia Marianna“ von Saverio Mercadante
  • 1826 - „Mitridate“ von Giovanni Tadolini
  • 1827 - „Gastone di Foix“ von Giuseppe Persiani
  • 1829 - „Costantino in Arles“ von Giuseppe Persiani
  • 1834 - „Parisina“ von Saverio Mercadante
  • 1835 - „Giovanna I, regina di Napoli“ von Granara
  • 1837 - „Rosmunda di Ravenna“ von Giuseppe Lillo - zur Neueröffnung des Hauses durch Erzherzog und Vizekönig Ranieri nach dem Brand von 1836
  • 1846 - „Alberigo da Romano“ von Gian Francesco Malipiero
  • 1854 - „Marco Visconti“ von Errico Petrella


Weitere wichtige Uraufführungen waren:

Weblinks

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Quelle:
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