In der Sprachwissenschaft, bzw. Textlinguistik ist der Begriff Textsorte nicht einheitlich definiert, grundsätzlich kann die Textsorte jedoch als eine Gruppe(siehe Gattung) von Texten (schriftliche, wie auch mündliche) angesehen werden, die sich durch bestimmte Bündel von Merkmalen auszeichnen.
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In der Regel unterscheidet man folgende Textsorten:
Hier handelt sich u. a. um wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Texte, Erläuterungen, Gegenüberstellung (= Erörterung), Stellungnahme (=dialektischer Besinnungsaufsatz), Begriffsbestimmungen und - erläuterungen, Protokolle.
Zu dieser Textsorte zählen u.a. Gesetzestexte, Garantieerklärungen, Technische Erläuterungen, Wörterbücher.
Hierzu zählen u. a. Meldung, Nachricht, Kommentar (Mischform, die berichtet und eine Meinung äußert), Beschreibung, Bericht, Protokoll, Charakteristik, Erörterung (Mischform, die argumentiert und kommentiert).
Dazu zählen u. a. Werbetexte, politische Propaganda, Aufrufe, Annoncen, Einladungen.
Es handelt sich sowohl um anspruchsvolle Romane, z.B. biographischen Inhalts, als auch um Trivialliteratur wie Frauen-, Heimat-, Arzt- und Kriminalromane, utopische Romane, Reisebeschreibungen, Erlebniserzählungen.
Dazu zählen Erzählende Texte (Epik), Szenische Texte (Dramatik) und Gedichttexte (Lyrik). [1]
Es handelt sich um Kurzgeschichten.
Die Textsortenforschung verfolgt das Ziel, Texte anhand ihrer jeweils charakteristischen Merkmale einer Textsorte zuzuordnen und diese zu beschreiben. Dabei werden sowohl innere als auch äußere Faktoren der Texte analysiert: die Klassifizierung erfolgt nach Form und Gebrauch eines Textes. Dabei können Unterschiede zwischen schriftlichen und mündlichen, Literatur- und Gebrauchstexten, wissenschaftlichen und nicht wissenschaftlichen Texten u. a. erschlossen werden. Die Forschung stellt sich dabei auch der Problematik, ob Textsorten einer generellen Typologie von Texten unterliegen oder ob sie diese im Einzelfall erst schaffen.
Einen Text anhand gewisser Merkmale einer bestimmten Textsorte zuzuordnen fällt uns im Alltag leicht, in der Linguistik ist jedoch die theoretische Begründung solcher Kriterien zur Textsortenbestimmung schwierig. Allgemein kann aber zwischen textinternen und textexternen Kriterien unterschieden werden :
Die textinternen Kriterien sind an die Text-Oberfläche und an die Text-Tiefenstruktur gebunden. An die Text-Oberfläche gebundene Kriterien sind beispielsweise lautlich-paraverbaler (bzw. graphischer) Natur (im schriftsprachlichen Bereich wird z. B. zwischen Handschrift, Maschinenschrift und Druck unterschieden), der Wortschatz und das Satzbaumuster (so ist es unwahrscheinlich in Liebesbriefen geballte Nominalkonstruktionen und gehäufte Partizipialgefüge vorzufinden). An die Text-Tiefenstruktur gebundene Kriterien sind unter anderem das Thema (deutlich sichtbar an der Benennung von Textsorten z. Bsp. Kochrezept), die Themenbindung und der Themenverlauf (z. B. wird bei einem Vortrag meist ein einziges Thema durchgehalten, beim Privatbrief variiert es oft).
Die textexternen Kriterien sind an den Kommunikationszusammenhang gebunden. Dazu gehören hauptsächlich die Textfunktion (z. B. Urteil vs. Gesuch), das Trägermedium (z. B. Brief vs. Telefonanruf) und die Kommunikationssituation, in die ein Text eingebettet ist (bestimmt durch Faktoren wie Zeit, Ort, Umstände und soziales Umfeld).
Eine Zuordnung von Texten zu Textsorten vermittelt in der Sprach- und Literaturgeschichte Erkenntnisse über die Entstehung von Texten, ihre historischen Formen und ihre Entwicklung unter sich verändernden sprachlichen, sozialen u. a. Einflüssen. Ein weiteres Interesse der Textsortenforschung in Hinblick auf die Wissenssoziologie ist die Verknüpfung von Textsorten mit Medien und Kommunikationsmitteln sowie deren Verwendung und Verbreitung.