| The Who | |
|---|---|
The Who 2007 in Rotterdam |
|
| Gründung | 1964 |
| Genre | Rock, Mod |
| Website | www.thewhotour.com |
| Gründungsmitglieder | |
| Gesang, Gitarre | Pete Townshend |
| Gesang | Roger Daltrey |
| Bass, Gesang | John Entwistle († 2002) |
| Schlagzeug | Keith Moon († 1978) |
| Aktuelle Besetzung | |
| Gesang, Gitarre | Pete Townshend |
| Gesang | Roger Daltrey |
| Bass | Pino Palladino (seit 2002) |
| Schlagzeug | Zak Starkey (seit 1996) |
| Keyboard | John Bundrick (seit 1979) |
| Gesang, Gitarre | Simon Townshend (seit 1996) |
| Ehemalige Mitglieder | |
| Schlagzeug | Kenny Jones (1978–1988) |
| Schlagzeug | Simon Phillips (1989) |
The Who ist eine der bedeutendsten englischen Rockbands der 1960er- und 1970er-Jahre. Anfangs galt sie als „Radau-Combo“, die als Teil der Mod-Bewegung am harten Ende der British Invasion zu finden war. In ihrer Musik und ihrem Auftreten vertraten die vier Engländer in den ersten Jahren gemeinsam mit den Rolling Stones eine im Vergleich zu den Beatles aggressivere Variante der britischen Rockmusik.
Später erreichte sie durch die Veröffentlichung der ambitionierten Konzeptalben Tommy und Quadrophenia hohen Bekanntheitsgrad und gilt heute als eine der einflussreichsten Rockbands der Musikgeschichte. Die Band ist bis heute musikalisch aktiv und tourt regelmäßig. Nach dem Tod von Keith Moon (1978) und John Entwistle (2002) sind heute lediglich noch Gitarrist Pete Townshend und Sänger Roger Daltrey aus der Gründungsbesetzung aktiv.
Inhaltsverzeichnis |
1961 gründete Roger Daltrey in London „The Detours“ und fand in den nächsten zwölf Monaten seine Mitstreiter im Gitarristen Pete Townshend und Bassisten John Entwistle. Unter diesem Namen wurde 1964 die erste Single „I'm The Face“/„Zoot Suit“ veröffentlicht. Die Band blieb jedoch erfolglos, was sich erst änderte, als sich die Band 1964 wegen einer gleichnamigen Konkurrenzgruppe in „The Who“ umbenannte, ein neues Management erhielt und Keith Moon als Schlagzeuger hinzu stieß. Erste große Aufmerksamkeit in der Presse erlangte „The Who“ als Folge auf ihren ersten Fernsehauftritt, bei dem sie ihr Instrumentarium zerstörten.[1] Nach Aussage Daltreys habe die Band anfangs nur rund 100 Pfund pro Auftritt erhalten, aber zum Teil Equipment von höherem Wert zerstört.[2]
Ein Charterfolg war bereits die erste Single, die die Band unter dem neuen Namen veröffentlichte. I Can't Explain erreichte Anfang 1965 Position acht der britischen Single-Charts, die darauf folgende Single Anyway, Anyhow, Anywhere Platz zehn. Das erste Album mit dem Titel My Generation erschien im Dezember desselben Jahres. Die Songs ernteten positive Resonanz beim jungen Beat-Publikum. Auf ausgedehnten Clubtouren spielten „The Who“ zu dieser Zeit My Generation, so dass er zu einer Art Hymne für einen großen Teil der englischen Jugendlichen wurde.[3] Nach einer Reihe erfolgreicher Single-Hits („My Generation“, „Substitute“, „I'm A Boy“, „The Kids Are Alright“, „Happy Jack“) brachte die Band 1967 das Gegenstück zur LP Sgt. Pepper's der Beatles und Their Satanic Majesties Request von den Rolling Stones heraus, die LP The Who Sell Out.[4] Allerdings war der kommerzielle Erfolg der LP bescheiden, so dass die Gruppe mittlerweile, auch durch ihre kostspieligen Zerstörungsorgien während der Live-Auftritte, finanzielle Probleme bekommen hatte. 1966 und 1967 trat die Band einige Male in Deutschland auf, beispielsweise in Köln im November 1966 mit den Lords, wo die Band nach fünf Songs wie üblich die Bühne zerstörte.
Etwa zur gleichen Zeit gingen Gerüchte um, dass sich Moon und Entwistle einer Band um Jimmy Page anschließen wollen. Nach einigen Proben wurde einer gemeinsamen Arbeit jedoch eine Absage erteilt. Den Namen seiner Band mit anderen Musikern wählte Page nach einer Aussage Moons, eine Band um Page würde „wie ein bleiernes Luftschiff abstürzen“ („The Band will go over like a lead zeppelin“).[5] Zur Verdeutlichung der Bezeichnung wurde das a weggestrichen, sodass für die Band der Name Led Zeppelin blieb, die später zu einer der erfolgreichsten Rockbands überhaupt wurde.
1969 schrieb Pete Townshend Tommy, eine Rockoper, die sich zu einem großen Verkaufserfolg entwickelte. Mit diesen Aufnahmen orientierten sie sich an den Pretty Things, die 1968 mit S. F. Sorrow die vermutlich erste Rockoper überhaupt veröffentlicht hatten, mit dieser aber kommerziell erfolglos blieben.[6] Inhaltlich wurde die Oper von Townshends indischem Guru Meher Baba beeinflusst.[7] 1974 folgte eine Verfilmung mit Roger Daltrey als Tommy, den anderen Bandmitgliedern sowie den Musikern Tina Turner, Elton John, Eric Clapton und Jack Nicholson. Neben diesem Film von Regisseur Ken Russell wurde das Tommy-Thema noch als Ballett und Musical umgesetzt. Nachdem die frühsten Aufnahmen sehr einfach strukturiert waren, nahm die Komplexität mit Tommy stark zu. Da einige zusätzliche Musiker zum Spielen benötigt wurden, war eine Livedarbietung sehr erschwert und wurde zunächst nicht durchgeführt.
Ebenfalls ein Erfolg war der Auftritt beim Woodstock-Festival, für den sie 11.200 US-Dollar erhielten.[8], was ihre finanzielle Situation sehr verbesserte. Aufgrund des drohenden finanziellen Bankrotts verlangte die Band, bar bezahlt zu werden, da man ansonsten nicht auftreten würde.[9] Als Abbie Hoffman, Anführer der so genannten Yippie-Bewegung, die Bühne während des Auftritts betreten wollte, um eine Rede gegen die Verhaftung John Sinclairs zu halten, vertrieb Townshend diesen mit Gewalt von der Bühne.[10]
1970 entstand das Livealbum Live at Leeds. Auf der ursprünglichen LP waren lediglich sechs Stücke enthalten, das vollständige Konzert wurde erst 1995 als Doppel-CD veröffentlicht. Nach einem Auftritt am Isle of Wight Festival versuchte Townshend, mit dem so genannten „Lifehouse-Project“ eine weitere Rockoper als Nachfolger von Tommy zu veröffentlichen. Als die anderen Bandmitglieder seinem Konzept aber eine klare Absage erteilten, erlitt er einen Nervenzusammenbruch.[1] Die Songs wurden nicht wie ursprünglich geplant als eigenes Album veröffentlicht, sondern auf nachfolgende Alben verteilt.
Im folgenden Jahr wurde Who's Next veröffentlicht, das mit „Won't Get Fooled Again“ und „Baba O'Riley“ einige der bekanntesten Who-Songs enthält. 1973 erschien die Doppel-LP Quadrophenia. Ohne den riesigen kommerziellen Erfolg von Tommy zu erreichen, stellt das Konzeptalbum für viele zusammen mit dem Vorgängeralbum Who's Next den künstlerischen Höhepunkt von „The Who“ dar. Dem Album wurde ein Bildband mit einem Einführungstext beigelegt, der den Handlungsstrang verdeutlichte. Das Thema von Quadrophenia ist das Erwachsenwerden von Jimmy, einem englischen Mod. 1979 wurde die Geschichte mit den darauf enthaltenen Straßenschlachten zwischen den Mods, Rockern und der Polizei unter anderem mit Sting mit gleichem Titel verfilmt und gilt als treffende Beschreibung der Situation der Jugendlichen Mitte der 60er in England.[11]
Anfang der 1970er-Jahre hatten sowohl Entwhistle als auch Moon Soloprojekte veröffentlicht. 1975 nahm die Band gemeinsam das Album The Who By Numbers auf und tourte erneut.
1978 folgte mit der LP Who Are You der letzte große Erfolg der Band. Von vielen Kritikern wurde bemängelt, dass The Who nicht gegen den aufkommenden Punk und New Wave ankämen.[12]
Am 7. September 1978 starb Schlagzeuger Keith Moon überraschend durch eine Überdosis des Medikaments Clomethiazol, das zur Behandlung seines hohen Alkoholkonsums eingesetzt wurde.[13] Als Ersatz für ihn verpflichtete die Band Kenney Jones, der vorher bei The Small Faces und The Faces gespielt hatte. 1979 wurde die erste Tour in der neuen Besetzung durchgeführt, bei der vor einem Konzert im Riverfront Coliseum von Cincinnati elf Menschen erdrückt wurden, als sich eine große Zahl von Konzertbesuchern durch wenige Eingänge zwängen wollte. Aus Angst vor einer weiteren Panik wurden weder die Band noch die anderen anwesenden Fans über diesen Vorfall informiert und das Konzert wie geplant durchgeführt.[14]
Im Lauf der vergangenen Jahre hatte Townshends Drogenkonsum zugenommen. 1981 starb er fast an einer Überdosis.[1] In jenem und darauf folgenden Jahr nahm die Band ihre vorerst letzten beiden letzten Studioalben Face Dances und It's Hard auf. Nach Ansicht von Kritikern fehle bei diesen Alben der verstorbene Schlagzeuger Moon, was sich deutlich in der Musik zeige.[15] Nach einer Tour und der Veröffentlichung des Albums Who's Last gab die Band 1983 die offizielle Auflösung bekannt.[1] In der folgenden Zeit veröffentlichten die Mitglieder als Solokünstler einige Platten.
1985 kam die Band zusammen und spielte bei dem Benefizkonzert Live Aid in London vier Songs: „My Generation“, „Pinball Wizard“, „Love Reign O'er Me“ und „Won't Get Fooled Again“. Der nächste gemeinsame Auftritt fand anlässlich ihrer Ehrung mit dem British Phonographic Industry's Lifetime Achievement Award 1988 statt. Dies war der letzte Auftritt mit Kenny Jones am Schlagzeug.
1989 wurden zwei neue Who-Songs auf Pete Townshends Musical-Album „Iron Man“ veröffentlicht. Ohne Jones gingen Townshend, Daltrey und Entwistle im gleichen Jahr mit zahlreichen Gastmusikern auf Tournee, unter anderem Simon Phillips von Toto am Schlagzeug. Die Band spielte live das vollständige Tommy-Album und andere Songs, was auf der Live-Doppel-CD Join Together veröffentlicht wurde. An der Tournee verdienten die Musiker rund 30 Millionen Dollar.[16] 1996 führte The Who Quadrophenia live auf. Dabei trat die Gruppe erstmals nach dem Rockpalast-Auftritt aus 1981 wieder in Deutschland auf.
1991 veröffentlichte die Band das neue Lied „Saturday Night's Alright For Fighting“ auf dem Elton-John-Tributalbum „Two Rooms“. Im Juni 1996 spielte sie auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung neben Bob Dylan und Eric Clapton im Hyde Park.
1997 absolvierten sie eine Welttournee mit Zak Starkey, dem Sohn von Ringo Starr. Im Herbst 1999 folgte eine kleine Wohltätigkeitstour. Seit 2000 werden regelmäßig Konzerte mitgeschnitten und vertrieben, zunächst als Doppelalben, seit 2006 auch als DVDs. Der Erlös wird gespendet, unter anderem für den „Teenage Cancer Trust“.[17]
Am 27. Juni 2002 starb der Bassist John Entwistle überraschend in seinem Hotelzimmer in Las Vegas, nachdem er aufgrund von Kokainkonsum eine Herzattacke erlitten hatte.[18] Um Pilgerstrom von Fans zu vermeiden, behielt das Hotel die exakte Zimmernummer geheim.[19] Die anstehende dreimonatige US-Tour begann mit zwei Tagen Verspätung mit dem italienisch-britischen Bassisten Pino Palladino als Ersatzmusiker, der bereits mit Tears For Fears, Eric Clapton, Phil Collins, Elton John und Paul Young gespielt hatte.
Im Januar 2003 beschuldigte Scotland Yard Pete Townshend, sich kinderpornografisches Material gegen Bezahlung im Internet angesehen zu haben. Townshend habe dazu seine private Kreditkarte benutzt. Townshend, der sich stark für den Schutz und die Rechte von Kindern einsetzt, bestritt ein sexuelles Interesse und gab Recherche-Arbeit als Grund an. In einem Interview erklärte er später, dass er vermute, als Kind von seiner geistig erkrankten Großmutter missbraucht worden zu sein.[20] Sämtliche PCs und Laptops in Towshends Haus in Richmond wurden beschlagnahmt, auf keinem fand sich eine kompromittierende Datei. Im Mai 2003 wurde das Verfahren schließlich eingestellt.
Im Mai 2004 erschienen neben einem weiteren Best-Of-Album Then And Now und einer „Singles Box“ nach über zwanzig Jahren zwei neue Songs: „Real Good Looking Boy“ und die Entwistle-Hommage „Old Red Wine“. Im Juli 2004 traten sie als Headliner beim Isle-Of-Wight-Festival auf. Im gleichen Jahr veröffentlichte die Nu-Metal-Band Limp Bizkit eine Coverversion des Songs „Behind Blue Eyes“ aus dem Jahr 1971 mit großem Erfolg. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden die Who-Songs „Who Are You“, „Won't Get Fooled Again“ und „Baba O'Riley“ noch einmal durch die Verwendung als Titelsongs der CSI-Serien populär.
Auf ihrer Homepage ließen The Who im Mai 2005 verkünden, dass nach Rückkehr ihres derzeitigen Tourdrummers Zak Starkey ein Studioalbum mit neuen Stücken geplant sei. Im Juli 2005 trat die Band bei dem Live-8-Konzert in London vor Pink Floyd auf. Im zweiten Halbjahr 2005 trat Sänger Roger Daltrey bei 49 Konzerten der „Night of the Proms“ auf. Er spielte mit Orchesterbegleitung vier Who-Stücke (Who Are You, Behind blue Eyes, Pinball Wizard, See Me, Feel Me). Pete Townshend spielte mit seiner Lebensgefährtin Rachel Fuller einige Konzerte und veröffentlichte im Internet sein Projekt „The Boy Who Heard Music“.
Im Sommer 2006 kam es erneut zu einer Welttournee. Die Tourband bestand wie schon in den Jahren zuvor neben Townshend und Daltrey aus Zak Starkey, Pino Palladino, Simon Townshend und John Bundrick. Am 17. Juni 2006 begann die Gruppe die Tournee in Leeds, am Ort ihres Live-Mitschnitts aus dem Jahr 1970. Ferner spielte die Band drei Auftritte in Deutschland, zwei in der Schweiz und eines in Österreich.
Ende Juli 2006 erschien eine EP mit Ausschnitten der Mini-Rockoper „Wire & Glass“. Es handelt sich dabei um eine Auskopplung aus dem am 30. Oktober 2006 veröffentlichten Album Endless Wire, dem ersten Studioalbum seit 23 Jahren.
Im Juni 2007 gab The Who fünf Konzerte in Deutschland. Die Auftritte fanden in Fulda, München, Leipzig, Hamburg und Oberhausen statt.
Wie die meisten Rockbands spielte auch The Who Songs anderer Bands auf Konzerten oder nahm eigene Versionen auf. The Who orientierte sich an den Stücken von Rock ’n’ Roll- und Bluesmusikern, wie Bo Diddley, dessen Songs I'm A Man und Roadrunner sie spielten, James Brown (Please Please Please, I Don't Mind) oder Marvin Gaye. Besonders Eddie Cochrans Summertime Blues wurde in der Who-Version bekannt, sodass die Originalversion häufig der Band zugeschrieben wird.[21]
Die Songs wurden gewöhnlich von Pete Townshend geschrieben. Nach eigenen Angaben wurde er in seiner Jugendzeit von Rocksongs wie "Rock Around the Clock" beeinflusst.[22] Wegen der Konzeption der ersten Rockopern wird ihm eine Rolle als bedeutender Pop-Komponist und Gitarrist zugeschrieben.[23] Im Vergleich zu vielen anderen Gitarristen der 1960er Jahre sind bei Townshend eher wenige Blueseinflüsse hörbar. Er entwickelte seinen eigenen Stil, der zum Teil sogar von Jimi Hendrix kopiert wurde.[24] Townshend ist bekannt für sein spezielles Anspielen der Saiten, bei dem er den Arm in weitem Bogen kreisen lässt, was häufig als „Windmühle“ (engl. windmill) bezeichnet wird. Nach eigenen Aussagen schaute er sich diese Technik bei Stones-Gitarrist Keith Richards ab.[25]
Sänger Roger Daltrey ist nach eigenen Aussagen Fan von Elvis Presley. Der 2003 aufgenommene Song Real Good Looking Boy soll eine Hommage an diesen darstellen.[26] Nach Meinung von Kritikern sei Daltreys Stimme zwar nicht überragend, steche aber durch Kraft und einen „verzierungslosen Vokalstil“ hervor.[16] Gelegentlich kam es zum Streit zwischen Daltrey und Townshend, beispielsweise als Daltrey wegen seiner Hauptrolle im Film Tommy im Focus öffentlicher Aufmerksamkeit stand.[1]
John Entwistle, langjähriger Bassist, trug mit seinem Spiel wesentlich zum typischen Sound bei. Er spielte sowohl mit als auch ohne Plektrum. Er begleitete Townshends Gitarre häufig mit Pentatonikläufen, wie beispielsweise in My Generation zu hören ist. Seine Qualitäten als Bassist werden im allgemeinen von der Musikpresse gelobt, 2000 ernannte ihn das Guitar Magazine zum „Bassist of the Millennium“.[27] Entwistle galt als Ruhepol in der Band und erhielt den Spitznamen The Ox. Auf Konzerten trat er bis zuletzt durch seine Basssoli in Erscheinung, insbesondere seine Impovisationen im Stück 5:15 vom Album Quadrophenia konnten eine mehrminütige Länge erreichen.
Schlagzeuger Keith Moon gilt mit seinem Spiel als einer der besten seines Fachs.[28] Nach eigenen Angaben war er von Jazzschlagzeuger Gene Krupa beeinflusst.[29] Moon spielte gewöhnlich Schlagzeuge der Marke Premier.
Zu Beginn ihrer Karriere benutzte die Band Verstärker der Marke Marshall. Auf Wunsch Townshends hin entwickelte Marshall 1965 das erste Topteil mit 100 Watt Leistung, den so genannten 1959, mit einer 8x12"-Box. Für einen besseren Transport wurde die Box zerteilt, sodass das berühmte Marshall-Stack entstand, das Townshend und Entwistle fortan verwendeten. 1967 wechselten die Musiker zum britischen Hersteller Sound City.[30] Auf der Europatournee 2007 spielte Townshend Fender Stratocaster-Gitarren und -Verstärker.
Besonders in den Anfangsjahren waren die Musiker dafür bekannt, ihre Instrumente am Ende jeden Auftritts zu zerstören. Allein Townshend soll insgesamt mehr als 3.000 Gitarren zerstört haben.[31] Kam dies in den frühen Jahren noch regelmäßig vor, so nahm die Häufigkeit später ab. Die letzte Gitarre demolierte Townshend 2004 anlässlich des ersten Auftritts der Gruppe in Japan.[32] Diese Zerstörungen seien laut Townshend durch das Konzept der Autodestruktiven Kunst von Gustav Metzger beeinflusst worden, der an dem von Townshend und Entwistle besuchten Ealing Art College lehrte.[33]
Die Hotelzimmer wurden ebenfalls häufig demoliert. Anlässlich seines 21. Geburtstag versenkte Keith Moon einen Rolls Royce im Swimming-Pool eines Hotels der Holiday-Inn-Kette. Als Folge erhielt die Band weltweit Hausverbot. Insgesamt soll Moon in 14 Jahren 250.000 Pfund Schaden angerichtet haben.[34][35] 1973 wurden die Bandmitglieder und einige Begleiter vorübergehend festgenommen und erst gegen Zahlung von rund 6.000 Dollar wieder freigelassen, da sie eine Hotelsuite nach einem Auftritt demoliert hatten.[36]
Am 31. Mai 1976 erspielten sie sich auf dem Charlton Football Ground einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde als lauteste Rockshow der Welt mit 120 dB, gemessen im Abstand von 50 Metern von der Bühne. Dieser Rekord wurde später durch die Heavy-Metal-Band „Manowar“ übertroffen.
1990 fand die Einführung in die Rock and Roll Hall of Fame statt. Im Jahr 1993 veröffentlichte die Recording Industry Association of America (RIAA) die Verkaufzahlen einiger Alben in den USA. Demnach erhielten Hooligans, Who's Better und Who's Best Gold für eine halbe Million Verkäufe, Meaty Beaty Big And Bouncy, Quadrophenia und The Who By Numbers Platin für eine Million, Greatest Hits, Live At Leeds, Tommy und Who Are You? Doppel-Platin und Who's Next Dreifach-Platin.[16] Dennoch hatte die Band weder in Großbritannien noch den USA jemals eine Single auf Platz 1.[37]
Im Herbst 2003 setzten die Kritiker der deutschen Ausgabe der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ Who's-Next auf Platz 28 und das Vorgängeralbum Tommy auf Platz 96 der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten.[38] In der im April 2005 erschienenen Rolling-Stone-Zusammenstellung der 500 besten Songs aller Zeiten wurde My Generation aus dem gleichnamigen Album auf Platz 11 gesetzt. Die Who's-Next-Songs „Won't Get Fooled Again“ und „Baba O'Riley“ wurden an Nummer 121 bzw. 394 gelistet. In der entsprechenden US-amerikanischen Umfrage landeten die Songs auf den Plätzen 133 bzw. 340.[39]
The Who ist eine der frühen und einflussreichsten Rockbands. In den Anfangsjahren galten sie als Vorbild und wichtiger Vertreter der Mod-Bewegung.[40] In den 1990er-Jahren orientierten sich viele Britpopbands an der Musik der Mods und griffen deren Elemente auf,[41] beispielsweise Oasis, Blur, Suede und Pulp.[42] Auch Punk- und New-Wave-Bands, wie The Clash und The Jam wurden beeinflusst.[43]
Die Veröffentlichung von Tommy hatte maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Rockmusicals und Konzeptalben und wurde unter anderem von David Bowie mit The Rise and Fall of Ziggy Stardust, Jethro Tulls Thick as a Brick und Pink Floyd mit Alben wie Dark Side of the Moon, Animals und The Wall in ähnlicher Weise nachgeahmt.
Die Songs von The Who wurden vielfach von anderen Bands gecovert. Insbesondere My Generation spielten viele Musiker in eigenen Versionen, unter anderem Alice Cooper, Green Day, Helge Schneider, Iron Maiden, Manfred Mann, Oasis, Pearl Jam und The Sweet. Andere Bands mit Who-Coversongs sind Styx und Tina Turner (I Can See For Miles), David Bowie und die Scorpions (I Can't Explain), Punkbands wie die Ramones und Sex Pistols (Substitute) oder auch Rush (The Seeker), Queensrÿche und Van Halen (Won't Get Fooled Again).[21]
Eine der bekanntesten Versionen der letzten Jahre ist Behind Blue Eyes, das 2003 von Limp Bizkit neu interpretiert wurde. 2007 coverte die englische Gruppe The Zimmers den Song My Generation. Die Band, deren Mitglieder ein Durchschnittsalter von 78 Jahren haben, möchte damit auf ihre Generation aufmerksam machen und sich dagegen wehren, einfach abgeschoben zu werden und am Rande der Gesellschaft zu stehen.[44]
| Jahr | Album | USA[45] | UK[46] | D[47] | AT | CH |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1965 | My Generation | - | 5 | 14 | ? | ? |
| 1966 | A Quick One | - | 4 | ? | ? | ? |
| 1967 | The Who Sell Out | 48 | 13 | ? | ? | ? |
| 1969 | Tommy | 4 | 2 | ? | ? | ? |
| 1971 | Who's Next | 4 | 1 | 18 | ? | ? |
| 1973 | Quadrophenia | ? | ? | ? | ? | ? |
| 1975 | The Who By Numbers | 8 | 7 | ? | ? | ? |
| 1978 | Who Are You | 2 | 6 | 49 | ? | ? |
| 1981 | Face Dances | 4 | 2 | 29 | ? | ? |
| 1982 | It's Hard | 8 | 11 | ? | ? | ? |
| 2006 | Endless Wire | 7[48] | 9 | 34[49] | 28[50] | 51[50] |
Konzertalben
Kompilationen
Filmmusik (Soundtracks)
Filme
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Singles (Veröffentlichungen in Deutschland)
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