Der Thematischer Apperzeptionstest ist ein 1935 von Henry A. Murray und Christiana D. Morgan entwickelter projektiver Test, der als Persönlichkeitstest oder, in der Motivationspsychologie, zur Messung von Motiven eingesetzt wird.
In dem von der Psychoanalyse inspirierten psychodiagnostischen Verfahren legt man dem Probanden schwarz/weiße Bildtafeln vor, die überwiegend Menschen in alltäglichen Situationen abbilden. Zu jedem Bild soll er eine kurze Geschichte erzählen, welche die dargestellte Situation interpretiert. Leitfragen sind:
Dafür hat der Proband 4 Minuten Zeit.
Aus den Inhalten der Geschichten schließt der Untersucher auf das innere Erleben und die persönliche Wahrnehmung des Probanden zurück. Die Auswertung erfolgt entweder über einen Auszählungsmechanismus nach relativ objektiven Kriterien - auch EDV-gestützt - oder durch eine intuitiv-ganzheitliche Betrachtung.
Die Validität des TAT wird angezweifelt, da weder die Kriterien der Retest-Reliabilität, noch der internen Konsistenz ausreichend erfüllt werden.
Gegen diese Kritik wird angeführt, dass jene Testgütekriterien zur Validitätseinschätzung des TAT nicht geeignet seien. Die geringe Retest-Reliabilität beruhe darauf, dass den Teilnehmern aufgetragen werde, fantasievolle, originelle Geschichten zu erfinden. Folge-Testungen dürften deshalb zwangsläufig kaum Übereinstimmung liefern. Gestützt wird diese These dadurch, dass die Retest-Reliabilität steigt, sobald man die Probanden darauf hinweist, dass sie bei der zweiten Testung ähnliche Geschichten erzählen dürfen wie bei der ersten Teilnahme (Winter 1996). Die geringe interne Konsistenz wird auf zwei Ursachen zurückgeführt:
In der empirischen Forschung hat sich der TAT bewährt, auch wenn er keine verlässlichen Aussagen über die Motive von Individuen, sondern nur über Gruppenunterschiede machen kann.
Siehe auch: Persönlichkeits- und Differentielle Psychologie, Motiv (Psychologie), Operanter Motivtest, Columbus-Test