Tiedemann Giese

Hans Schenck: Bildnis Tiedemann Giese, um 1525–1530
Hans Schenck: Bildnis Tiedemann Giese, um 1525–1530

Tiedemann Bartholomäus Giese (* 1. Juni 1480 in Danzig; † 23. Oktober 1550 in Heilsberg) war katholischer Theologe und Bischof von Ermland.

Leben

Giese stammte aus der Patrizierfamilie Giese aus Danzig. Sein Bruder Georg Giese leitete das familiäre Handelshaus der Hanse.

Bereits mit 24 Jahren wurde Giese ins Domkapitel von Danzig berufen. Zusammen mit Maurice Ferber waren er Priester an St. Peter und Paul, 1517 wurde er zum Offizial berufen. Sechs Jahre später kam Giese als Domkustos nach Frauenburg, dem Sitz des Bistums Ermland.

1538 berief man ihn zum Bischof von Kulm im preußischen Kulmerland und dieses Amt hatte er bis 1549 inne. Während seiner Amtszeit diente ihm der Historiker Lucas David als Kanzler. 1549 avancierte Giese zum Fürstbischof von Ermland.

Bischof Giese war dafür verantwortlich, dass das 1466 an Polen abgetretene Ermland katholisch blieb, im Gegensatz zum Rest des damaligen Preußen.

Giese war einer der engsten Freunde des Astronomen Nikolaus Kopernikus, der ebenfalls in Ermland wohnte. Kopernikus vermachte Tiedemann Giese seine Schriften und hinterließ die Kopernikanische Bibliothek dem Domkapitel von Ermland.

Im Alter von 70 Jahren starb Bischof Tiedemann Giese am 23. Oktober 1550 in Heilsberg.

Werke

  • Anacrisis nominis Jesus (1542)
  • Antilogikon flosculorum Lutheranorum (1523)

Literatur

  • Teresa Borawska: Tiedemann Giese (1480-1550). W życiu wewnętrznym Warmii i Prus Królewskich. Wydam Pojezierze, Olsztyn 1984, ISBN 83-7002-167-0 (mit deutscher Zusammenfassung)
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