Das Tonium ist eine Periode der Erdgeschichte. Sein Beginn ist chronologisch mit 1000 Millionen Jahren und sein Ende mit 850 Millionen Jahren vor heute angesetzt. Das Tonium gehört dem Proterozoikum, dem dritten (vorletzten) Äon der Erdgeschichte, an. Es bildet innerhalb der jüngsten Ära des Proterozoikums, des Neoproterozoikums, die erste (früheste) Periode. Das Tonium folgt auf das Stenium, die letzte Periode des Mesoproterozoikums, und wird vom Cryogenium abgelöst (vgl. auch Geologische Zeitskala).
Eine weitere Unterteilung der Periode in geologische Epochen ist bislang nicht verbindlich festgelegt worden.
Das herausragende geologische Ereignis im Tonium war die Existenz eines einzigen Superkontinentes, Rodinia, der - etwa 700 Millionen Jahre vor dem deutlich bekannteren Superkontinent Pangäa - sämtliche Landmassen der Erde in sich vereinte. In Rodinia waren die Kratone, die alten Festlandkerne der heutigen Kontinente, bereits enthalten. Dieses ist der früheste Zeitraum, für den sich mithilfe heutiger wissenschaftlicher Methoden (wie der Paläomagnetik) mit einiger Sicherheit etwas über die damalige Anordnung der Kontinente ermitteln lässt. Gleichzeitig existierte analog ein einziger gigantischer Ozean, Mirovia genannt, der den Megakontinent Rodinia umschloss.
Im Tonium fanden bereits, durch die Plattentektonik ausgelöste, Gebirgsbildungsprozesse statt, die allerdings erst zum Teil bekannt bzw. erforscht sind. Der Beginn der Periode überschneidet sich dem Ende der Grenville-Orogenese, einer wichtigen gebirgsbildenden Phase die sich während der Entstehung Rodinias ereignete und während deren u. a. Gebirgszüge im heutigen Osten Nordamerikas und auf dem heutigen indischen Subkontinent geformt wurden. Während des Toniums selbst fand u. a. die etwas weniger bedeutende Edmund-Orogenese (ca. 920 - 850 Mya) statt, die Teile des heutigen Australiens formte.
Während des Toniums hatte sich der Planet bereits so weit abgekühlt, dass das auf der Erde vorhandene Wasser schon wie heute in flüssiger Form in den Ozeanen gebunden war und es existierte inzwischen eine relativ stabile Erdatmosphäre - die in ihrer Zusammensetzung allerdings noch nicht exakt mit der heutigen identisch war (besonders war der Sauerstoffgehalt noch deutlich niedriger, vgl. auch Artikel Entwicklung der Erdatmosphäre). Damit waren zwei wichtige Grundlagen für die Entstehung und Weiterentwicklung organischen Lebens vorhanden. Tatsächlich gab es schon seit Hunderten von Millionen Jahren zahlreiche Arten von einfachen Organismen auf der Erde, überwiegend Einzeller. Zudem entwickelten sich nun zum Ende des Proterozoikums auch immer komplexere Mehrzeller.