Totschlagargumente (nach Charles Clark sinngemäss zutreffender auch „Killerphrasen“) sind inhaltlich nahezu leere Argumente, also Scheinargumente oder Vorurteile, von denen der Disputant annimmt, dass die Mehrheit der anderen Diskussionsteilnehmer entweder mit ihm in der Bewertung übereinstimmen oder keinen Widerspruch wagt, da dies in der öffentlichen Meinung auf Ablehnung stößt. Totschlagargumente sollen Widerspruch verhindern („totschlagen“) und nebenbei auch der Ablehnung oder der Herabsetzung des Gegenüber dienen. Totschlagargumente werden zumeist dann eingesetzt, wenn man Zweifel hat, den Diskussionspartner überzeugen zu können, trotzdem aber kurzfristig den eigenen Standpunkt durchsetzen oder die eigenen Interessen wahren will. Die fehlende Überzeugungsabsicht unterscheidet das Totschlagargument von einem Argument.
Gleichzeitig wird als Resultat ihres Einsatzes in Kauf genommen, oft sogar angestrebt, dass die gemeinsame Lösung eines Problems oder einer Aufgabe oder die Weiterentwicklung eines Projekts oder einer Idee verhindert wird.
Auf dieses „Töten“ einer Diskussion oder eines kreativen Prozesses bezieht sich der Begriff.
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Die Autorin Meike Müller unterscheidet sechs Arten von Killerphrasen nach der Absicht, die hinter ihnen steckt:
Häufig zu beobachten sind auch Totschlagargumente, die in ihrer Aussage stark übertrieben sind und dadurch zwangsläufig zu einer Ablenkung von der eigentlichen Diskussion führen. Beispielsweise führt der Vorwurf, etwas habe NS-Nähe, meist bei dem Opponenten der Diskussion zu Distanzierungen bzw. Rechtfertigungen, die ihn vom eigentlichen Thema ablenken, und die Beobachter der Diskussion neigen sich aus Angst, der Vorwurf könne stimmen, auf die Seite dessen, der den Vorwurf äußerte.
Solche in einer Diskussion vorgebrachten Pseudo-Argumente entziehen sich einer sachlichen Auseinandersetzung. Meist handelt es sich um eine subjektive Bewertung des Gegenstands einer Diskussion, vor allem des Vorredners mit massiver impliziter Wertung ohne einhergehende Begründung.
Totschlagargumente können für gewöhnlich von den Beteiligten nicht hinterfragt werden, da sie nur auf der so genannten Meta-Ebene der Kommunikation behandelt werden, was eine gewisse rhetorische Kompetenz erfordert. Sie beeinträchtigen kreative Prozesse, wie zum Beispiel beim Brainstorming. Sie stören zudem massiv die Beziehungsebene der Beteiligten und stellen eine Form der so genannten „gewaltsamen Kommunikation“ (siehe hierzu: Gewaltfreie Kommunikation) dar und widersprechen somit den elementaren Prinzipien der Teamfähigkeit.
Lösungen können so aussehen, dass der Leiter einer Diskussion sich selbst vorbildlich verhält, sich gegebenenfalls auf die Moderation der Diskussionsrunde beschränkt und darauf achtet, dass Redebeiträge nicht unterbrochen werden. Für Workshops kann auch das Aufstellen einer schriftlichen Liste von Regeln eine Hilfe sein:
Das Streben nach asymmetrischer Kommunikation kann als Grundlage für den Einsatz von unfairen Stilmitteln erkannt und vermieden werden. So bieten das Win-Win-Konzept in der Verhandlungsführung sowie das Clienting, das Harvard-Konzept, die Moderationsmethode, aber auch die Themenzentrierte Interaktion im Umgang mit einem Thema, der eigenen Rolle und dem Gegenüber hinreichend erprobte Kommunikationsmodelle zur Vermeidung von Gesprächsumfeldern, in denen es zur Anwendung von Totschlagargumenten kommt.