Trabzon

Dieser Artikel behandelt die türkische Stadt Trabzon; für die gleichnamige türkische Provinz siehe Trabzon (Provinz).
Trabzon
Wappen fehlt
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Trabzon auf der Karte von Türkei
Trabzon
Trabzon
Basisdaten
Staat: Türkei
Provinz (il): Trabzon
Koordinaten: 41° 00' N, 39° 43' O
Höhe: 0 m über dem Meer
Fläche: 4.685 km²
Einwohner: 275.137 (1. Januar 2006)
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+90) 462
Postleitzahl: 61 000
Kfz-Kennzeichen: 61
Struktur und Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: M. Volkan Canalioglu (CHP)
Webpräsenz:

Trabzon (früher Trapezunt, griechisch Τραπεζούντα, ist eine türkische Stadt am Südufer des Schwarzen Meeres. Trabzon hat 275.137 Einwohner (Stand: 2006). Trabzon ist Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum der gleichnamigen Provinz und ist Umschlagplatz für den Export von Nahrungsmitteln, Vieh und Tabak. Im Umland werden Haselnüsse, Tee, Tabak und Mais angebaut. Ein Flughafen und eine Technische Universität (1963 gegründet) befinden sich ebenfalls in der Stadt. Auch der Hafen ist von sehr großer Bedeutung.

Der antike Name der Stadt lautete Τραπεζοῦς (Trapezous), Genitiv Τραπεζούντος (Trapezountos), aus dem sich die lateinische Bezeichnung Trapezuntum ableitete.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Siehe auch: Kaiserreich Trapezunt

Die Gegend um Trabzon ist seit mindestens 9000 Jahren besiedelt. Nach der Sage soll eine ‚Weißer Stamm‘ genannte Volksgruppe von Trabzon aus am Krieg um Troja teilgenommen haben. Zur Zeit des Großreiches der Hethiter nannte man Trabzon Hayasa oder Azzi. Die assyrischen Herrscher machten aus Trabzon eine wichtige Handelsstadt.

Pausanias erwähnt eine arkadische Stadt Trapezus, die zur Gründung der Stadt Megalopolis (371 v. Chr.) verlassen werden musste, worauf sich die Einwohner in das pontische Trapezus begeben hätten, wo sie von der Bevölkerung als Bewohner ihrer Mutter-Stadt friedlich aufgenommen worden seien.[1] Nach allgemeiner griechischer Überlieferung gründeten Griechen aus Milet (Kleinasien) im Jahr 756 v. Chr. die Stadt. In griechischer Zeit wurde die Stadt auch von Skythen umlagert. Später wurde die Stadt von den Persern und um 334 v.Chr. von Alexander dem Großen erobert. Xenophon erwähnt in seiner Anabasis die Stadt als dem benachbarten Sinope tributpflichtig.[2]

In der römischen Kaiserzeit wurde Trabzon ab 117 n. Chr. zur Provinzhauptstadt und machte sich einen Namen als Schiffbauzentrum. 258 n. Chr. legten die Goten die Stadt in Schutt und Asche. Ihre Ende des 3. Jahrhunderts bereits christlichen Bewohner bauten sie wieder auf und errichteten viele Kirchen und Klöster.

Als die Armeen des 4. Kreuzzuges 1204 unerwartet das Byzantinische Reich angriffen, niederwarfen und im eroberten Konstantinopel das Lateinische Kaiserreich errichteten, entstanden um dieses herum mehrere byzantinische Nachfolgestaaten. Das Reich von Trapezunt war einer davon, wenn es auch schon gegründet wurde, bevor Konstantinopel endgültig fiel, nämlich im April 1204. Trapezunt wurde die Hauptstadt eines gesonderten Kaiserreiches, eines schon 1185 vor dem Volksaufstand geflohenen Zweiges der byzantinischen Herrscherdynastie der Komnenen. Die beiden Enkel Kaiser Andronikos' I., Alexios und David Komnenos hatten Unterstützung am Hof der Königin Thamar von Georgien gefunden. Alexios wurde Kaiser, sein jüngerer Bruder David zog westwärts und eroberte Sinop, scheiterte letztlich aber in Westkleinasien am Kaiserreich Nikaia.

Nach dem Einfall der Mongolen - 1243 musste Trapezunt Tribute zahlen - erlebte das Reich durch Handel und Zölle einen enormen Wohlstand. Es wurde zum Knotenpunkt von Handelsrouten nach Russland, in den Mittelmeerraum und in den Mittleren Osten. Dabei spielte das venezianische Händlerquartier eine bedeutende Rolle, zumal sie von den Genuesen von der Krim verdrängt wurden. Im Zuge dieser wirtschaftlichen und kulturellen Blüte entstanden in der Hauptstadt prächtige Bauwerke, wie etwa die erhaltene Kirche Hagia Sophia. Mit dem Schwinden der mongolischen Macht nach 1320 sah sich auch Trapezunt zunehmend Angriffen türkischer Länder und Stämme ausgesetzt. Hinzu kamen Bürgerkriege und interne Intrigen.

Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahre 1453 behauptete sich das Reich von Trapezunt noch wenige Jahre unter osmanischer Oberherrschaft. Trapezunt fiel schließlich 1461, nachdem es als Führer eines Bündnisses griechischer Länder gegen den Sultan einen letzten Versuch unternommen hatte, das byzantinische Reich wiederherzustellen.

Auf dem Höhepunkt seiner Macht war der Hof der Komnenen ein bedeutendes künstlerisches und kulturelles Zentrum, das Trapezunt zum letzten Refugium griechischer Zivilisation in Kleinasien machte.

Während des Ersten Weltkriegs wurde die Stadt von russischen Truppen besetzt und erst nach dem Krieg an die Türkei zurückgegeben. Die Pariser Vorortverträge hatten sie zunächst Armenien zugeschlagen. Nach der Niederlage Griechenlands im Türkisch-Griechischen Krieg 1919-1922 (Kleinasiatische Katastrophe) wurde der starke griechische Bevölkerungsanteil (Pontos-Griechen) im Zuge des im Vertrag von Lausanne vereinbarten „Bevölkerungsaustausches“ nach Griechenland ausgesiedelt.

Strassenkreuzung in Trabzon
Strassenkreuzung in Trabzon

Verkehr

Die Stadt ist seit Jahrtausenden eine bedeutende Hafenstadt und heute der wichtigste Seehafen der östlichen Türkei. Durch seine Lage zwischen Meer und Hochgebirge ist die Erreichbarkeit auf dem Landweg etwas schwieriger, die Stadt ist über Hauptstraßen aus drei Richtungen (Westen / Giresun, Süden / Torul, Osten / Rize) erreichbar, hat jedoch keinen Anschluss an das Autobahn- oder Eisenbahnnetz. Der internationale Flughafen Trabzon liegt am östlichen Stadtrand an der Schwarzmeerküste.

Sport

Trabzon beherbergt den national bedeutsamen (Sport- und) Fußballverein Trabzonspor.

Lazen

Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis, dass die Bevölkerung von Trabzon lasisch sei. Die Lazen sind in Trabzon eine sehr kleine Minderheit - sie leben vor allem in den Bezirken der Provinz Rize, Pazar (Atina), Ardeşen (Artaşeni), Çamlıhemşin (Vijadibi), Fındıklı (Viçe) und der Provinz Artvin, Arhavi (Arkhabi), Hopa (Xopa) und Borçka. Lazen besitzen bzw. sprechen eine andere Sprache als Türkisch. Viele in Trabzon lebende Türken haben einen lasischen akzent, aber sie sind keine Lazen, sondern sogenannte "Rum", ihre Sprache heißt Rumca.Rumca (romeika auf Griechisch) ist ein griechischer Dialekt, der auch in Griechenland von den Pontos-Griechen gesprochen wird (Pontiaka).Dieser gilt als die am Altgriechischen näher liegende Sprache.

Söhne und Töchter der Stadt

Partnerstädte

Trabzon unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Sotschi, Batumi und Trabzon sind die drei größten Städte an der östlichen Schwarzmeerküste und können deshalb als "natürliche" Schwesterstädte betrachtet werden.

Einzelnachweise

  1. Pausanias, Beschreibung Griechenlands, 8.27.1
  2. Xenophon, Anabasis, 5.5.7

Weblinks

Quelle:
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