Transformationsländer nennt man Länder, die sich im Übergang von einer zentral gelenkten Planwirtschaft zu einem marktwirtschaftlichen System befinden. Länder wie Kambodscha, Laos und Vietnam gehören dazu.
Transformationsländer sind eine Sonderform der Schwellenländer. Einige werden auch als Entwicklungsländer eingestuft, so etwa Aserbaidschan und Usbekistan.
Nach dem Zerfall des Warschauer Pakts transformierten sich auch mitteleuropäischen Länder, wie zum Beispiel Polen, Ungarn oder Tschechien.
Seit der politischen Wende im ehemaligen Einflussbereich der Sowjetunion und der Auflösung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) sind die Staaten des östlichen und südöstlichen Europas aber auch viele in Südostasien mit unterschiedlich ausgeprägtem Reformwillen bestrebt, sie sozialistische Planwirtschaft zu überwinden und marktwirtschaftliche Strukturen aufzubauen. Gemessen an der Wirtschaftskraft, ihrem Volkseinkommen und ihrer infrastrukturellen Entwicklung sind diese Staaten heute vergleichbar mit fortgeschrittenen Entwicklungsländern und demzufolge als Schwellenländer zu klassifizieren. Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch gab es aber für einige Staaten auch Rückschläge, so dass sich vor allem in ökonomischer Sicht Indikatoren für echte Entwicklungsländer ergeben. Oftmals hängt das auch mit einem politisch begründeten Reformunwillen (Weißrussland, bis 2005 auch die Ukraine) zusammen. Ebenfalls als echte Entwicklungsländer sind die zentralasiatischen und transkaukasischen GUS-Staaten einzustufen. Andere Staaten, wie z.B. Slowenien, sind inzwischen mit den Industriestaaten West- und Südeuropas vergleichbar. Als weitere Glieder des „Modells der Fluggänse“ haben Laos, Kambodscha und vor allem Vietnam inzwischen auch den Status eines Schwellenlandes. Trotz ähnlicher Indikatoren hinsichtlich der Wirtschaftskraft und Infrastrukturausstattung unterscheiden sich die Transformationsländer dennoch erheblich von den Schwelleländern, weshalb sie meist gesondert ausgewiesen werden. In der Regel weisen sie im Vergleich zu den asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländern ein deutlich höheres Niveau bei verschiedenen Sozialindikatoren auf (z.B. Bildung, Gesundheitsversorgung). Ein grundlegender Unterschied besteht darüber hinaus in den Ursachen und im Verlauf des Industrialisierungsprozesses. Nicht der Industrialisierungsprozess an sich steht im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Modernisierung der industriellen Strukturen. Der Industrialisierungsgrad dieser Staaten entsprach zu Beginn der Transformation dem der westlichen Industrienationen, teilweise übertraf er ihn sogar. Die Transformation setzte zunächst mit einem dramatischen ökonomischen und in der Folge auch sozialen „Transformationsschock“ ein. Einige europäische Staaten haben den Transformationsprozess inzwischen weitgehend erfolgreich durchlaufen. Sichtbares Zeichen dafür war ihr Beitritt zur Europäischen Union 2004 bzw. 2007.