Triesenberg

Wappen
Wappen von Triesenberg
Basisdaten
Wahlkreis: Oberland
BFS-Nr.: 7004
PLZ: 9497
Koordinaten: (759578 / 220732)
Höhe: 884 m ü. M.
Fläche: 29.8 km²
Einwohner: 2596 (31. Dezember 2005)
Website: www.triesenberg.li
Karte
Karte von Triesenberg

Triesenberg ist die flächenmässig größte und höchstgelegene Gemeinde in Liechtenstein. Triesenberg ist eine Weilersiedlung mit den Weilern Rotaboda, Üenaboda, Wangerbärg, Steinord/Lavadina, Masescha und Silum. Die Gemeinde ist ein beliebter Erholungsort.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

"Walserzug" Bearbeitung von Regina Marxer

Erst die am Ende des 13. Jahrhunderts eingewanderten "Walliser" haben unser Gemeindegebiet dauerhaft besiedelt. Die erste schriftliche Bezeugung von Wallisern am Triesenberg finden wir in einer Urkunde von 1355. In diesem Schiedsspruch wird ihnen ein Teil der Alpe Malbun zuerkannt, wie sie ihn "vormals gehabt haben". Also müssen sie sich vor diesem Datum hier angesiedelt und Alpen zu Lehen genommen haben.

Prähistorische Streufunde (Liechtensteinisches Landesmuseum, Kopien im Walser Heimatmuseum) und romanische Flurnamen wie Guflina, Runggelina, Lavadina usw. weisen auf eine vorwalserische Nutzung des Gebietes hin. Der Vorgang der Verdrängung der romanischen Sprache war in unserer Gegend um die Zeit der Walsereinwanderung abgeschlossen.

Die Walser (eingewanderte Walliser) besiedelten zuerst die höheren Lagen wie Masescha und Gnalp und breiteten sich erst später talwärts aus. Es bildete sich die typische Weilersiedlung mit Weilern wie Üenaboda, Rotaboda, Fromahus, Steinord, Wangerbärg und Litzi. Auf Masescha wurde vermutlich bald nach der Einwanderung eine Kapelle erbaut. Dort wird heute noch der Walserheilige Theodul verehrt. Die Theodulsglocke (Legende) ist 1955 Bestandteil des Gemeindewappens geworden. Bis zur Gründung der eigenen Pfarrei im Jahre 1768 mit dem Bau der ersten Pfarrkirche war Triesenberg den Pfarreien Triesen und Schaan zugeteilt.

Die "Freien Walser" wurden von den Landesherren für ihre Rodungstätigkeit mit besonderen Freiheitsrechten ausgestattet. So besassen sie mit der "Freien Erbleihe" ein besonders günstiges Besitz- und Nutzungsrecht. Sie waren von Steuern befreit und hatten lediglich einen Zins zu entrichten. Im Jahre 1618, unter den Grafen von Hohenems, wurden die besonderen Rechte der Walser aufgehoben. Sie wurden wie die anderen Landesbürger leibeigen.

1652 wurde der Alpbesitz neu geregelt. Die Alpen gelangten, bis auf die Maiensässe Steg und Silum, die Genossenschaften blieben, in Gemeindebesitz. Triesenberg besitzt sieben Gemeindealpen. Die bäuerliche Wirtschaftsart blieb bis 1888 die Einzelsennerei. Die gemeinsame Alpbewirtschaftung erfolgte gegen erheblichen Widerstand der Bauern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein grosser wirtschaftlicher Aufschwung und ein grosser Teil der arbeitstätigen Bevölkerung Triesenbergs fand in den Industrie- und Dienstleistungsbetrieben im Tal Beschäftigung. Triesenberg wurde zur Pendlergemeinde.

Von 1960 bis 1993 wurde eine Gesamtmelioration (Bodenzusammenlegung) durchgeführt. Die Landwirtschaft ging seit dem Zweiten Weltkrieg stetig zurück. Heute arbeiten mehr als zwei Drittel der Erwerbstätigen in der Industrie und den Dienstleistungsbetrieben in den Talgemeinden.

Wie der walserdeutsche Dialekt der Bewohner zeigt, ist Triesenberg ein (wahrscheinlich von der Mutterkolonie Davos aus) Ende des 13. Jahrhunderts von Walsern besiedeltes Gebiet.

Zur Gemeinde gehören auch die Orte Masescha, Silum, Gaflei, Steg und Malbun.

Sehenswürdigkeiten

  • Walser Heimatmuseum
  • Friedenskapelle Malbun
  • Pfarrkirche St. Josef
  • Kapelle St. Maria auf Masescha
  • Rathaus Triesenberg
  • Kapelle St. Wendelin und Martin im Steg

Politik

Gemeindevorsteher ist Hubert Sele (VU). Der Gemeinderat zählt 10 Sitze (VU 5, FBP 5)

Teilorte

Steg

Steg liegt im Saminatal und war einst ein Maiensäss für die Bauern von Triesenberg. Heute ist Steg im Sommer Ausgangspunkt für viele verschiedene Wanderungen – im Winter bietet es eine Rodelbahn und einige Kilometer Langlaufloipen.

Betreuer für die Rodelbahn ist Kurt Tacchi.

Masescha

Masescha war einer der ersten Siedlungsorte der Walser (Walliser) im 13. Jahrhundert und liegt in etwa 1235 Metern Höhe. Kultureller Mittelpunkt ist die Theodulskapelle, die nach Vorbild kleiner Gotteshäuser in Davos gebaut wurde.

Malbun

Blick auf Malbun
Blick auf Malbun

Malbun ist ein Hochtal und besteht aus den Alpen Turna (Gemeindealpe) und Pradamee (Genossenschaftsalpe von Vaduz). Sein Name stammt aus dem Romanischen und kommt von alp bun (schöne, ertragreiche Alp) oder val bun (schönes, ertragreiches Tal).

Die Friedenskapelle von Malbun
Die Friedenskapelle von Malbun

Bemerkenswert ist die Friedenskapelle, die 1950/51 durch das Verdienst des Pfarrers und Alt-Dekans Engelbert Bucher (1913–2005) als Dank für die Verschonung Liechtensteins im Zweiten Weltkrieg errichtet wurde. Sie enthält ein Mosaik, welches das Sennen-Ave, ein Ringruf der Triesenberger Älpler, im Bild darstellt (gestaltet von Prof. Josef Seger). Das große Rundfenster über dem Altar, das unter anderem die Gottesmutter mit ihrem Kind und Niklaus von Flüe darstellt, stammt von dem Architekten Johannes Hugentobler, Appenzell.

Seit Ende der fünfziger Jahre wurde Malbun zum Ski- und Wandergebiet ausgebaut. Es ist das einzige Wintersportgebiet in Liechtenstein, mit 5 Liftanlagen auf neustem Stand.

Ausserdem ist Malbun regelmässig ein Etappenziel der Tour de Suisse.

Persönlichkeiten

  • Der Schweizer Mundartforscher und Schriftsteller Dr. phil.I und Dr. iur. Jakob Vetsch lebte von 1927 bis 1934 im Weiler „Rotaboda“ oberhalb Triesenberg. Im Fürstentum Liechtenstein hat er sich an der Hilfsaktion zugunsten der vom Dammbruch des Rheins am 25. September 1927 betroffenen Bevölkerung beteiligt.

Weblinks

Quelle:
Artikel Triesenberg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren