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"Trostfrauen" (jap. 慰安婦 ian-fu) ist ein euphemistischer Ausdruck für Mädchen und Frauen, die für die japanischen Kriegsbordelle des Zweiten Weltkrieges als Prostituierte zwangsrekrutiert wurden.
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Schätzungen sprechen von 100.000 bis 300.000 betroffenen Mädchen und Frauen. In Japan spricht man von 10.000 bis 200.000 Opfern. Die Volksrepublik China spricht jedoch heute von 200.000 Opfern allein in ihrem Land.
Die meisten Opfer stammen aus Korea und China, aber auch aus anderen besetzten Gebieten wie Indonesien, Malaysia, Philippinen, Taiwan. Teilweise stammen die Frauen auch aus Japan, den Niederlanden und Australien.
Genaueres ist nicht bekannt, da einerseits viele der betroffenen Frauen - durch Misshandlungen, Krankheiten und Selbstmord - verstorben sind und andererseits die japanische Regierung historisches Material bis heute zurückhält, das über die staatlich organisierte sexuelle Versklavung von Frauen Aufschluss geben könnte.
Nach 1945 wurden auch viele Dokumente vernichtet, aus Angst, die Beteiligten könnten als Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen werden. Auch wurden viele Frauen vom japanischen Militär ermordet oder an der Heimkehr in ihre Heimatsländer gehindert. Diejenigen, die in Lager der Alliierten kamen, konnten nach einiger Zeit in ihre Heimat zurückkehren. Viele von ihnen schwiegen aus Scham über ihre Vergangenheit oder wurden stigmatisiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Bei den Kriegsverbrecherprozessen wurde die Zwangsprostitution nicht thematisiert.
Erst Ende der 80er-Jahre mit der aufkommenden Frauenbewegung in Südkorea kamen die systematischen Vergewaltigungen während des Zweiten Weltkrieges wieder ans Licht. Nach und nach meldeten sich ehemalige Zwangsprostitutierte in der Öffentlichkeit zu Wort, und 1992 begannen sie bis heute, jeden Mittwoch vor der japanischen Botschaft in Seoul mit den Worten zu protestieren: „Es ist die japanische Regierung, die sich schämen muss, nicht wir!“ Auch die Geständnisse ehemaliger japanischer Offiziere machten ihr Schicksal für eine breitere Öffentlichkeit publik.
1990 wurde das Thema erstmals im japanischen Parlament behandelt, doch hieß es, eine Entschuldigung oder Entschädigung sei nicht notwendig, weil Privatpersonen und nicht der japanische Staat oder das japanische Militär für die Zwangsprostitution verantwortlich gewesen seien.
Erst 1993 hat die japanische Regierung diese Tatsache offiziell anerkannt, da Yoshikazu Yoshimi, ein Historiker der Chuo-Universität in Tokio, ein Jahr zuvor in Militärdokumenten Beweise dafür gefunden hat, dass die japanische Armee an der Beschaffung der Frauen für die Kriegsbordelle beteiligt war. Seine Beweise drängten die Regierung auch dazu, diesen Kapitel der Kriegsgeschichte 1994 auch in die Schulbücher aufzunehmen. Doch in den vergangenen Jahren hat eine Gruppe von 130 liberaldemokratischen Politikern erfolgreich darum gekämpft, alle Hinweise auf das Verbrechen wieder aus den Büchern zu löschen. Die japanische Regierung hat sich seit 1993 mehrfach für die Verwicklung der Armee entschuldigt.
Während sein Vorgänger Koizumi 2001 sein „tiefes Bedauern“ über das Schicksal jener Frauen, die im Zweiten Weltkrieg in den besetzten Gebieten in Korea, China und Südostasien zur Prostitution gezwungen worden waren, und ihre „unermesslichen und schmerzlichen Erfahrungen“ ausgedrückt hatte, meinte Premierminister Shinzō Abe am 1. März 2007: „Es gibt keinen Beweis dafür, dass Zwang auf Frauen ausgeübt wurde, wie es zunächst geheißen hatte“. Dem waren Pläne für eine Resolution des US-Kongresses vorausgegangen, in der gefordert werden sollte, dass Japan formell die Verantwortung für das diesen „Trostfrauen“ zugefügte Leid anerkennen soll.[1] Nach heftiger Kritik erneuerte jedoch auch Abe am 26. März 2007 die japanische Entschuldigung.
1995 wurde von der japanischen Regierung ein privater Fonds mit dem Namen Fond für asiatische Frauen eingerichtet, um den betroffenen Frauen eine finanzielle Entschädigung auszuzahlen. Der vom damaligen Premierminister Tomiichi Murayama geleitete Fonds wurde durch Spenden aus der japanischen Öffentlichkeit mitfinanziert. Von den elf Millionen Euro bekamen 360 ehemalige Zwangprostituierte Geld. Die japanische Regierung hatte etwas mehr als die Hälfte gespendet, der Rest kam von privaten Gebern. Die Regierung betonte jedoch, das Geld sei für "medizinische Unterstützung und Sozialhilfe", nicht als Entschädigung gedacht. Dazu erhielten sie eine inoffizielle, vom jeweils amtierenden Premierminister unterschriebene schriftliche Entschuldigung. Viele frühere Zwangsprostituierte weigerten sich, diese Entschädigung zu beantragen, aufgrund des inoffiziellen Charakter des Fonds. Viele erwarten und verlangen eine direkte Entschuldigung und Entschädigung vom japanischen Staat. Die japanische Regierung stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass das Problem mit den Friedensverträgen nach dem Krieg gelöst worden sei. Anfang 2005 wurde die Auflösung des Fonds zum März 2007 angekündigt.
Bisher gab es neun große Sammelklagen gegen die japanische Regierung. Alle scheiterten. Ende April 2007 entschied auch Japans höchstes Gericht, dass die "Trostfrauen" keinen Anspruch auf Entschädigung haben.
Auf internationaler Ebene wurde sexuelle Gewalt gegen Frauen im Krieg erstmals auf der UN-Menschenrechtskonferenz 1993 in Wien und dann auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking thematisiert. Im Februar 1997 veröffentlichte der UN-Sonderberichterstatter zur Gewalt gegen Frauen einen Bericht, in dem er die japanische Regierung auf ihre Verantwortung gegenüber den damaligen Zwangsprostituierten hinwies. Die Regierung in Tokyo wurde aufgefordert, die moralische wie rechtliche Verantwortung für die an den Frauen verübten Menschenrechtsverletzungen zu übernehmen, sich bei ihnen offiziell zu entschuldigen, sie finanziell zu entschädigen und diejenigen vor Gericht zu stellen, die Frauen zwangsrekrutiert und misshandelt hatten. Die japanische Regierung reagierte mit scharfer Kritik.
Daraufhin initiierten Nichtregierungsorganisationen den symbolischen „Internationalen Frauentribunal für Kriegsverbrechen“, das im Dezember 2000 in Tokyo und ein Jahr später in Den Haag tagte. Dem früheren Kaiser Hirohito und neun ranghohen Politikern und Militärs wurden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Die japanische Regierung wurde am 4. Dezember 2001 verurteilt, den Opfern eine angemessene Entschädigung zu zahlen, sich offiziell bei den Opfern zu entschuldigen und die japanische Bevölkerung über die Kriegsverbrechen aufzuklären. Dazu gehören nach Auffassung des Gerichts Entschädigungszahlungen ebenso wie die Rückführung derjenigen noch lebenden Opfer, die dies wünschen, und die Rückkehr der sterblichen Überreste bereits verstorbener Opfer. Die Regierung in Tokio solle darüber hinaus eine umfassende Untersuchung des Systems der "Troststationen" vornehmen, alle relevanten Dokumente veröffentlichen, die Haupttäter identifizieren und bestrafen. Schließlich sollte die japanische Regierung dieses Thema als einen Teil der Geschichte des Landes in die Lehrbücher aller Schulen aufnehmen. Das Tribunal hat jedoch keinen rechtlichen Status und wird von Japan, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern nicht anerkannt. Somit hat es auch keine Möglichkeit, sein Urteil zu vollstrecken. Japan ignorierte das Verfahren gänzlich, und US-Präsident Bush erklärte im November 2001, er werde die Kampagne der "Trostfrauen" nicht unterstützen.