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Der Begriff Turkomanen (Eigenbezeichnung: Turkman/Turkmen/Türkmen) ist eine Variante des Namens „Turkmene“. Er umfasst als solcher vor allem die turkstämmigen Bewohner des Iraks, Syriens und weiten Teilen des Iran. Die Turkomanen gehören heute ebenfalls zu den Südtürken und haben in ihrer Hauptmasse mit den heutigen Turkmenen eine gemeinsame Abstammung - in sprachlicher Hinsicht sind sie mit den Süd-Aserbaidschanern eng verwandt.
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Die Anzahl der Turkomanen ist bis heute stark umstritten: Schätzungen für den Irak liegen zwischen 180.000 und 3 Millionen, wobei die jetzige irakische Regierung von 180.000 ausgeht. Die UNPO gibt dagegen eine Bevölkerungsstärke von 3 Millionen an. Es ist anzunehmen, dass diese Zahl von Dr. Muzaffer Arslan aufgestellt wurde, der als Privatperson die irakischen Turkmenen in der Den Haager Organisation vertritt.[1] Zudem verweist Dr. Arslan auf angebliche 2,5 Millionen Mitglieder seiner "Turkmenischen Volkspartei". Diese Zahlen müssen jedoch als unglaubwürdig eingeschätzt werden.
Vor allem hat die heutige Türkei ein starkes Interesse, die Zahl der Turkomanen im Irak möglichst hoch anzusetzen, um ihre (historisch begründeten) Ansprüche auf den ölreichen Norden des Iraks zu begründen.
Rund 30.000 Turkomanen leben heute im benachbarten Syrien, wo sie allerdings in großer Mehrheit den „Türken“ zugerechnet werden. Im Iran zählen sich heute rund 750.000 Menschen zur Volkgruppe der Turkomanen. Einige Hundert Turkomanen siedeln auch verstreut in Jordanien, wo sie allerdings überwiegend - wie die Volksgruppen in Syrien - ebenfalls den „Türken“ zugerechnet werden. Auch sie sprechen eine Variante des Aserbaidschanischen.
In der I. Verfassung des Iraks noch als dritte Volksgruppe des Staates, neben Kurden und Arabern, erwähnt, wurden ihre Rechte ab 1972 immer mehr eingeschränkt: die eigene Sprache durfte ab 1972 an von den Turkomanen nicht mehr öffentlich benutzt werden, Zeitungen, Radio und Fernsehen wurden verboten und turkmenische Schulen und Kindergärten geschlossen.
Dabei ist nicht zu vergessen, das unter der Abbasiden Dynastie viele Turkmen dienten und die Stadt Samarra zu Ehren der Turkmen erbaut wurde.
Ihre Siedlungsgebiete liegen im Nordwesten des Iraks. Doch ist ihre Herkunft nicht eindeutig zu bestimmen: Zwar sprechen sie eine altertümliche Variante des Aserbaidschan-Türkischen, sind aber noch in der hiesigen Zeit deutlich in Stämme und Klans geteilt. Die Klannamen lassen noch heute ihre einstige Herkunft und das eigentliche Alter dieser turkvölkischen Volksgruppe erahnen: „Kharlukh = Qarluq“, „Khibchakh = Kyptschaken“, „Guzz = Oghusen“ und „Khimäkh = Kimek“ seien hier als Beispiele genannt. Die Vorfahren der heutigen Turkomanen gehörten im Mittelalter zwei mächtigen Stammesförderationen an, den „Schwarzen“ und den „Weißen Hammeln“.
Während den türkischen Herrschaften haben sie eine große Rolle eingenommen und durch ihre Kunst, Architektur und Literatur bleibende Fundamente in den Städten Selçuklu Mosul, Arbil, Kirkük hinterlassen, deren Spuren die kurdische und irakische Regierungen nicht entfernen konnten.
Nach dem Ende des Ersten Golfkrieges gegen den Irak 1990 vereinigten sich die Turkomanen in der Irakischen Turkmenischen Volkspartei (Türkmen Halk Partisi) und diversen Splittergruppen. Bedeutendste Splittergruppe wurde die Irakische Turkmenen-Front (Irak Türkmen Cephesi), die am 24. April 1995 in Erbil gegründet wurde.
Am 1. Oktober 1997 wurde der I. Allgemeine Turkmenen-Kongress in Arbil abgehalten und Abordnungen der Auslands-Turkomanen waren aus Europa, den USA, Kanada und Australien angereist. Dieser Kongress wurde von den folgenden Verbindungen veranstaltet:
Auf diesem I. Allgemeinen Turkmenen-Kongress wurden u. a. die folgenden Punkte festgestellt: (…) Der Name 'Turkmene' gilt für die alteingesessene muslimisch-türkische Bevölkerungsgruppe des Iraks und umfasst die Volksgruppen, die schon vor der Osmanischen Zeit im Irak lebten. Offizielle Schriftsprache der Turkmenen des Iraks ist das Istanbuler Türkisch und die Schriftform das neue türkische Alphabet.