Tyche (griechisch τύχη) ist in der griechischen Mythologie die Göttin des Schicksals, der glücklichen (oder bösen) Fügung und des Zufalls.
Týche erhöht und erniedrigt und führt launenhaft den Wechsel der Geschicke herbei. Sie ist eine Tochter des Zeus. Ihre Attribute sind Füllhorn, Ruder, Flügel und ein Steuerruder auf einer Kugel oder einem Rad. Im Hellenismus wuchs ihre Verehrung, Antiochia und Alexandria verehrten sie als Stadtgöttin. Die römische Entsprechung ist die Göttin Fortuna, die germanische Entsprechung ist das (abstraktere) Heil.
Ab der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. ist ein (Agathe) Tyche-Kult nachweisbar. Seit dieser Zeit findet sich auch verschiedene Darstellungen der Tyche mit o.g. Attributen. Bekannt ist die in Antiochien gefertigte Skulptur des Bildhauers Eutychides, die die Tyche mit der Flussgottheit des Orontes, die zu ihren Füßen auftaucht, darstellt. Für Argos, Mégara, Theben, (und außerhalb Griechenlands:) Bupalos und Smyrna und vielleicht Elis, Korinth, Megalopolis, Sikyon wird mit Tempeln gerechnet. Die hellenistische Entwicklung der Tyche zu einer Stadtgöttin wie in Antiochia findet dann in der römischen Fortuna ihre Fortsetzung.
In der antiken Alltagsverwendung des Wortes schwindet dann aber die personale Vorstellung zunehmend, so dass týche auch „Schicksal“ und „Zufall“ (auch: „zufällige Begegnung“) bedeuten kann und schließlich sogar als eine Art Ausruf bei einem Fehler oder Versehen Verwendung findet.