Ulrich Herbert (* 24. September 1951 in Düsseldorf) ist ein deutscher Historiker. Er ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau.
Inhaltsverzeichnis |
Von 1971 bis 1975 studierte Herbert Geschichte, Volkskunde und Germanistik an der Universität Freiburg. 1985 promovierte er mit einer Arbeit über "Fremdarbeiter" im "Dritten Reich". 1987/1988 war er Research Fellow am Institut für Deutsche Geschichte der Universität Tel Aviv. Seine Habilitationsschrift an der Fernuniversität Hagen 1992 widmet er der Biographie des "furchtbaren Juristen" Dr. Werner Best, u.a. einem Stellvertreter von Reinhard Heydrich und zeitweiligen Amtsleiter im Reichssicherheitshauptamt. Von den Kennern der Materie wird diese Monographie als "ein Meisterwerk der neueren deutschen Geschichtsschreibung" gerühmt. Von 1992 bis 1995 war Herbert Direktor der Forschungsstelle für die Geschichte des Nationalsozialismus in Hamburg, heute: Forschungsstelle für Zeitgeschichte (FZH) [1]. Danach erhielt er einen Lehrstuhl an der Universität Freiburg, dem er bis heute trotz vieler Rufe treu geblieben ist. Herbert hat zahlreiche Publikationen insbesondere zur Geschichte der Fremdarbeiter und der Zeit des Nationalsozialismus vorgelegt.
Herbert leitet zusammen mit Rüdiger vom Bruch seit 2000 eine Forschergruppe, die im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft deren Geschichte von 1920 bis 1970 aufarbeiten soll. Der gewählte Zeitraum ist weiter gefasst als die im Zentrum stehende NS-Zeit, um die personellen, strukturellen und ideologischen Kontinuitäten besser erfassen zu können. Das Forschungsprojekt ist bis 2008 terminiert und auf 19 Arbeitsgruppen verteilt, die 24 Publikationen erstellen werden. Außerdem leitet Herbert die Forschungsprojekte „Liberalisierungs- und Integrationsprozesse in Westdeutschland, 1950-1980“ und „Gastarbeiter und Gastarbeiterpolitik“.
1999 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der bedeutendsten deutschen Auszeichnung für Wissenschaftler. Das neue Hochschulrahmengesetz bekämpft er sehr engagiert, da es seiner Meinung nach eine ganze Generation von Privatdozenten arbeitslos machen wird. Seit 2001 ist er auch Mitglied im Wissenschaftsrat. Im Januar 2006 wurde Herbert Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Geisteswissenschaften" des Wissenschaftsrates.
„An vielen geisteswissenschaftlichen Studiengängen ist eine Unkultur der Halbbildung entstanden. Da werden Massen von Studierenden durch die Hochschulen geschleust. Die können nichts, die wollen nichts - und die braucht auch keiner! [...] Die Medien haben mittlerweile eine größere Wertschöpfung als die Autoindustrie. Und in solchen Dienstleistungsbranchen ist man auf die Studierenden aus den Geisteswissenschaften angewiesen.“
– Ulrich Herbert, 2006 [1]