Als umgekehrter Spielerfehlschluss (en: inverse gambler's fallacy) wird ein dem einfachen Spielerfehlschluss ähnlicher Fehler beim Abschätzen von Wahrscheinlichkeiten bezeichnet: Ein Würfelpaar wird geworfen und zeigt Doppel-Sechs. Das ist ein ziemlich unwahrscheinliches Ergebnis, also müssen die Würfel vorher schon ziemlich oft geworfen worden sein. Allgemeiner ausgedrückt, behauptet der umgekehrte Spielerfehlschluss, dass ein unwahrscheinliches Ereignis zeigt, dass viele weitere Ereignisse existieren.
Ebenso wie beim einfachen Spielerfehlschluss ist der Fehler in einem Satz klarzustellen: Würfel haben kein Gedächtnis. Jeder Wurf ist stochastisch unabhängig von jedem anderen Wurf.
Der Fehler beruht auf dem richtigen Wissen, dass auch unwahrscheinliche Ereignisse in einer großen Anzahl von Versuchen irgendwann eintreten. Das Würfelbeispiel betrachtet aber eben nicht eine große Anzahl von Versuchen, sondern einen bestimmten Wurf, dessen Ergebnischancen durch andere Würfe nicht beeinflusst werden.
Offenbar unterliegt man dem Fehlschluss eher, wenn ein Ereignis unter anderen gleich wahrscheinlichen Ereignissen hervorgehoben ist. Unbewusst möchten wir "besondere" Ereignisse nachträglich erklären, indem wir die Hintergrundannahmen über das Zufallsexperiment ändern. Die veränderte Hypothese wird durch das "ungewöhnliche" Ergebnis dann scheinbar bestätigt. Genausogut könnten Sie auch glauben, ein menschenfreundlicher Programmierer hätte den Automaten so programmiert, dass er die 17 ausgibt, sobald Sie an das Gerät treten.
In der Philosophie wird das anthropische Prinzip manchmal als Hinweis darauf interpretiert, dass es viele parallele Universen geben muss, damit in wenigstens einem intelligentes Leben möglich wird (s.a. Multiversum). Kritiker wie Hacking und White (Lit.) sehen darin ein Beispiel für den umgekehrten Spielerfehlschluss.