Die United States Army ist das Heer (Teilstreitkraft) der US-Streitkräfte. Gegründet und aufgestellt wurde sie 1775, während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, in dem sie maßgeblich zur Entstehung der USA beitrug. Der Auftrag der US Army ist die Wahrung US-amerikanischer Interessen mit militärischen Mitteln am Boden. Dazu unterhält sie Standorte auf der gesamten Welt. Die Bezeichnung US Army wird häufig fälschlicherweise zum gesamten US-amerikanischen Militär synonym verwendet.
Oberbefehlshaber der Army, wie sie auch im offiziellen Sprachgebrauch genannt wird, ist der Präsident der USA. Die alltägliche Aufsicht über Angelegenheiten des amerikanischen Heeres hat das Department of the Army (Heeresressort oder -amt) innerhalb des Verteidigungsministeriums. In seinen Strukturen orientiert es sich stark an denen der anderen US-Streitkräfte, mit denen es in militärischer Hinsicht stets zusammenwirkt, und von denen es abhängt.
Die US Army war an allen großen Kriegen des 20. Jahrhunderts mit amerikanischer Beteiligung sowie an Dutzenden Kurzinterventionen der USA beteiligt. Seit dem Zweiten Weltkrieg gilt sie als das bestausgerüstete und mobilste Heer der Welt. Vor allem seit dem Zerfall der Sowjetunion ist sie jedoch mit neuartigen Taktiken von Guerillagruppen konfrontiert, denen bisher noch nicht befriedigend begegnet werden konnte.
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Die Mission der US Army ist in der Wahrung nationaler Interessen der USA im Bereich der konventionellen Kriegsführung sowie in der Durchsetzung der Nationalen Sicherheits- und Nationalen Verteidigungsstrategie der USA, jeweils zu Lande, definiert, die der Nationale Sicherheitsrat ausarbeitet und aktualisiert. Diese liegt zur Zeit vor allem im Krieg gegen den Terrorismus, der Erfüllung der Bündnispflichten sowie in der Abschreckung der Feinde der USA, bedingt vor allem durch ihre globale Präsenz. [1]
Die größte Herausforderung sieht die Army derzeit in der Bewältigung der politisch gestellten Aufgaben bei gleichzeitiger Restrukturierung, Transformation genannt (Näheres weiter unten im gleichnamigen Unterkapitel). Diese wird als die größte Strukturmaßnahme seit derjenigen gesehen, die dem Zweiten Weltkrieg folgte. Die selbstgestellten Ansprüche, aber auch die öffentliche Erwartungshaltung liegen in einer funktionierenden, flexiblen Kommandostruktur, die beim Zusammenspiel verschiedener Kompetenzen nicht konkurriert, und weltweit projezierbaren, d. h. effektiv einsetzbaren Truppen.
In der Praxis läuft dies auf den Anspruch hinaus, jederzeit mehrere Kriege am Boden führen zu können. Vereinzelt sprechen amerikanische Politiker von 3-4 Konfliktbeteiligungen, sollte dies nötig sein. Angesichts der jüngsten Entwicklungen erscheint dies jedoch unwahrscheinlich, sodass mehrheitlich 2 Großeinsätze erwartet werden. Die gelegentliche Forderung einzelner Offiziere nach einer Vergrößerung des Heeres steht allerdings im Widerspruch zu der, nach dem Vietnamkrieg vollständig umgesetzten, Freiwilligenarmee. Daher wird vor allem das Szenario der Beteiligung an zwei großen Regionalkriegen, bzw. an einem großen Konflikt und zwei begrenzten verfolgt.[2]
In der Praxis wirft die weltweit zunehmende Asymmetrisierung des Krieges Fragen in Bezug auf diese Gesamtstrategie des Heeres der USA als derzeit stärkste Bodenstreitkraft der Erde auf, auch weil sie aufgrund ihrer Stärke in Kombination mit ihrer eingeschränkten Belastbarkeit in der asymmetrischen Kriegsführung ein verlockendes Ziel für Milizen, bewaffnete Gruppen u. ä. darstellt. Bisher wurden in diesem Zusammenhang keine Lösungen oder Antworten gefunden, was wahrscheinlich auf die komplexen politischen, sozialen, wirtschaftlichen und psychologischen Hintergründe dieser sich ausdehnenden Kriegsform zurückzuführen ist.
Die Geschichte der US Army verläuft parallel zu der der USA. Bereits in der frühesten Kolonialzeit in der Neuen Welt gab es Soldaten.
Auf diese Zeit geht auch das Wort „Ranger“ zurück, denn zur Zeit der Indianerkriege (ab ca. 1622) gab es Berufssoldaten, die die Truppenbewegungen der Indianer von Beobachtungsposten und Forts aus beobachten sollten (von engl. to range, zu dt. hier etwa: sich erstrecken, aber auch vermessen).[3] Auch die Funktion der heutigen US Army Rangers erklärt sich durch dieses Wort, denn in offensiven Einsätzen sollten die Rangers als schnelle Aufklärer dienen und Scharmützel anzetteln, ähnlich wie die heutige Truppe vor allem schnell sein und als Vorhut dienen soll.
1747 gründete die Britisch Krone die erste stehende Einheit auf US-amerikanischem Boden: díe „His Majesty’s first Independent Company of American Rangers“ bestand ausschließlich aus Männern aus den Kolonien.[4] Aus ihren Einsätzen lernte diese Einheit schnell von den Franzosen und von den Taktiken der Indianer, wie z. B. den Hinterhalt oder der Kampf im Wald, denn diese waren zuvor nicht gebräuchlich. Sie kämpften in ihrer Heimat auch im Krieg gegen die Franzosen.
Siehe auch: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg
Am 14. Juni 1775, während der Amerikanischen Revolution, wurden auf Weisung des US-Kongresses zehn Kompanien ausgehoben. Das erste Regiment entstand am 17. Juni 1784. Bis 1781 wurde die Army von einem Gremium (Board of War and Ordinance) geleitet, bevor sich die Gründung eines Ministeriums, das zunächst US Army War Department hieß, als vorteilhafter erwies. Bis zur endgültigen Abwehr der Briten starben 4.000 Heeresmitglieder.
Die bekannte US Military Academy West Point wurde 1802 gegründet und war in den USA die erste ihrer Art.
Anfang 1790 wurde General Arthur St. Clair mit der Gebietsgewinnung im Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten Indiana und Ohio und damit mit der systematischen Vertreibung der dortigen Indianer beauftragt. Dies dauerte insgesamt fünf Jahre, da St. Clair zusätzlich Befestigungen und eine bleibende militärische Infrastruktur aufbaute.
Insgesamt vertrieb die Army noch bis 1891 Indianer aus ihren Siedlungsgebieten. Im Gegensatz dazu leitet die US Army ihre Tradition z. T. auch von den Indianern ab, wie z. B. die Benennung ihrer Hubschrauber.
Am 18. Juni 1812 erklärte der damalige US-Präsident James Madison Großbritannien den Krieg. Die meisten Kämpfe fanden an der Grenze zwischen den USA und dem heutigen Kanada und in der Gegend der Chesapeake Bay statt. Zum ersten Mal spielten Artillerieeinheiten der Army eine gewichtige Rolle in den Schlachten. Das Ziel, Nordamerika endgültig von den mittlerweile verhassten Briten zu befreien, wurde nicht erreicht, die geplante britische Eroberung von Baltimore und New Orleans (letztere mit Hilfe der Franzosen) hingegen abgewendet. Ein weitaus massiverer Einsatz der Briten in Nordamerika war allerdings zu befürchten, sodass der Frieden von Gent geschlossen wurde. Es hatten fast 290.000 Mann im Krieg gegen die Briten gedient, 2.000 Army-Soldaten starben.
Im Krieg gegen Mexiko (1846 - 1848) eroberte die Army die Gebiete des heutigen Texas und New Mexico. Die Entfernung vom bisherigen Staatsgebiet stellte während der Kämpfe eine gewaltige Herausforderung für die noch junge Armee dar und machte nach der Kapitulation der Mexikaner die erste jemals von den USA eingesetzte Militärverwaltung erforderlich. Die „Bekämpfung“ der Navajo ging mit dem laufenden Krieg Hand in Hand, dauerte aber wesentlich länger (bis 1853). Von 79.000 gedienten Heeressoldaten starben 1.700 im Kampf und 11.601 an anderen Ursachen.
Für den Bürgerkrieg mussten beide Seiten, aufgrund der unzureichenden Größe der Teile des gespalteten Nationalheeres, ihre Armeen von Grund auf neu aufbauen. Im ersten industriellen Krieg der Neuzeit konkurrierten die beiden Armeen nicht nur in ihrer Kampfkraft, auch außerhalb des Schlachtfeldes begann ein sozialer und propagandistischer Wettlauf z. B. um die größere Tradition oder das bessere soziale Umfeld für den Einzelnen. Die Unterschiede zwischen Konföderierten und Unionstruppen waren aber gering. Nach dem Sieg der Nordstaaten wurde die Südarmee aufgelöst, ehemalige Mitglieder wurden zum Teil in die Unionsarmee integriert.
Bei der Union hatten 2,128 Mio. Soldaten in der Army gedient, davon starben 360.000. Die Konföderierten führten weniger genau Buch über ihre Verluste, sie werden auf 260.000 geschätzt, Tod durch Krankheit u. ä. jeweils eingerechnet. Ihre Stärke soll zwischen 750.000 und 1 Mio. betragen haben.[5]
Im auslaufenden 19. Jahrhundert, in dem vor allem US-amerikanische und spanische Interessen aufeinander prallten, war die Army vor allem für die Okkupation von Gebieten zuständig. Dies war z. B. auf Kuba, Puerto Rico und den Philippinen der Fall. Weniger als 400 Personen starben im Gefecht, 2.000 an anderen Ursachen. Es hatten 281.000 Mann in der Army gedient.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Army einer Modernisierung unterzogen, die jedoch nur eine relative Angleichung an den internationalen Standard erreichte, da die Verbesserungen überwiegend technischer Natur waren. Gleichzeitig bahnten sich eine Reihe von Kurzinterventionen für US-amerikanische Interessen an, die bis in 1930er dauern sollte. An den so genannten Bananenkriegen in der Karibik nahm die Army nicht teil, dort übernahmen die Marines den Kampf zu Lande, sehr wohl aber u. a. an der Grenze zu Mexiko, in China oder auf Samoa.
Bei Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg musste ein geeignetes Massenheer erst geschaffen werden. Amerika hatte ein solches zuvor nicht benötigt. Zudem war die Armee aufgrund der amerikanischen Abneigung gegen eine zu starke zentrale Staatsgewalt ganz bewusst auf einen sehr kleinen Umfang beschränkt gewesen. Die bisherige „United States Army“ wurde vom United States War Department um Wehrpflichtige und Freiwillige erweitert. Dieses Heer wurde nun offiziell National Army genannt. Der Mangel an Führungskräften bedingte den schnellen Aufstieg vieler Offiziere, darunter auch einige, die später bekannte US-amerikanische Heerführer des Zweiten Weltkriegs werden sollten.
Seit 1917 kämpften amerikanische Soldaten in Frankreich gegen das deutsche Heer. Im Jahr 1918 wuchs die Expeditionsstreitmacht allmählich auf Millionenstärke an, jeden Monat wurden hunderttausende Soldaten über den Atlantik gebracht. Die Meuse-Argonne-Offensive im Herbst 1918 war der größte militärische Erfolg der US-Truppen unter General John J. Pershing und durchbrach die deutsche Westfront bei Verdun. Von November 1918 bis Mai 1919 besetzten US-amerikanische Soldaten eine Zone im heutigen Rheinland-Pfalz, in der Umgebung der Stadt Trier. Insgesamt 115.000 GI's starben im ersten Weltkrieg, die meisten davon aufgrund Krankheiten wie der Spanischen Grippe in den heimatlichen Ausbildungslagern und in Europa. Etwa 50.000 Mann kamen bei den Kampfhandlungen in Europa ums Leben.
1920 wurde die National Army aufgelöst und die militärischen Kapazitäten der USA zu Land auf den Stand der United States Army zurückgeführt. Auch wurden alle Beförderungen, die von 1917 bis 1920 erteilt wurden, rückgängig gemacht.
Ab 1933 erfuhr die United States Army eine umfassende Modernisierung auf allen Ebenen, da sie zum Teil noch in Schemata des Bürgerkrieges operierte.
Im Zuge der steigenden Anspannung in den USA hinsichtlich des „Krieges in Europa“ erteilte der US-Kongress die Weisung, die Army of the United States auszuheben, die im Gegensatz zur National Army neben der Regular Army und Freiwilligen auch die Reserve umfasste, was den US-amerikanischen Strategen zunächst neu erschien. Juristisch betrachtet blieben die vorherigen Einzelteile bestehen.
Die militärische Eroberung der pazifischen Inseln (im Zuge des Inselspringens) gehörte in den Aufgabenbereich des US Marine Corps, während Heeressoldaten die Inseln sicherten. Die Soldaten der US Army kämpften vor allem in Europa, ab 1943 in Italien und ab 1944 in Frankreich. Der Oberkommandierende der alliierten Expeditionsstreitkräfte, Dwight D. Eisenhower, entstammte der Army. Von den ungefähr 291.000 getöteten Soldaten gehörten knapp 234.000 der Army an.
Auch diesmal setzte die Army alle Dienstgrade auf den Vorkriegszustand zurück. Sie wurde darüber hinaus von einer Explosion ihres Sozialbudgets überrascht, da Veteranen nach ehrenhafter Entlassung viele Versorgungsansprüche geltend machen konnten.
In Europa und Nordafrika verschaffte das Eingreifen des US-amerikanischen Heeres den alliierten Streitkräften endgültig das militärische Übergewicht, das zusammen mit dem Zusammenbruch der deutschen Ostfront den Sieg der Alliierten bedingte.
Die Haltung der US-amerikanischen Bevölkerung zur Größe der Armee wandelte sich vor dem Hintergrund des sich anbahnenden Kalten Krieges sowie der negativ aufgenommene Verbreitung des Kommunismus im Allgemeinen stark.
Abermals wurde im Koreakrieg mit der Army of the United States ein Massenheer aufgeboten, welches von 1950 bis 1953 in Korea zugunsten des Südens intervenierte. Trotz anfänglicher Erfolge sank der Stern der Army. Marines konnten Heereseinheiten mehrmals vor der Vernichtung retten. Insgesamt starben 30.000 Soldaten, davon 27.000 im Kampf. Etwa 90 % davon hatten der Army angehört.
Die Intervention der USA in Vietnam begann für die Army mit einem Debakel: Die überwiegend Wehrpflichtigen wurden in einem Kampfeinsatz, dessen Legitimität bald deutlich hinterfragt wurde, mit einer Situation konfrontiert, der sie oftmals nicht gewachsen waren. Der Kampf im Dschungel gegen einen gut trainierten und hoch motivierten Gegner zeigte schnell Mängel in Einsatzkonzept, Ausbildung und Ausrüstung auf.
Im Laufe des Konfliktes sammelte die US Army wertvolle Erfahrungen in der Guerillakriegsführung, die die Ausbildung der Soldaten seither beeinflusst hat. Darüber hinaus trug die Taktik des Vietcong zur Gründung diverser US-amerikanischer Spezialeinheiten bei.
Trotz der lehrreichen Erfahrungen in Vietnam entwickelte sich der 10-jährige Konflikt zu einem großen Trauma, speziell für die stark infanteristisch geprägte Army. Auf Betreiben mehrerer Organisationen und Kampagnen, zu denen sich viele Soldaten zusammengeschlossen hatten, war die Politik genötigt, die außerdienstliche Betreuung für Soldaten auszubauen, was sie zunächst nur widerwillig umsetzte. Hauptaspekt war neben der Beendigung des Krieges die psychische Betreuung der Soldaten während des Einsatzes und danach. Im Laufe der Zeit wurde mit diesen Einrichtungen im Sinne einer umfassenden Versorgung der Soldaten immer stärker geworben. Ähnlich wie bei den Marines stammt aus der Vietnam-Ära die Neigung vieler Mitglieder der Army, sich als Opfer der Politik und als von der US-amerikanischen Gesellschaft missverstanden zu sehen.
Trotz aller Entschlossenheit bemängelte sogar das Offizierkorps die Kriegführung. Es stellte fest, dass die Wehrpflicht keineswegs vonnöten, sondern im Gegenteil eher hinderlich war, was sich auch im Zahlenverhältnis von einem Offizier zu drei Mannschaftsgradssoldaten widerspiegelte.
In Zahlen schlug sich die gestiegene Aversion vor allem gegen die Infanterie auf die jährlichen Rekrutierungszahlen nieder, bis nach dem erfolgreich geführten Zweiten Golfkrieg eine gegenteilige Entwicklung einsetzte.
Von den 58.000 US-amerikanischen Toten des Vietnamkrieges waren 31.000 Soldaten des Heeres im Kampf und 7.200 an anderen Ursachen gestorben.
Der US Army oblag in einer Koalition aus 500.000 Soldaten der insgesamt 30 teilnehmenden Nationen das Zurückdrängen der irakischen Truppen ins eigene Land, während die US Marines das zuvor vom Irak überfallene Kuwait befreiten. Nach 4 Tagen wurde die Operation siegreich gestoppt, mit Desinteresse an einem im Grunde naheliegenden Sturz Saddam Husseins mischten sich sicherheitspolitische Bedenken im Falle eines weiteren Vorstoßes, wie z. B. das territoriale Auseinanderbrechen des Irak entlang der ethnischen Grenzen. 224 Armeesoldaten starben während des Krieges.
In Somalia sollten die beiden Army-Spezialeinheiten, die Rangers und die Delta Force, nach Abzug zweier Divisionen der US Marines die humanitären Aktionen der UNO überwachen.
In der Schlacht von Mogadischu erreichten die Soldaten gegen eine schlecht ausgerüstete und ausgebildete zehnfache Übermacht von Clanmilizen ein blutiges Patt, bevor sie sich zurückziehen mussten. Nach dem Kampf und mittlerweile 31 Toten wuchs der politische Druck auf US-Präsident Clinton allerdings so stark an, dass er das US-amerikanische Engagement in Somalia endgültig abbrechen musste.
Während der 1990er erfuhr die Army angesichts des Wegfalls des Hauptgegners, der ehemaligen Sowjetunion, drastische Kürzungen im Militärhaushalt. Zur Zeit des 11. September 2001 hatte sich die Strategie des Pentagon allerdings bereits von einfachen Kürzungen, Verschlankungen und Verkleinerungen hin zur so genannten „Transformation“ gewandelt. Diese Doktrin fokussiert eine Armee auf schnellen, effizienten Kampf, der eine Verlegung massiver Heereseinheiten, wie z. B. noch im Zweiten Golfkrieg, überflüssig macht.
Die Notwendigkeit einer neuen Art der Kriegführung sah das Pentagon durch die prognostizierte sicherheitspolitische Situation des 21. Jahrhunderts gegeben. Dabei seien vier Formen der kriegerischen Herausforderung abzudecken: traditionelle, d. h. zwischenstaatliche, unbekannte bzw. unregelmäßige, post-katastrophale sowie störende. Insgesamt sei eine Beruhigung der weltweiten Sicherheitslage nicht abzusehen.
Das daraus gefolgerte strategische Ziel wurde in der bezeichnenden Doktrin Relevant and Ready...Today and Tomorrow festegehalten: jederzeit so früh wie möglich eine ausreichend große militärische Macht aufbieten und so die Mission (siehe auch den gleichnamigen Abschnitt) der Army erfüllen zu können.
Die vier Grundpfeiler der aktuellen Transformation werden in den folgenden vier Faktoren gesehen:
Als Risikofaktoren für die Transformation werden ein allzu anpassungsfähiger Gegner, Unterfinanzierung, zu hohe Operationsgeschwindigkeiten sowie andere übermäßige Belastungen der Army insgesamt gesehen.
Am Ende der Transformation, die 2007 abgeschlossen sein soll, soll sich die Planungsgrundlage von den zehn im Jahre 2006 noch existierenden Divisionen auf anvisierte 42 - 43 Brigaden verschoben haben. Faktisch sind erstere dann nicht mehr existent, ihre Wiedereinführung durch den modularen Aufbau allerdings ohne Weiteres möglich.[6]
Als Reaktion auf den „11. September“ griffen die USA in Afghanistan ein. Daran beteiligt waren vonseiten der Army zumeist Spezialeinheiten. In der darauffolgenden Friedensmission mussten US-amerikanische Einheiten allerdings immer wieder Offensiven gegen die Taliban starten.
Bis zum Sturz der Taliban-Regierung starben 6 Army-Soldaten.[7]
Die oben beschriebene Doktrin wurde im Irak-Krieg erfolgreich erprobt. Die Anzahl der Soldaten war im Vergleich zu „Desert Storm“ um drei Viertel geringer. Die verbliebenen Kräfte arbeiteten allerdings aufgrund der eingeführten Auftragstaktik [8] und erheblich verbesserter Kommunikation besser zusammen als zuvor. Dabei verlor die Anzahl der Divisionen, namentlich vier, an Aussagekraft, da den sonst im internationalen Vergleich eher kleinen US-amerikanischen Divisionen fast bis an das Zahlenmaximum Truppen beigeordnet wurden. So genügte eine einzige Brigade, um Bagdad einzunehmen, bis weitere zur Sicherung eintrafen.
Die Schaffung politischer Stabilität bereitet der "US Army" allerdings weit größere Probleme, was ihre mehr als 1.700 Verluste (Stand: September 2006) nach dem Ende der offiziellen Kampfhandlung gegenüber knapp 60 Toten währenddessen anzeigt. Bemängelt wird vor allem die mangelhafte Kenntnis der arabischen Kultur, sowie die ungenügende Ausbildung für Friedensmissionen.
Soldaten der US Army haben in mehreren Kriegen Kriegsverbrechen begangen. Das aufsehenerregendste Kriegsverbrechen des Vietnamkrieges war das Massaker von My Lai. Während des dritten Irak-Krieges wurde der Abu-Ghuraib-Skandal bekannt. In Afghanistan wurden Soldaten der Exekution ganzer Gefangenengruppen beschuldigt. In einem weiteren Fall sollen Soldaten das Verdursten einer Gruppe gefangengenommener Taliban in einem verriegelten Lkw-Container zu verantworten haben.[9] Im September 2006 wurden weitere Vorwürfe laut: Die LA Times hatte zusammen mit der Nichtregierungsorganisation Crimes of War Project recherchiert, dass 10 Mitglieder einer Special Forces-Einheit der Nationalgarde von Alabama auf ihrem Stützpunkt Gardez in Afghanistan im Frühjahr 2003 mehrere Personen gefoltert, davon einige zu Tode, und daran anschließend eventuelle Aussagen abgestimmt haben sollen.[10][11] [12]
Auch aus dem Zweiten Weltkrieg sind einige Kriegsverbrechen der Army bekannt. Angehörige der 45. Infantry Division erschossen z.B. 1943 auf Sizilien deutsche und italienische Kriegsgefangene.
Die US Army gliedert sich in drei Teile:
Nach dem Zweiten Weltkrieg pendelte sich die Größe der Army bei ca. 600.000 Soldaten ein. Zu Beginn des Koreakrieges wurde diese Zahl auf fast 1,6 Mio. innerhalb eines Jahres gesteigert. Nach dem Einsatz auf der koreanischen Halbinsel wurde die Anzahl der Truppen vor dem Hintergrund des Kalten Krieges gerade einmal halbiert. Auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges, 1968, betrug die Stärke der Army wieder fast dieselbe wie in Korea. Nach Vietnam blieb die Anzahl der Heeressoldaten konstant bei knapp 800.000 Soldaten. Auch der Zweite Golfkrieg konnte den, nach dem Zerfall der Sowjetunion einsetzenden, radikalen Truppenabbau nicht bremsen, der zur heutigen Truppenstärke führte.[15]
Mittlerweile wächst die Kritik an der Verkleinerung der Army in diese Größenordnung. US-Amerikanische Militärs und Politiker fordern eine Vergrößerung der Reserveeinheiten angesichts der wachsenden Anzahl an Einsätzen und Verlusten sowie der steigenden Operationsgeschwindigkeiten und der Länge der Stationierungen, die die Moral der Truppen beeinträchtigen. Die Realisierung solcher Forderungen schien im Zuge der aktuellen Rekrutierungsprobleme unwahrscheinlich und wurde vom Pentagon abwartend beantwortet.[16] Bis 2007 hatten sich die obigen Zahlenwerte stabilisiert. Der radikale Truppenabbau der 90er soll teilweise wieder zurückgenommen werden: bis 2013 will das Heer auf aktive 547.400 Soldaten wachsen, die dann bereits nach der transformierten Struktur aufgestellt sein werden. Die Reserve wird kaum, die Army National Guard um knapp 8.000 Mitglieder verstärkt werden. In zwei Durchgängen soll das Gehalt der Soldaten ab dem Haushaltsjahr 2008 um 3% und dann um 3,4% erhöht werden. Finanziert werden soll dies durch weitere Privatisierungen von Armeewohnhäusern sowie durch einen Anstieg des Budget von derzeit knapp 110 Milliarden auf ungefähr 140 Milliarden US-Dollar[17].
Auslandseinsätze
Die US Army unterhält Stützpunkte in aller Welt. Im Jahre 2005 waren 335.590 Soldaten des Heeres in 120 Ländern der Erde stationiert, davon sind 215.000 auf Tour. Die größten Stationierungen sind[18]:
Das europäische Hauptquartier der US Army (US Army Europe (USAREUR)) ist in Heidelberg, deren übergeordnete Kommandoeinheit ist das US European Command (USEUCOM) in Stuttgart. Die Basis in Stuttgart hat sich in vielerlei Hinsicht als vorteilhaft erwiesen, sodass sie trotz aller Standortschließungen der letzten Jahre vermutlich noch einige Zeit bestehen bleibt.[19][20]
Die US Army ist in mehreren, zum Teil überlappenden Ebenen organisiert. Sie teilt sich dabei selbst in zwei Hauptebenen ein, eine operative und eine administrative. Die administrative Ebene teilt sich in mehrere Hauptkommandos:
| Hauptkommando | Kommandeur | Ort | Anzahl der Angehörigen (inklusive Zivilisten) |
|---|---|---|---|
| US Army Forces Command (FORSCOM) (US Army-Komponente des US Joint Forces Command (USJFCOM)) |
General Charles C. Campbell | Fort McPherson , Georgia | |
| US Army Intelligence and Security Command (INSCOM) (Nachrichtendienst) | Major General John DeFreitas III. | Fort Belvoir, Virginia | 31.000 |
| US Army Criminal Investigation Command (CID) |
BG Rodney L. Johnson | Fort Belvoir, Virginia | ~2.900 |
| US Army Corps of Engineers (USACE) (Pionierkorps) | Lieutenant General Robert Van Antwerp, Jr. | Washington (D.C.) | |
| US Army Medical Command (MEDCOM) (Sanitätsführungskommando) (Kommandobehörde für das US Army Medical Corps, US Army Medical Specialist Corps, US Army Dental Corps, US Army Veterinary Corps, US Army Nurse Corps, US Army Medical Service Corps) |
MG Gale Pollock (amtierend) | Fort Sam Houston, Texas | |
| US Army Materiel Command (AMC) (Versorgungskommando) | GEN Benjamin S. Griffin | Fort Belvoir, Virginia | |
| US Army Training and Doctrine Command (TRADOC) (Ausbildungs- und Planungskommando) |
GEN William S. Wallace | Fort Monroe, Virginia | |
| US Army Special Operations Command (USASOC) (US Army-Komponente des US Special Operations Command (USSOCOM)) |
LTG Robert W. Wagner | Fort Bragg, North Carolina | ~25.000 |
| US Army Military Surface Deployment and Distribution Command (SDDC) | MG Kathleen M. Gainey | Fort Eustis, Newport News, Virginia | |
| US Army Space and Missile Defense Command (SMDC) (Weltraum und Raketenverteidigungskommando) |
LTG Kevin T. Campbell | Arlington County, Virginia | |
| US Army Pacific Command (USARPAC) (US Army-Komponente des US Pacific Command (USPACOM)) |
LTG John M. Brown III. | Fort Shafter, Hawaii | |
| US Army South (USARSO) (US Army-Komponente des US Southern Command (SOUTHCOM)) |
Brigadier General Purl K. Keen | Fort Sam Houston, Texas | |
| 8th US Army (EUSA/Südkorea) | LTG David P. Valcourt | Yongsan Army Garrison, Seoul | |
| US Army Europe (USAREUR) (US Army-Komponente des US European Command (USEUCOM)) |
GEN David D. McKiernan | Campbell Barracks, Heidelberg | |
| US Army Reserve Command (ARC) | LTG Jack C. Stultz | Fort McPherson , Georgia | |
| US Army National Guard (ARNG) | LTG H. Steven Blum | Washington (D.C.) |
Ein Mitglied der US Army wird mit Soldier (dt. Soldat) angesprochen, wobei dieses Wort als Anrede groß geschrieben wird.
Hauptartikel: Verbände der US Army
| Ebene | Kommandeur | besteht aus / Anzahl Soldaten |
|---|---|---|
| Armee | General | zwei bis fünf Korps |
| Korps | Lieutenant General | zwei oder mehr Divisionen / 30.000+ |
| Division | Major General | zwei bis vier Brigaden / 10.000–20.000 |
| Brigade / Gruppe | Brigadier General/Colonel | sechs bis acht Bataillone / 2000–5000 |
| Bataillon / Staffel | Lieutenant Colonel | zwei bis sechs Kompanien / 300-1000 |
| Kompanie | Captain | zwei bis sechs Züge / 100–300 |
| Platoon | 2nd / 1st Lieutenant | zwei oder mehr Gruppen / 30–40 |
| Squad | Staff Sergeant | zwei oder mehr fire teams / 8–12 |
| Fire team | Corporal | vier bis fünf Soldaten |
Die US Army ist auf der operativen Ebene in verschiedene Komponenten geteilt (vom größten zum kleinsten):
Der größte Kampfverband der US Army ist das Korps; größere Verbände sind laut derzeitiger Doktrin rein administrativer Natur. Anders als die anderen Verbände sind sie nicht fester Teil der Hierarchie, sondern werden bei Bedarf zusammengesetzt und bilden somit einen Pool von Einheiten. Sie werden daher nach Auftragslage zusammengesetzt, was in der Praxis immer von einigen „Stammeinheiten“ ausgehend geschieht. Dies erleichtert aufgrund der eingegrenzten Aufgaben eine schnellere und einfachere strategische Planung. Die Korps sind zwar an ihr Operationsgebiet angepasst, verfügen jedoch grundsätzlich über die Fähigkeit, militärische Aufgaben aller Art über einen längeren Zeitraum hinweg auszuführen. Bis auf das in Heidelberg stationierte V. Korps haben alle anderen Abteilungen ihre Hauptquartiere in den USA. Derzeit verfügt das Heer über vier Korps:
| Name des Korps | Hintergrund des Spitznamens | Standort |
|---|---|---|
| I. Korps (The Eye* Corps) | Im Sinne eines wachenden Auges über den Einsatzraum, namentlich dem Pazifik | Fort Lewis (Washington) |
| III. Korps (Phantom Corps, America's Hammer oder vor allem Counterattack Corps) | Hat die Rolle eines Entlastungskorps inne. | Fort Hood (Texas) |
| V. Korps (Victory Corps) | Name analog zur römischen Buchstabenzahl V. | Heidelberg (Deutschland) |
| XVIII. Luftlandekorps (Contingency Corps) | Übersetzung zu dt. ungefähr: „das Korps für alle Fälle“, „Notfall-Korps“ | Fort Bragg (North Carolina) |
*Anspielung auf die sich gleichende Aussprache des Buchstaben I und des Wortes eye im Englischen
Anordnung und römische Zahlengebung rühren direkt aus dem Zweiten Weltkrieg her, was der Traditionspflege dient. Zu jener Zeit verfügten die USA über bis zu dreißig Heereskorps.
Durch unterschiedliche Anwendung innerhalb der Army hat die Präzision des Begriffs abgenommen. So wurden im Sezessionskrieg teilweise Verbände von mehr als 20.000 Mann als Corps bezeichnet, teilweise auch Verbände von weniger als 6.000 Mann. Tendenziell waren dabei die Corps des Nordens kleiner als die des Südens, was sich aber mit zunehmender Dauer des Krieges änderte. Hinzu kommt die Verwendung des Begriffs als interne, begrenzte Berufsgruppe wie z. B. das United States Army Corps of Engineers, was wiederum dem Begriff Korpsgeist am nächsten kommt. (s. a. den folgenden Abschnitt „Waffengattungen“)
Die US Army ist in Divisionen unterteilt. Im Jahre 2003 hatte die Army 10 aktive und 8 Reservedivisionen mit jeweils 13.000 bis 16.000 Soldaten. Diese Anzahl ist nach Bedarf erweiterbar. Eine Division in der Army enthält auch alle Einheiten, die ihre Operationsfähigkeit absichern, eine Division ist also von anderen Divisionen oder Einheiten prinzipiell unabhängig.
Grundeinheit ist das squad (dt. Gruppe). Es wird meist aus zwei fire teams, einem Sergeant oder Staff Sergeant und gegebenenfalls einem Panzerabwehr-, seltener einer Luftabwehrwaffe zusammengesetzt.
Grundelement der operativen Planung ist das Fire team (dt. Trupp). Es besteht aus zwei Gewehrschützen, einem Maschinengewehrschützen bzw. einem Grenadier und einem Unteroffizier, meist im Rang eines Corporal. Sie bilden die Grundlage der amerikanischen Bodenkampfdoktrin und sollen schnell, mobil einsetzbar und kurzfristige Zeit ohne jegliche Unterstützung einsatzfähig sein. Dieser Extremfall bleibt in der Planung jedoch nur den Einheiten des US Special Operations Command vorbehalten und betrifft die regulären Einheiten im Gefecht selten. Häufiger eingesetzt wird das fire team für passive Aufgaben wie beispielsweise Patrouillen und Ähnliches.
Auch wenn das fire team Planungsgrundlage ist und eine Einheit der US Army auch in Unterzahl durch die in der Regel hochmoderne Ausrüstung den meisten Gegnern gewachsen ist, wird in der Planung meist auf Überzahl gesetzt. Dies passt in die politische Strategie der Army, da so reduzierte Verluste den politischen Druck auf die US-Regierung abschwächen sollen. Zu berücksichtigen sind hierbei aber auch die im Vergleich zu anderen Nationen sehr hohen Investitionen, die die Army in jeden einzelnen ihrer Soldaten tätigt, was zudem der Gleichsetzung von amerikanischen Infanteristen mit Kanonenfutter entgegensteht.
Das Pentagon hat die Army gegen Ende des 20. Jahrhunderts immer stärker modular aufgebaut. Das bedeutet, dass verschiedene Einheiten anderen zugeordnet werden können, ohne eine zwingende Umstrukturierung für unterschiedliche Einheiten erforderlich zu machen. Dieses Konzept kam der neuen Doktrin der Transformation zugute und kam zum ersten Mal im Irakkrieg zum Einsatz. Es konnte sogar kurz vor dem Einmarsch eine ganze Brigade aufgeteilt werden, da ihr gemeinsames Fortkommen die Kampftruppen verlangsamte und die Versorgungseinheit gefährdete.
Es existiert in der US Army aber auch neben der hierarchischen Struktur eine Organisation nach Waffengattungen, die nach drei Kategorien verläuft. Auch sie werden zumeist Corps genannt, was aber in diesem Fall als Sammelbegriff und nicht als ordnender Begriff dient (es werden nur Beispiele angegeben):
| Generale | ||||
|---|---|---|---|---|
| General of the Army |
General GEN |
Lieutenant General LTG |
Major General MG |
Brigadier General BG |
| OF-10/O-11 | OF-9/O-10 | OF-8/O-9 | OF-7/O-8 | OF-6/O-7 |
| Offiziere | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Colonel COL |
Lieutenant Colonel LTC |
Major MAJ |
Captain CPT |
First Lieutenant 1LT |
Second Lieutenant 2LT |
| OF-5/O-6 | OF-4/O-5 | OF-3/O-4 | OF-2/O-3 | OF-1/O-2 | OF-1/O-1 |
| Warrant Officer | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Chief Warrant Officer 5 CW5 |
Chief Warrant Officer 4 CW4 |
Chief Warrant Officer 3 CW3 |
Chief Warrant Officer 2 CW2 |
Warrant Officer 1 WO1 |
||||||
| WO-5 | WO-4 | WO-3 | WO-2 | WO-1 | ||||||
| Stabsunteroffiziere | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sergeant Major of the Army SMA |
Command Sergeant Major CSM |
Sergeant Major SGM |
First Sergeant 1SG |
Master Sergeant MSG |
Sergeant First Class SFC |
Staff Sergeant SSG |
||||
| OR-9/E-9 | OR-9/E-9 | OR-9/E-9 | OR-8/E-8 | OR-8/E-8 | OR-7/E-7 | OR-6/E-6 | ||||
| Unteroffiziere | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sergeant Sgt |
Corporal Cpl |
Specialist SPC |
||||||||
| OR-5/E-5 | OR-4/E-4 | OR-4/E-4 | ||||||||
| Mannschaften | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Private First Class PFC |
Private E2 PVT |
Private E1 PVT |
||||||||
| OR-3/E-3 | OR-2/E-2 | OR-1/E-1 | ||||||||
|
|
||||||||||
Anmerkungen
1. Zur Vergleichbarkeit sind die NATO-Rangcode angegeben. Analog zum „OR“ (other ranks) der Unteroffiziere benutzt die US Army die Soldstufen „E“ (enlisted) mit jeweils derselben Zählung. Die Offiziere werden in der NATO mit „OF“ (officer) und in der Army mit „O“ bezeichnet, wobei die Zählung ab dem First Lieutenant abweicht, da die NATO die beiden Lieutenants in eine Stufe zusammenfasst, die Army jedoch nicht.
2. Die Mannschaften und Unteroffiziere der US Army werden als enlisted bezeichnet. Ab der Soldstufe E-5 (SGT) beginnt die Dienstgradgruppe der Non-Commissioned Officer (NCO), welche ab der Soldstufe E-7 (SFC) auch Senior NCO (SNCO) genannt wird.
3. Die US Army rekrutiert ihre Offiziere über mehrere interne und externe Organisationen und Institutionen:
Offiziere erhalten ihre Einberufung ins Offizierskorps vom US-Präsidenten. Zunächst werden sie als Reserveoffiziere berufen. Bei der Beförderung zum Major können sie vom Präsidenten der regulären Armee zugeteilt werden, sofern dafür das Einverständnis und darüber hinaus eine Empfehlung des Senats vorliegt. Jedoch dürfen US Reservisten nicht mit Reservisten der Bundeswehr verwechselt werden, da ihr Dienst wesentlich umfangreicher, als beispielsweise nur der Teilnahme an Wehrübungen, ist.
Offiziere werden einer Teilstreitkraft zugewiesen, bis sie den Rang eines Brigadier General erreicht haben. Ab diesem Zeitpunkt wird von ihnen ein Mindestmaß an Kompetenz erwartet, sodass sie befähigt sind, Soldaten aus jeder beliebigen Teilstreitkraft und damit auch gemischte Verbände zu kommandieren.
Sobald Offiziere ihr Patent erhalten haben, durchlaufen sie eine intensive mehrstufige militärische Weiterbildung, die mit teilstreitkraftspezifischen Maßnahmen einhergeht und sich bis zum Command and General Staff College in Fort Leavenworth, Kansas fortsetzen kann. Ein Nachweis der spezifischen Weiterbildung ist bei der Beförderung zu bestimmten Rängen unabdingbar.
4. Die Laufbahngruppe des Warrant Officer (WO) ist eine Besonderheit. Nach Ernennung auf Befehl des Secretary of the Army wird er nach der Beförderung zum Chief Warrant Officer Two (CW2) durch den Präsidenten vereidigt und erhält eine commission (dt. Bevollmächtigung) ähnlich dem Offizierspatent. Der WO entspricht ungefähr einem Offizier, ihm werden nach der Beförderung zum Chief Warrant Officer Four (CW4) geringfügige Privilegien zugestanden. Jedoch ist er nur Spezialist auf seinem Fachgebiet und kann keine Kommandogewalt über Truppen ausüben. Aus den Reihen der WO rekrutieren sich in der US Army sehr viele Hubschrauberpiloten. Am ehesten ist ein WO mit einem Offizier des militärfachlichen Dienstes der Bundeswehr zu vergleichen.
Warrant Officer werden hauptsächlich an der US Army Warrant Officer Candidate School in Fort Rucker, Alabama rekrutiert.
5. Der Posten/Rang Sergeant Major of the Army ist einzigartig. Er ist in beratender Funktion für den Generalstabschef der Army tätig und unterrichtet ihn in Angelegenheiten, die die Mannschaftsgrade in besonderem Maße betreffen. Der Posten wurde auch eingeführt, um Mehrheitsverhältnisse im Generalstab der US Army mit einer Person, die der Truppe recht nahe steht und somit am wahrscheinlichsten in ihrem Sinne bezüglich Einsatzbereitschaft entscheidet, zu erzwingen.
6. Der Specialist (SPC; Soldstufe E-4) entspricht dem Rang des Corporal. Er hat aber technische Fähigkeiten, die außerhalb des Verantwortungsbereichs des Corporal liegen. Im Gegenzug wird bei einem Corporal mehr Wert auf seine Führungsqualität im Gefecht gelegt, was erklärt, warum ein Specialist in der Befehlskette unter dem Corporal steht.
7. Die Tätigkeiten der Soldaten der US Army werden mit der Military Occupational Specialty (MOS) festgelegt. Dies sind Tätigkeitsbeschreibungen bestehend aus vier Ziffern, wie beispielsweise Panzerfahrer, Infanterist oder Hubschrauberpilot.
Im Gegensatz zur Bundeswehr, die nur über einen ähnlichen Führungsstab verfügt, wird die US Army von einem Generalstab befehligt. Ihm ist der Vereinigte Generalstab der USA (Joint Chiefs of Staff) übergeordnet.
Gegenwärtig sind im Generalstab der US Army vertreten:
| Dienststellung | Inhaber |
|---|---|
| Secretary of the US Army (dt. in etwa Staatsminister) | Preston M. Geren (amtierend) |
| Special Assistant to the Secretary of the US Army | Raymond F. DuBois |
| Chief of Staff of the Army | Gen George W. Casey, Jr. |
| Stellvertretender Generalstabsvorsitzender | Gen Richard A. Cody |
| Sergeant Major of the Army | SMA Kenneth O. Preston |
Mit Einsetzen der Transformation wurde im Pentagon auch eine neue Doktrin erarbeitet, die kämpfenden Einheiten untereinander und mit zur Verfügung stehenden Informationen, z. B. von Nachrichtendiensten und Aufklärung verbinden soll. Das Ergebnis war Network Centric Warfare, die totale Vernetzung aller am Kampf beteiligten Elemente. An einem praktischen Beispiel erklärt bedeutet dies, dass ein Geheimdienst nicht erst mit einem Kommando Kontakt aufnehmen muss, welches dann über mehrere Soldaten in der Hierarchie eine Ausschaltung eines Ziels o. ä. anordnet, sondern dass alle Aufklärungseinheiten alle verfügbaren Informationen in eine von mehreren Stellen anlaufbare Datenbank eingeben, worauf Einheiten eigenständig reagieren können. Faktisch bedeutet dies auch eine Annäherung an die Auftragstaktik.
Die US Army unterhält weltweit Rekrutierungsstellen, neben denjenigen in den USA weitere in Japan, Korea, Europa sowie auf Guam und Samoa. Die juristischen Bedingungen für die Mannschaftsdienstgrade sind die US-amerikanische Staatsbürgerschaft oder eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bei voller Gesundheit und einer guten physischen Verfassung. Des Weiteren darf der Rekrut das Alter von 34 nicht überschritten haben (39 für die Reserve) und muss einen guten Leumund vorweisen (to be in good moral standing). Bei vorliegenden Straftaten wird über den Einzelfall entschieden. In der laufenden Praxis zeigt sich die Army aber nicht so tolerant gegenüber Vergehen wie die übrigen US-Streitkräfte. Das Mindestalter beträgt 17 Jahre, bis 18 ist die Einwilligung der Eltern erforderlich.
Die US Army unterhält diverse Programme, die einem potenziellen Rekruten den Einstieg erleichtern sollen, wie z. B. das Buddy Program, bei dem zwei befreundete Personen, die wegen der Zuteilung und Unterbringung gleichen Geschlechts sein müssen, zur selben Rekrutierungsbrigade gelangen, oder die Möglichkeit, sich bis zum Erreichen eines Schul- oder akademischen Abschlusses zurückstellen zu lassen. Collegeabsolventen werden gerne damit geworben, mit einem höheren Rang sowie mit einer Einstiegsprämie von 20.000 $ beginnen zu dürfen.[21]
Unter Kritik geraten häufig die offensiven Anwerbemethoden der Army: die Palette reicht dabei vom Unterrichts- und Vorlesungsbesuch über gezieltes Ethno-Marketing hin zum Cold Calling, dem überraschenden Werbeanruf der Zielperson (dies wird aber auch über andere Medien praktiziert). Dabei wird der Army die Ausnutzung des meist geringen Einkommens oder der Perspektivlosigkeit der Zielpersonen und -gruppen sowie die Verschleierung des Berufsrisikos vorgeworfen. Army und Befürworter dieser Praktiken appellieren hingegen an die Eigenverantwortung der Zielpersonen.
Bürgerrechtsbewegungen, Studenten und Linke äußern sich kritisch über die Drohung der Army, allen Schulen und Universitäten Fördermittel des Bundes entziehen zu lassen, sollten diese den Rekrutierern den Zugang zu den Lehrsälen verweigern.[22]
Das Übertreten der mexikanisch-amerikanisch Grenze durch ein Werbeteam der Army im Mai 2005 verursachte einen diplomatischen Zwischenfall mit Mexiko. Der Direktor der Schule wies die Werber ab und protestierte direkt in Washington.[23]
Zur Zeit (2006) erfährt die Army einen massiven Mangel an Rekruten. Die angeworbene Zahl an Rekruten liegt 40 % unter den erforderlichen Zahlen. Bedingt durch die anhaltende negative Presse nehmen auch die Kinder aus den Minderheiten und gering verdienenden Schichten und auch Frauen zunehmend Abstand von einer Karriere bei der Army. Als grundsätzliche Bodenstreitkraft wird sie als am meisten in die militärisch problematischen Konflikte (z. B. in Afghanistan und im Irak) verwickelt gesehen und verzeichnet daher die größten Probleme bei der Anwerbung.[24] Nur über die massive Reaktivierung ehrenhaft entlassener Soldaten kann die Army an die geforderten Zahlen heranreichen.
| Herkunft des Rekruten | Ausbildungsort des Rekruten | Name der ausbildenden Einheit |
|---|---|---|
| Nordöstliche USA | Fort Meade, Maryland | 1st Recruitment Brigade |
| Südöstliche USA | Forest Park, Georgia | 2nd Recruitment Brigade |
| Südliche USA und Mittlerer Westen | San Antonio, Texas | 5th Recruiting Brigade |
| Nördliche USA | Fort Knox, Kentucky | 3rd Recruiting Brigade |
| Westliche USA | Las Vegas, Nevada (ab inklusive Montana, Wyoming, Colorado und New Mexico westwärts) | 6th Recruiting Brigade |
Im Zuge der Rationalisierungsmaßnahmen Anfang der 1990er Jahre wurde die 4th Recruitment Brigade, die ihren Sitz in Fort Sheridan, IL, hatte, im Jahre 1992 aufgelöst. Ihre Ausbildungsbataillone wurden den 2. und 5. Rekrutierungsbrigaden zugewiesen.[25] Insgesamt gibt es je nach Jahrgang zwischen 40-43 Ausbildungsbataillone.
Rekruten von außerhalb der USA werden der 1st Recruitment Brigade zugerechnet.
Die Grundausbildung, basic training genannt, dauert neun Wochen. Der genaue Ablauf ist dieser Quelle zu entnehmen.
Im Jahr 1994 wurde die Geschlechtertrennung bei der Ausbildung aufgehoben. 1996 folgte auf der Aberdeen Proving Ground in Maryland eine politische Affäre, bei der mehrere weibliche Rekruten Ausbilder beschuldigten, sie im Zuge ihrer Ausbildung sexuell genötigt zu haben.[26] Sie äußerten, dass die Ausbilder ihre noch bestehende Unsicherheit, was die Army anbelangte, ausgenutzt hätten.[27] Daraufhin ging eine Welle von ähnlichen Beschwerden ein. Überlegungen, die Ausbildung nach Geschlechtern zu trennen, entgegnete die Army mit einer umfassenden Untersuchung auf 30 ihrer Einrichtungen weltweit.[28]
War der Sonntag davor ein Tag, an dem die Ausbildung - an den anderen Tagen gemessen - nur begrenzt fortgeführt wurde, so wurde das Niveau des Sonntagstraining im Januar 2004 dem allgemeinen Niveau angeglichen, um den Herausforderungen im Irak und in Afghanistan gerecht zu werden, ohne dass die Grundausbildung verlängert würde. Der Häuserkampf sowie die Umgehung diverser Maßnahmen von Guerillaeinheiten wurden in das Trainingsprogramm aufgenommen.[29]
Alle Einheiten der US Army sind zur Durchführung regelmäßiger Übungen verpflichtet, die theoretisch überall stattfinden dürfen, meistens aber auf armeeeigenem Gelände, mit dem der Großteil der Einheit nicht vertraut ist. Allerdings gibt es auch zentrale Manöverplätze. Diese sind in den USA das Joint Readiness Training Center (JRTC) in Fort Polk, Louisiana [30] und das National Training Center (NTC) in Fort Irwin, Kalifornien.
In Europa gibt es die Truppenübungsplätze Grafenwöhr zum Training mit scharfer Munition im Joint Multinational Training Center (JMTC) und in Hohenfels zum Feindmanövertraining im Combat Maneuver Training Center (CMTC).
Daneben werden jährliche regionale Manöver durchgeführt, bei der vornehmlich die einzelnen Divisionen, die in Deutschland stationiert sind, gegeneinander antreten. Diese wurden bis 1989 im sehr großem Rahmen abgehalten und nannten sich bis dahin Return of Forces to Germany (REFORGER). Damals wurden ganze Divisionen aus den USA zur fiktiven Unterstützung gegen den Feind eingeflogen.
So wurde zur Verstärkung des damaligen V. Korps der US Army (stationiert in Frankfurt am Main) mit der 3. US-Panzer- und der 8. US-Infanteriedivision die 2. US-Panzerdivision eingeflogen, wobei das VII. Korps (stationiert in Stuttgart) mit der 1. US-Panzer- und der 3. US-Infanteriedivision, das von der 1. US-Infanteriedivision unterstützt wurde, die Truppen des Warschauer Paktes simulierte. Mit diesen gigantischen Manövern wollte die US-Regierung ihre Entschlossenheit zur Unterstützung des NATO-Partners Deutschland im Falle eines sowjetischen Angriffs zeigen.
Vor dem 21. Jahrhundert waren Nationalgardisten Soldaten der einzelnen US-Bundesstaaten, sofern sie nicht zur Regular Army, also zum Heer des Bundes, einberufen wurden. Dies änderte sich unter der Regierung von George W. Bush: Zur Zeit unterstehen Nationalgardisten sowohl ihren staatlichen Kommandeuren als auch dem Personalreservoir der „Bundesarmee“. Bei der Pensionierung werden sie wie ehemalige Soldaten der Reserve behandelt, und ab dem 60. Lebensjahr wie Soldaten, die in der Regular Army gedient haben.
Begünstigt durch die liberalen US-amerikanischen Waffengesetze, sowie durch die vorherrschende Mentalität der Eigenverantwortlichkeit gibt es auf bundesstaatlicher Ebene auch verschiedene Milizen, die manchmal sogar von der Staatsregierung unterstützt werden und der Nationalgarde, also der „offiziellen“ Streitmacht des Bundesstaates, zuarbeiten. Mitglieder dieser Vereinigungen wollen sich gewöhnlich nicht vollständig dem Bundesstaat unterordnen. Deswegen kümmern sich diese Milizen auch selbst um ihre Organisation, Ausbildung und Ausrüstung. Ihr de-facto-Status ähnelt mehr dem einer Behörde als der eines Teils des Militärs.
Der Einsatz der Reserveeinheiten und Nationalgardisten ist seit dem Vietnamkrieg proportional wie prozentual kontinuierlich gestiegen, obwohl sie an jedem Krieg der USA seit dem Ersten Weltkrieg teilgenommen haben. Sie waren vor allem an der Operation Desert Storm, an der KFOR-Mission und an der Operation Iraqi Freedom beteiligt. Manche US-Bürger sorgen sich aufgrund des chronischen Mangels an Freiwilligen um eine Reaktivierung der seit dem Vietnamkrieg ausgesetzten Wehrpflicht. Von offizieller Seite wurden solche Planungen bisher immer verneint, und weder in Politik noch Gesellschaft sind aus verschiedenen Gründen Mehrheiten dafür in Sicht.
Auch wenn die US Army zur Zeit eine vollständige und von den Reservoirs unterstützte Berufsarmee ist, so gibt es Planungen und Maßnahmen zur Einberufung von Wehrfähigen für den Fall einer größeren Katastrophe oder eines größeren Krieges, z. B. einer Invasion des US-amerikanischen Mutterlandes oder einem erneuten Weltkrieg.
Die Reihenfolge der Einberufungen lautet momentan wie folgt:
Da die letzte Einberufungsstufe juristisch nicht vollständig geklärt ist, ist es nicht undenkbar, dass darunter letztendlich alle wehrfähigen US-amerikanischen Männer fallen. Auf dem Boden der Vereinigten Staaten geschah ein vergleichbarer Fall zum letzten Mal, als die Konföderierten ihre letzte Reserve namens Home Guard einberiefen, ohne Rücksicht auf Alter oder gesundheitlichen Zustand.
Vonseiten einiger Offiziere wird besonders Punkt 5 kritisiert. In einem realistischen Zusammenhang sei eine effektive Reaktivierung der Wehrpflicht höchstens in Friedenszeiten möglich, da die Doktrin der Wehrpflicht und die Freiwilligenarmee zu weit divergieren würden.
Der hohe strategische Anspruch der United States Army bringt große Vorteile mit sich, verstärkt aber existenzielle Probleme im Vergleich zu anderen Heeren. Ihre weltumspannende Präsenz bedingt die ständige Verfügbarkeit von Nachschub. Sie lagert Waffen also z. B. weltweit. Versorgungsflotten, Maritime Prepositioning Ships genannt, liegen im Persischen Golf und auf Diego Garcia jederzeit auslaufbereit vor Anker.
Gemäß häufiger Bekundungen und interner Doktrin stützt sich die Kampfkraft der US Army auf einen bestmöglich ausgerüsteten und ausgebildeten Soldaten, weswegen sie sich wie keine andere Teilstreitkraft der Welt auf technische, moralische und natürliche Verbesserungen am individuellen Soldaten konzentriert. Diese Entwicklung hat jedoch die Kriegsführung der US Army stetig und überproportional verteuert. Der aktuelle Kampfanzug ist die Army Combat Uniform.
Seit dem Zweiten Weltkrieg händigt die Army ihren Soldaten drei Dienstuniformen aus:
Die erste Variante ist der Full Dress, auch als Army Blue bekannt, für tragende Dienste und feierliche Anlässe, vor allem beim 3. US-Infanterieregiment in Washington, D.C.. In ihrer heutigen Trageweise wurde sie 1955 eingeführt. Sie besteht aus einem dunkelblauen Jackett und wird mit einem weißen Hemd (mit einer schwarzen Krawatte) sowie einer hellblauen Hose getragen. Die Kopfbedeckung ist eine dunkelblaue Schirmmütze. Alle Uniformteile sind mit Goldrändern verziert. Das Jackett trägt Schulterstücke, die den Rang des Soldaten innerhalb seiner Dienstgattung anzeigen. Generalsuniformen unterscheiden sich von den anderen abgesehen von den Rangabzeichen insofern, als dass die Hose dasselbe dunkle Blau hat und dass bei entsprechenden Anlässen eine weiße oder schwarze Fliege anstatt einer Krawatte getragen wird.
Die Dienst- bzw. Wachuniform (Service/Garrison Uniform) wurde Mitte der 1950er eingeführt, um die seit 1902 verwendete oliv-dunkelgelbe Uniform zu ersetzen. Sie ist genauso wie der Full Dress geschnitten und im heutigen „offiziellen“ Armeegrün (Army Green) gehalten. Bis in die 1980er Jahre war das Hemd gelbbraun, und die zu tragende Krawatte schwarz. Dieser Teil wurde im Protokoll jedoch von einem zur übrigen Uniform passenden grünen Hemd ersetzt. In dieser Uniform tragen Mannschaftsgrade ihren Rang an beiden Ärmeln, die Offiziere im Gegensatz dazu Epauletten. Letztere tragen an ihrer Uniform zusätzlich Bänder an den Manschetten sowie Streifen an den Hosen, die jeweils aus schwarzer Mohairwolle gefertigt sind. Im Jahre 2001 wurden zusätzlich Barette mit der Uniform kombiniert, nachdem das Tragen von den Rangers auf die gesamte US Army ausgedehnt wurde. Zu Zeremonien unter freiem Himmel werden Plastrone, Stiefel und Pistolengürtel getragen, während Mannschaftsdienstgrade im Dienst schwarze Hartlederschuhe tragen, wovon nur Rangers, Fallschirmjäger und Spezialtruppen mit speziellen Lederstiefeln, den so genannten corcorans abweichen.
Der Kampfanzug (Battle Dress Uniform) wandelte sich von allen Uniformen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg am stärksten. Zunächst noch im Krieg einfarbig eingeführt, wurde sie recht zügig zu einer zweifarbigen Kombination aus unifarbenem Hemd und Hose verändert. Diese Uniform wurde die bekannteste der US Army während des Kalten Krieges. Im Vietnamkrieg wurde die Farbmischung nachmals verändert, und auf Grenada kam zum ersten Mal ein Tarnmuster, das bekannte Woodland-Camouflage, zum Einsatz. Auch eine Wüstenuniform war nötig und wurde entwickelt. Nach der Operation Desert Storm wurde das sechsfarbige Muster durch ein dreifarbiges ersetzt. Diese Uniform kam im Dritten Golfkrieg zum Einsatz. Vor allem die auffälligen, typischen Wüstenleopardsflecken wurden als überflüssig und kontraproduktiv angesehen. Nach dem offiziellen Ende der zwischenstaatlichen Kampfhandlungen experimentierte das US Marine Corps mit einem digitalen Tarnmuster, dem so genannten MARPAT, was die US Army in Verbindung mit neuesten Forschungsergebnissen unter Zugzwang setzte. Das Resultat war die Einführung der Army Combat Uniform zu Beginn des Jahres 2005. Diese gleicht der Uniform der Marines in Schnitt und Anordnung der Tasche sowie den verwendeten Materialien, ein entscheidender Unterschied ist allerdings das Auslassen von schwarzen Punkten, was den Einsatz in allen nichtpolaren Umgebungen zulässt, was bei den Marines nicht so ohne weiteres möglich ist. Dies erhöht die Einsatzmöglichkeiten bis auf wenige außergewöhnliche Gebiete, und senkt die Produktions- und Lagerungskosten. Zum ersten Mal seit 1955 wurden auch wieder neue Stiefel eingeführt. Dabei änderten sich die „klassischen“ schwarzen Stiefel zu leichter zu pflegenden braunen Stiefeln.
Der Kampfanzug wird in Krisengebieten auch für Basis- und Wachdienste verwendet, mit einer Schirmmütze für Wachdienste und Kevlar-Westen und Schutzkleidung für den Kampfeinsatz.
Bis zum Jahr 2001 trugen nur die Special Forces Barette, für die daher auch die informelle Bezeichnung Green Berets verbreitet war und geblieben ist. Die Einführung von Baretten für alle Soldaten war ab Ende der 1990er Jahre in der Diskussion und wurde am 6. November 2000 beschlossen.[31] Im Verlaufe erwähnten Jahres erhielten auch die regulären Einheiten Barette. Deren Farbe war schwarz, welches zuvor den Rangers vorbehalten gewesen war. Seitdem tragen diese ein sonnenbraunes Barett. Den Spezialeinheiten der Army bleibt weiterhin das Recht vorbehalten, die Abzeichen ihrer Einheit auf dem Barett zu präsentieren, während alle regulären Soldaten dasselbe Abzeichen tragen.
siehe auch: Orden und Ehrenzeichen der US-Streitkräfte
Die Überzeugung, dass small wars im 21. Jahrhundert dominierend sein werden, spiegelt sich auch in der Waffenentwicklung für das Heer der USA wieder. Bereits während der Transformation setzte das Pentagon in der Rüstungsindustrie einen Wettbewerb in Gang, deren Ergebnis die amerikanische Kriegsführung am Boden auch in technischer Hinsicht beschleunigen vernetzen soll. Für diesen Einsatzzweck konzipierte Ausrüstung soll ab 2010 verstärkt zum Einsatz kommen, wobei einige Ausschreibungen noch weiter in die Zukunft gerichtet sind. Eine gleichzeitige Neubewaffnung hätte den Aktualitätsbezug der Army gefährdet und den Strukturwandel verzögert, weswegen sie erst danach einsetzen soll.
Handwaffen
Das M16 sollte zu Zeiten des Vietnamkriegs das M14 ersetzen. Die offizielle Einführung verlief jedoch so schlecht, dass die Truppen kurzzeitig sogar auf das alte Gewehr zurückkamen und sein Ruf bis heute, trotz zuverlässiger neuer Versionen, Schaden genommen hat. Das M16 wird noch weit bis in das 21. Jahrhundert eingesetzt werden, auch wenn die US Army damit begonnen hat, Ersatz zu suchen. Die Dringlichkeit danach ergab sich aus negativen Erfahrungen mit einem angeblich zu geringen Kaliber des M16 im Irak und Afghanistan.
Wegen seiner geringen Größe ist die Kurzversion des M16 auch als Exportversion sehr beliebt. Sie findet vor allem bei Truppen mit geringem Stauraum, aber auch bei Spezialeinheiten Verwendung.
Die 1925 zur A1-Version modifizierte M1911 wurde 1985 offiziell durch die Beretta ersetzt, was für großen Unmut und Widerstand in der Truppe sorgte. [32] Die Beliebtheit der a