| Universität Bielefeld | |
|---|---|
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| Gründung | 1969 |
| Stadt | Bielefeld |
| Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Leitung | Prof. Dr. Dieter Timmermann |
| Studenten | 18.013 (WS 2006/07) |
| Mitarbeiter | 1.585 |
| davon Professoren | 275 |
| Website | www.uni-bielefeld.de |
| Hochschulen in Nordrhein-Westfalen | |
| Liste deutscher Hochschulen | |
Die Universität Bielefeld ist eine 1969 gegründete deutsche Campus-Universität, die einzige in der Region Minden-Ravensberg.
Sie ist mit ca. 18.000 Studierenden (im Wintersemester 2006/07) die größte der sechs Bielefelder Hochschulen. Unter den staatlichen Universitäten in Westfalen liegt sie in Bezug auf Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft pro Professor auf dem zweiten Platz. Im Uni-Ranking des Magazins Focus vom September 2005 belegte die Universität Bielefeld den 10. von insgesamt 86 Plätzen. In den Fachbereichen Erziehungswissenschaft und Soziologie belegte sie sogar den ersten Platz.
Die Universität Bielefeld wurde als sogenannte „Reformuniversität“ gegründet, wobei interdisziplinäres Arbeiten ein erklärtes Ziel war. Das zeigt sich bereits in der Architektur, bei der durch die zentrale Halle alle Fakultäten miteinander auch räumlich verbunden werden.
Als eine der ersten Universitäten bundesweit stellte die Universität Bielefeld ab dem Wintersemester 2003 einige Studiengänge wie z. B. Biologie oder Umweltwissenschaften komplett auf das Bachelor- und Mastersystem um.
Da die Bielefelder Universität eine der wenigen Hochschulen ist, die fast alle Fakultäten unter einem Dach vereint, gilt sie als die „Universität der kurzen Wege“.
An der Universität Bielefeld gibt es die bundesweit einzige Fakultät für Soziologie. An dieser arbeiteten u.a. Norbert Elias und Niklas Luhmann. Die Geschichtswissenschaft in Bielefeld hat ebenfalls Weltruf, nicht zuletzt durch die von Hans-Ulrich Wehler mitbegründete "Bielefelder Schule" der Sozialgeschichte und seiner weiteren Arbeiten. An der mathematischen Fakultät waren mit Bernd Fischer, Friedhelm Waldhausen und Rudolf Ahlswede drei der weltweit herausragenden Vertreter Ihrer Spezialdisziplinen (Gruppentheorie,Algebraische Topologie bzw. Informationstheorie) tätig. Reinhard Selten arbeitete am Institut für Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung und hat die interdisziplinäre Ausrichtung zur Zusammenarbeit mit Biologen und Mathematikern genutzt, um seine spieltheoretischen Arbeiten voranzutreiben. Im Jahre 1994 erhielt Selten den Nobelpreis für Wirtschaft. Die philosophische Abteilung zählt mit dem Schwerpunkt Analytische Philosophie und bekannten Dozenten (Beckermann, Von Savigny, Bittner und Wolff) zu den bundesweit besten. Die Fakultät für Pädagogik gehört zu den besten in Europa. An diese angeschlossen ist die von Hartmut von Hentig gegründete Laborschule. Ebenfalls zur Universität Bielefeld gehört das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), das bereits 1968 gegründet wurde und als das erste "Center for Advanced Study" in Deutschland gilt. Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften, die nach dem Vorbild amerikanischer "professional schools" aufgebaut ist, also eine interdisziplinären Arbeitsweise anstrebt und Ihre Betonung auf berufsverwertbare Grundlagenforschung legt, wurde 1994 gegründet. Und zuletzt wäre da noch die Technische Fakultät zu nennen, welche sich zum Beispiel durch die Arbeitsgruppe "Wissensbasierte Systeme" um Professor Ipke Wachsmuth auszeichnet. Eines der momentanen Forschungsobjekte, ein virtueller "Gesprächspartner" namens MAX, kann im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn besichtigt werden. Derzeit wird diskutiert, die Musik-, möglicherweise auch die Kunststudiengänge zu schließen, um ein Universitätsdefizit von mehreren Millionen Euro ausgleichen zu helfen. In den letzten Jahren wurden bereits Latein, katholische Theologie, Romanistik, Osteuropastudien und Geographie geschlossen, um sich auf drittmittelstarke Fächer zu konzentrieren.
Die Universität Bielefeld besteht aus folgenden 13 Fakultäten:
Die Universitätsbibliothek befindet sich in der 1. Etage des Uni-Hauptgebäudes. Sie hat einen Bestand von über 2,1 Millionen Büchern und ist für ihre langen Öffnungszeiten bekannt (357 Tage im Jahr geöffnet, werktags von 8 bis 22 Uhr bzw. 1 Uhr nachts). [1]
Seit Juli 2003 besteht das Ästhetische Zentrum an der Universität. Das Ästhetische Zentrum bildet für die vielfältigen künstlerischen und kulturellen Aktivitäten der Universität einen gemeinsamen institutionellen Rahmen. Es ist zum einen ein Dienstleistungszentrum für das Management einzelner Aufgaben und Projekte, zum anderen ein Forum, in welchem das ästhetische Engagement und die kulturelle Identität der Universität konzeptuell bedacht und weiterentwickelt werden. Die Aktivitäten des Ästhetischen Zentrums dienen der Förderung der kulturellen und ästhetischen Ausdrucksfähigkeit der Studierenden der Universität Bielefeld. Sie werden fakultätsübergreifend für die Studierenden konzipiert und gemeinsam mit diesen entwickelt, bis hin zur öffentlichen Präsentation innerhalb und außerhalb der Universität. Mit Großveranstaltungen wie der „Nacht der Klänge“ – hier wird die Architektur der Universität Bielefeld durch Musik, Klang und Sprache erlebbar gemacht –, der ORIGINALE – ein vielfältiges Kunsterlebnis in der 260m langen zentralen Halle –, dem Ästhetik-Festival – bei dem ein Thema interdisziplinär und allgemein verständlich innerhalb verschiedener Veranstaltungen bearbeitet wird, dem Autokino - mit Kurzfilmen aus dem Seminar „Vorsicht Dreharbeiten!“ unter der Leitung von Fabio Magnifico - will das Ästhetische Zentrum maßgeblich zum Renommee der Universität Bielefeld beitragen und ihr ein unübersehbares, prägnantes kulturelles Profil verleihen. Die kulturellen Veranstaltungen an der Universität werden im Kulturkalender, der zweimal pro Semester erscheint, veröffentlicht. Unter den Studierenden ist diese Einrichtung, in Bezug auf die angespannte Haushaltslage der Universität, jedoch sehr umstritten.
Die Universität besitzt noch eine Anzahl weitere kleiner zentraler Einrichtungen, diese sind unter anderem:
(Auswahl)
An der Universität Bielefeld gibt es mehrere von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sonderforschungsbereiche (SFB), das heißt langfristige Forschungsprojekte, bei denen Wissenschaftler aus mehreren Arbeitsgruppen und Disziplinen zusammenarbeiten, um neue Erkenntnisse zu einem eingegrenzten Thema zu erlangen:
| SFB 360 | Situierte künstliche Kommunikatoren[3] (1993–2005) | |
| Sprecher: | Prof. Dr. Gert Rickheit | |
| Beteiligt: | Technische Fakultät Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft |
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| SFB 584 | Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte[4] (seit 2001) | |
| Sprecher: | Prof. Dr. Willibald Steinmetz | |
| Beteiligt: | Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie Fakultät für Soziologie Fakultät für Rechtswissenschaft Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft |
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| SFB 613 | Physik von Einzelmolekülprozessen und molekularer Erkennung in organischen Systemen[5] (seit 2002) | |
| Sprecher: | Prof. Dr. Ulrich Heinzmann | |
| Beteiligt: | Fakultät für Physik Fakultät für Chemie Fakultät für Biologie |
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| SFB 673 | Alignment in Communication[6] (seit 2006) | |
| Sprecher: | Prof. Dr. Gert Rickheit | |
| Beteiligt: | Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Technische Fakultät |
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| SFB 701 | Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik[7] (seit 2005) | |
| Sprecher: | Prof. Dr. Friedrich Götze | |
| Beteiligt: | Fakultät für Mathematik | |
Daneben ist die Universität Bielefeld an einem weiteren Sonderforschungsbereich beteiligt:
| SFB 686 | Modellbasierte Regelung der homogenisierten Niedertemperatur-Verbrennung (seit 2006) | |
| Federführung: | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen | |
| Beteiligt: | Fakultät für Chemie, Prof'in Dr. Katharina Kohse-Höinghaus | |
(Quelle: Statistisches Jahrbuch der Universität Bielefeld 2006, Redaktionsschluss: 20. Juni 2006)
| Texttechnologische Informationsmodellierung | ||
| Sprecher: | Prof. Dr. Dieter Metzing | |
| Projekte: | Sekimo (A2) | |
| Indogram (A4) | ||
| HyTex (B1) | ||
| SemDoc (C1) | ||
| Ontologies (C2) |
Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis ist der international höchstdotierte wissenschaftliche Förderpreis und wird seit 1985 jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an in Deutschland arbeitende Wissenschaftler verliehen. Insgesamt sechs Mal wurden Wissenschaftler der Universität Bielefeld mit diesem Preis ausgezeichnet:
| Jahr | Name | Forschungsgebiet | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 1992 | Thomas Zink | Mathematik | gemeinsam mit Christopher Deninger (Universität Münster) Michael Rapoport (Universität Wuppertal) Peter Schneider (Universität zu Köln) |
| 1994 | Adrienne Héritier, Helmut Willke | Soziologie/Politologie | |
| 1998 | Ute Frevert | Neuere Geschichte | |
| 2000 | Gertrude Lübbe-Wolff | Öffentliches Recht | |
| 2001 | Helge Ritter | Neuroinformatik | |
| 2007 | Bernhard Jussen | Mittelalterliche Geschichte |
siehe: Liste der Ehrensenatoren der Universität Bielefeld
Finnbahn-Meeting
Seit 1982 findet jährlich am letzten Mittwoch im Mai auf einer eigens für diesen Zweck angelegten Finnbahn ein Staffellaufwettbewerb von Angehörigen der universitären Einrichtungen statt. Bei diesem im Rahmen des Lehrprogramms der Sportwissenschaften organisierten Wettbewerb treten etwa 35 Zehnerteams über eine Distanz von 10 km gegeneinander an.
An der Universität Bielefeld wurden zum Wintersemester 2006/07 Studienbeiträge eingeführt. Im Rahmen dieses Vorhabens kam es zu heftigen Protesten von Studierenden. Das Rektorat und die Unihalle wurden in Folge jeweils für einen Monat besetzt gehalten. Zahlreiche Gruppen und Privatpersonen, bspw. Konstantin Wecker, zeigten sich daraufhin solidarisch mit den protestierenden Studenten. Des Weiteren kam es zu großen Protestaktionen wie der Wanderausstellung, die in der Universität Paderborn startete und nun über Bielefeld nach Münster weitergeleitet wurde. Die Besetzung war allerdings auch unter den Studierenden umstritten: Viele Studierende teilten zwar die ablehnende Haltung der Besetzer gegenüber Studiengebühren, zweifelten aber angesichts der universitären Strukturen an der Wirksamkeit der Besetzung. Bei einer durch den AStA und das StuPa durchgeführten Wahl votierten ca. 94 % gegen die Einführung von Studiengebühren an der Bielefelder Universität und gaben somit den verantwortlichen Studenten auf politischer Ebene Rückendeckung. Allerdings war die Wahlbeteiligung mit nur 22,4 % eher gering.
Der Senat der Universität Bielefeld hat in seiner Sitzung am 12. Juli 2006 die Einführung von Studienbeiträgen beschlossen und eine entsprechende Beitragssatzung verabschiedet.
Studienbeiträge werden erhoben für erstmalig eingeschriebene Studierende zum Wintersemester 2006/2007, für alle übrigen Studierenden zum Sommersemester 2007. Die Beitragshöhe beläuft sich auf 500 Euro, Übergangsregelungen vermindern diesen Betrag für Studierende höherer Semester, die bereits an der Universität Bielefeld eingeschrieben sind.
Detailliertere Information kann zwei Mitteilungen der Universität Bielefeld entnommen werden:
Mitteilung des Referats für Öffentlichkeitsarbeit (PDF-Datei)
Mitteilung des Studierendensekretariats (PDF-Datei)
Im Juli 2006 kam ein Generalschlüssel zum Uni-Hauptgebäude abhanden. Dies geschah während der Senats-Sitzung zur formellen Beschließung der Studiengebühren. Die Studierenden sollten durch mehrere „Ringe“ des Sicherheitsdienstes gehindert werden, an der öffentlichen Sitzung teilzunehmen. Im Rahmen des Protestes gegen Studiengebühren kam es zu mehreren Brandstiftungen innerhalb des Universitätsgebäudes und am Privatwagen des Rektors Dieter Timmermann.
Am 31. Januar 2007 hat das Rektorat der Uni Bielefeld den Fakultäten Vorschläge über Stellenkürzungen im Rahmen einer geplanten Umstrukturierung vorgelegt, von denen insgesamt 61,5 Stellen innerhalb der Uni betroffen wären. Aus diesen Vorschlägen geht hervor, dass sämtliche musikpädagogische Stellen im Fachbereich Kunst und Musik (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft) abgeschafft werden sollen, was bedeuten würde, dass der integrative Lehramtstudiengang Kunst und Musik auslaufen würde. Seit Bekanntgabe der Pläne des Rektorats haben die Studierenden des Fachbereichs Kunst und Musik zahlreiche Protestaktionen in und außerhalb der Uni gestartet. Die endgültigen Entscheidungen über die Stellenkürzungen wird der Senat am 15. Mai 2007 verkünden. Inzwischen hat die NRW-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sich mit einer kleinen Anfrage zur Schließung des Fachbereichs Kunst und Musik an den Landtag gewandt. Dabei steht die Frage, ob die geplante Streichung mit der Landesregierung abgestimmt ist, im Mittelpunkt.
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Adelung-1793: Universität, die
Brockhaus-1911: Bielefeld · Yale-Universität · Hopkins-Universität · Harvard-Universität
DamenConvLex-1834: Bielefeld · Universität
Herder-1854: Bielefeld · Universität
Meyers-1905: Bielefeld · Purdue-Universität · Hopkins-Universität · Gregorianische Universität