| Universität zu Köln | |
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| Gründung | 1919 (1388-1798 alte Universität) |
| Stadt | Köln |
| Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Rektor | Axel Freimuth |
| Studenten | 43.655 (SoSe 2007) |
| Mitarbeiter | 1.549 und 765 im Klinikum |
| davon Professoren | 508 (2004) |
| Website | www.uni-koeln.de |
| Hochschulen in Nordrhein-Westfalen | |
| Liste deutscher Hochschulen | |
Die Universität zu Köln ist eine in Forschung und Lehre international anerkannte Hochschule in Köln mit dem klassischem Fächerspektrum einer Volluniversität.
Die Alte Universität zählte zu den ältesten Universitäten in Europa. Die neue Universität zu Köln ist mit über 43.000 Studierenden eine der größten Hochschulen in Deutschland.
Die Universität zu Köln wurde am 21. Mai 1388 als vierte Universität im Heiligen Römischen Reich nach der Karls-Universität Prag (1348), der Universität Wien (1365) und der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg (1386) gegründet. Die Initiative dazu ging nicht wie sonst üblich vom Kaiser oder einem Fürsten aus, sondern vom Rat der Reichsstadt Köln, die auch die Kosten für den Lehrbetrieb übernahm. Die Gründungsurkunde, quasi die Genehmigung, wurde von Papst Urban VI. in Perugia unterzeichnet. Am 6. Januar 1389 wurde der Vorlesungsbetrieb aufgenommen. Sie gehörte von Beginn an mit 700 Immatrikulierten (später ca. 1000) zu den größten Universitäten Europas. Sie ging hervor aus den "Generalstudien" des Dominikaner-Ordens, die 1248 Albertus Magnus eingerichtet hatte. Die Hochschule besaß alle vier damals üblichen Fakultäten: "Artes", Theologie, Medizin und in der Jurisprudenz bot sie außer dem Kirchenrecht auch noch das "Römische Recht" an.
Am 28. April 1798 wurde die Universität von den 1794 in Köln eingerückten Franzosen mit der Umwandlung in eine Zentralschule "Université de Cologne" geschlossen. Ihr letzter gewählter Rektor war Ferdinand Franz Wallraf, der für Köln als Retter vieler Kunstwerke Bedeutung hat. Seine Sammlung gehört heute zum Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts waren Bestrebungen der Stadt und ihrer Bürger, eine neue Universität zu gründen, gescheitert. Erst 1919 gelang es, die preußische Staatsregierung zu überzeugen. Durch einen Beschluss des Rates der Stadt Köln wurde die städtische Universität neu gegründet. Am 29. Mai 1919 unterzeichnete der damalige Oberbürgermeister der Stadt, Konrad Adenauer, den Staatsvertrag mit Preußen. Die Universität ging aus der ebenfalls städtischen, am 1. Mai 1901 gegründeten, Handelshochschule, der Hochschule für kommunale und soziale Verwaltung von 1912 sowie der ersten deutschen Akademie für praktische Medizin von 1904 hervor, die in die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät bzw. die Medizinische Fakultät übergingen. Als erster Rektor wurde Christian Eckert gewählt. Die Universität residierte in den für die Handelshochule bis 26. Oktober 1907 am Römerpark, Südstadt, errichteten Gebäuden ("Alte Universität" jetzt durch die Fachhochschule Köln genutzt). Am 26. Oktober 1929 wurde der Grundstein des Hauptgebäudes gelegt.
Am 2. November 1934 konnte die Universität in einen vom Architekten Adolf Abel errichteten funktional schlichten Neubau im Inneren Grüngürtel Köln-Lindenthals nahe bei der Medizinischen Fakultät einziehen. Bereits 1925 war die Universität zu Köln nach der Humboldt-Universität zu Berlin die zweitgrößte preußische Universität. 1920 kamen die Rechtswissenschaftliche und die Philosophische Fakultät hinzu, von der sich 1955 die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät abspaltete.1980 wurden die beiden Kölner Abteilungen der Pädagogischen Hochschule Rheinland als Erziehungswissenschaftliche und Heilpädagogische Fakultät der Universität zu Köln angegliedert. Die Universität wurde durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, dennoch begann 1945 wieder der Vorlesungsbetrieb. Allerdings überschritten die Kosten für den Wiederaufbau die Möglichkeiten der Stadt, unter deren alleiniger Trägerschaft die Universität bis 1954 stand. So wurde am 1. April 1954 die Universität zu Köln mit Wirkung vom 1. April 1953 durch das Bundesland Nordrhein-Westfalen übernommen. Die Bindung an die Stadt und den Regierungsbezirk Köln wird durch die Institution des Kuratoriums gewährleistet. Darüber hinaus kooperiert die Universität mit vielen städtischen Einrichtungen und Einrichtungen in der Stadt, wie zum Beispiel mit dem Rheinisch Westfälischen Wirtschaftsarchiv und vielen städtischen Kliniken.
Der Ausbau der Universität begann mit dem Bau der Hörsaal- und Seminartrakte und des achtgeschossigen Seminar- und Bürohochhauses für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät von Wilhelm Riphahn zwischen 1956 und 1960. In dieser Fakultät hatte sich die Studierendenzahl zwischen 1949 und 1955 auf über 5000 nahezu verfünffacht. Die Universitätsbibliothek folgte 1966, der Albertus-Magnus-Platz wurde durch die Absenkung und Überdeckung der Universitätsstraße erweitert. 1968 wurde das Hörsaalgebäude fertiggestellt, die Physikalischen und Chemischen Institute jenseits der Zülpicher Straße folgten zwischen 1968 und 1975. Mit dem Neubau des Philosophikums 1974 war der Campus der Universität im wesentlichen fertig. Der Komplex des Klinikums mit den alten Gebäuden der Klinikanstalten Lindenburg wurde ab 1965 (Frauenklinik) bis 1974 (Bettenhaus des Zentralklinikums) modernisiert und erweitert. Der jenseits der Akademischen Lustwiese (Akaluwie) 1974 errichtete Neubau der Zentralmensa ist immer noch einer der modernsten und größten Studierenden-Speisebetriebe in Europa. Der Ausbau und die Modernisierung der Hochschulgebäude wird bis in die Gegenwart fortgeführt.
Alle diese Anlagen blieben eingebettet in den Inneren Kölner Grüngürtel und bildeten so einen innenstadtnahen zusammenhängenden Universitätscampus, der dennoch im Grünen liegt.
Im Mai und Juni 2006 sorgte die Einführung von Studiengebühren für Unruhe an der Universität. Die Diskussionen im Vorfeld der Einführung führte u.a. zur Besetzung des Rektorats durch einige hundert Studenten und dazu, dass der Senat der Hochschule bei der Beschlussfassung über die Gebührenordnung an einem zunächst geheimen Ort - im Forschungszentrum Jülich - tagte, um eine Störung durch protestierende Studenten zu verhindern. U.a. deswegen wurden aus einem kleinen Teil der Studierendenschaft Rücktrittsforderungen an den Rektor laut.
Die Universität gliedert sich in die folgenden sechs Fakultäten:
| Fakultät | Studierende1) | davon Doktoranden2) | (Neu)Gründungsjahr |
| Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät | 8.448 | 609 | 1919 |
| Medizinische Fakultät | 3.199 | 262 | 1919 |
| Rechtswissenschaftliche Fakultät | 5.323 | 1.232 | 1920 |
| Philosophische Fakultät | 14.928 | 1.231 | 1920 |
| Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät | 6.203 | 800 | 1955 |
| Humanwissenschaftliche Fakultät | 5.554 | 560 | 2007 |
| Gesamt | 43.665 | 4.694 |
1)SS 2007, ohne Zweithörer, Gasthörer und Studienkollegiaten
2)Anzahl der Doktorandinnen und Doktoranden gem. Studierendenstatistik WS 2006/07 (jeweils Summe Promotion 1. Fach).
Auffallend ist die bezogen auf die Fakultätsgröße hohe Zahl von Doktorandinnen und Doktoranden der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Innerhalb der einzelnen Fakultäten dominieren hinsichtlich der Anzahl der Doktorandinnen und Doktoranden die folgenden Fächer: an der WiSo-Fak. BWL (338 bzw. 55%), an der Med. Fak. Humanmedizin (187 bzw. 71%), an der Phil. Fak. Germanistik und Kunstgeschichte (208 bzw. 17% respektive 146 bzw. 12%), an der Math.-Nat. Fak. Biologie (365 bzw. 46%) und an der HW-Fak. Pädagogik (410 bzw. 73%).
Am 20. Juli 2005 beschloss der Senat der Universität ein Konzept zur Neuordnung der Fakultäten. Das Konzept sieht die Auflösung der Erziehungswissenschaftlichen und der Heilpädagogischen Fakultät in ihrer bisherigen Form sowie die Gründung einer neuen "sechsten" der Humanwissenschaftlichen Fakultät vor. Die Vertreterinnen und Vertreter der didaktischen Fächer, die bisher vor allem an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät tätig waren, sollen im Zuge der Umstrukturierung den ihrem Fach entsprechenden Fakultäten als eigene Fachgruppe für Didaktik zugeordnet werden (z.B. "Biologie und ihre Didaktik", "Chemie und ihre Didaktik" etc. als neue didaktische Fachgruppe an der Math.-Nat.-Fak.), während an der neuen Humanwissenschaftlichen Fakultät vor allem die pädagogischen, heilpädagogischen und psychologischen Fächer verbleiben beziehungsweise aus der Philosophischen und der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät überführt werden sollen. Die Neuorganisation der Fakultäten wurde mit der Errichtung der entsprechenden Gremien formal zum 01. Januar 2007 umgesetzt.
Kölner Professoren sind gleichzeitig Mitglieder in den Großforschungseinrichtungen, auch Studierende können dort mitforschen.
Das Drittmittelvolumen (Drittmitteleinnahmen) lag im Jahr 2004 bei 73,4 Mio. €. Der mit Abstand größte Drittmittelgeber war mit 27,6 Mio. € bzw. 37,4 % die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Von diesem Betrag entfielen 12,4 Mio. € bzw. 44,8 % auf das Förderinstrument Sonderforschungsbereiche. Die übrigen Drittmitteleinnahmen stammen ebenfalls zu einem Großteil von kompetitiven Drittmittelgebern (insb. EU, BMBF, Stiftungen).
Die Universität hat eine Reihe von Stiftungsprofessuren eingeworben, die zum Teil längerfristig, zum Teil für einige Jahre eingerichtet wurden, und dann in der Regel vom Land weitergetragen werden.
Umfangreiche Informationen über das Gesamtspektrum der Forschungsprojekte enthält der Forschungsbericht der Universität.
Aufbauend auf ihrem breiten Fächerspektrum bietet die Universität eine Vielzahl an grundständigen, Aufbau- und Weiterbildungsstudiengängen, die im Internetangebot der Universität detailliert dargestellt sind. Bei der Weiterentwicklung und Neugestaltung des Studienangebots steht zur Zeit die Umstellung auf das Bachelor-/Mastersystem im Vordergrund.
Zusammen mit der Hochbegabtenstiftung der Kreissparkasse Köln bietet die Universität zu Köln seit dem Wintersemester 2000/2001 Schulen die Möglichkeit, entsprechend begabte Schülerinnen und Schüler der Stufen 11 bis 13 (in besonderen Fällen auch der Klassen 8-10) an Vorlesungen und Übungen in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Informatik und in ausgewählten Fächern der Philosophischen Fakultät teilnehmen zu lassen. Das Projekt hat sich als so erfolgreich erwiesen, dass es auch an den meisten anderen nordrhein-westfälischen Universitäten eingeführt worden ist.
Für die Internationalen Beziehungen der Hochschule (Betreuung ausländischer Studierender und Gastwissenschaftler, Studienmöglichkeiten und Forschungsaufenthalte im Ausland, Hochschulpartnerschaften, internationales Marketing) sind auf universitärer Ebene das Akademische Auslandsamt und auf Ebene der Fakultäten die Zentren für internationale Beziehungen zuständig (zentral-dezentrales Organisationskonzept). Die Bedeutung der Internationalisierung der Hochschule kommt auch durch die 2004 erfolgte Einrichtung der Position "Prorektor für Internationales und Öffentlichkeitsarbeit" zum Ausdruck.
Die Anzahl der ausländischen Studierenden lag im Wintersemester 2005/06 bei 5.216 (ohne Gaststudenten und Studienkollegiaten). Dies entspricht einem Anteil von 11,0 % an der Gesamtzahl der Studierenden. Der Anteil der Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer lag im Wintersemester 2005/06 bei ca. 60 %. Die Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer stammten aus insgesamt 121 Nationen. Die größten Herkunftsländer waren Bulgarien (10,9 %), Russland (8,8 %), Polen (7,9 %), China (6,3 %) und die Ukraine (6,1 %).
Die Universität zu Köln unterhält auf Universitäts- und Fakultätsebene 16 offizielle Hochschulpartnerschaften. Neben den offiziellen Hochschulpartnerschaften bestehen auf Ebene der einzelnen Fakultäten und Fachbereiche bald 300 Kooperationen und Austauschbeziehungen mit renommierten Universitäten auf der ganzen Welt; das Akademische Auslandsamt (AAA) organisiert darüber hinaus einen in der Regel für alle Fächer offenen Studierendenaustausch mit circa 15 Hochschulen. Umfangreiche Fördermöglichkeiten bestehen jeweils durch das Erasmus-Programm der EU, den DAAD oder Gebührenerlass der Partnerhochschulen (vollständige Liste der Partnerhochschule im Internetangebot der Universität). Im Jahr 2005 hat die Universität zu Köln die zentrale Vermittlung und Koordination der Beziehungen der nordrhein-westfälischen Hochschulen zu China übernommen
Die Universität zu Köln wurde 2004 für ihr nach dem Vorbild des Zentrums für Internationale Beziehungen an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität etabliertes zentral-dezentrales Organisationskonzept mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für besondere Verdienste um die Betreuung ausländischer Studierender ausgezeichnet.
Im Jahr 2004 wählten insgesamt zehn der mit dem Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichneten "etablierten" ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Universität zu Köln für Ihr Forschungsjahr. Von den "jüngeren" ausländischen Humboldt-Forschungsstipendiatinnen und -stipendiaten waren dies 32.
Die Haushaltsausgaben der Universität zu Köln betrugen im Jahr 2004 302,6 Mio. € (ohne Universitätsklinikum und Landeszentralmittel). Davon entfielen 205,2 Mio. € auf die Personalausgaben, 89,2 Mio. € auf die Sachausgaben (incl. 23,9 Mio. € Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW) und 8,2 Mio. € auf den Bereich der Investitionen.
Die Universität wurde 2004 für ihre erfolgreiche Gleichstellungspolitik mit dem Total E-Quality-Prädikat ausgezeichnet. Mit dem Prädikat werden sowohl Unternehmen aus der Wirtschaft als auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen ausgezeichnet, die sich mit personal- und institutionspolitischen Maßnahmen um die Durchsetzung von Chancengleichheit in ihren Einrichtungen bemühen und dabei auch Erfolge erzielen.
Die Kölner Universität zählt regelmäßig zu den TOP 5 in Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und den Rechtswissenschaften und unterhält Forschungskooperationen zu mehreren Großforschungseinrichtungen. Im Ranking "Masters in Management" (2006) der Financial Times belegte die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät den 17. Platz (Vj.: 10) unter den 35 führenden europäischen Managementausbildungsstätten; die Community of European Management Schools CEMS, dem die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät als Gründungsmitglied angehört, belegte den 2. Platz (Vj.: 3).
Seit 1925 ernennt die Universität Persönlichkeiten, die sich um sie oder um die Forschung besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenbürgern der Universität.
Ehrenbürger seit 1925 sind:
Neben den Ehrenbürgern ernennt die Universität seit 1933 auch Ehrensenatoren. Bisher kam 44 Personen diese Ehre zuteil, darunter:
Die Hochschule beschäftigt zur Zeit über 500 Professoren (davon über 60 Professorinnen). Bekannte Persönlichkeiten, die in Köln gelehrt haben oder noch lehren, sind:
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