| Universitätsbibliothek Innsbruck | |
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![]() Großer Lesesaal der Universitätsbibliothek Innsbruck |
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Die Universitätsbibliothek Innsbruck (UBI) ist die größte wissenschaftliche Bibliothek Westösterreichs, für Tirol besitzt sie auch das Pflichtexemplar-Recht. Sie bildet einen Teil der Leopold-Franzens-Universität und der Medizinischen Universität Innsbruck. Die UBI besteht aus der Hauptbibliothek und den Fachbibliotheken für Baufakultät, Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Theologie, Medizin und dem Magazin Bachlechnerstraße. Die Universitätsbibliothek fungiert als Landesbibliothek für Tirol, ist für die Öffentlichkeit zugänglich und betreut ihre etwa 87.000 Leserinnen und Leser kostenlos.
Inhaltsverzeichnis |
Am 22. Mai 1745 wurde die Universitätsbibliothek Innsbruck durch einen Erlass von Maria Theresia gegründet. Als „Bibliotheca publica" versorgte sie nicht nur Universitätsangehörige mit Literatur, sondern war bereits damals öffentlich zugänglich. Anton Roschmann (* 1694; † 1760), der erste Bibliothekar, hatte Jahre lang um die neue Bibliothek gerungen. Die Universität Innsbruck, bereits 1669 durch Kaiser Leopold I. gegründet, war zuvor schwach mit Büchern ausgestattet gewesen. Daher setzte sich Roschmann dafür ein, dass einer neuen Bibliothek die Bestände des Schloss Ambras und der Innsbrucker Hofburg überschrieben werden sollten. Die feierliche Eröffnung der Bibliothek fand schließlich am 02. Juli 1745 statt.
1924 übersiedelte die Bibliothek von der Universitätsstraße in den Neubau am Innrain, in dem bis heute die Hauptbibliothek untergebracht ist und der von 1964 bis 1967 baulich erweitert wurde. Durch die Gründung der Baufakultätsbibliothek 1969 begann eine Dezentralisierung. Weitere Fach- und Fakultätsbibliotheken folgten. Durch das „Universitätsorganisationsgesetzes 1975“ wurde festgelegt, dass sämtliche an der Universität vorhandene Literatur den Gesamtbestand der Universitätsbibliothek bildet und dass Fach- und Fakultätsbibliotheken Abteilungen der Universitätsbibliothek sind.
Der Gesamtbestand der Hauptbibliothek und aller Fach- und Fakultätsbibliotheken umfasst 3,2 Millionen Bücher, 7.470 abonnierte gedruckte Zeitschriften, 18.420 lizenzierte elektronische Zeitschriften und 102 Datenbanken (Stand Februar 2006).
Die Abteilung für Sondersammlungen betreut die handschriftlichen und gedruckten Bestände vor 1800, darunter beispielsweise 1.067 Handschriften und 2.122 Inkunabeln. Die älteste Handschrift ist das "Innicher Evangeliar" (um 900), die berühmteste Oswald von Wolkensteins Liederhandschrift B (1432). 2005 wurde ein Pergamentcodex (um 1300) entdeckt, der rund 200 Abschriften von Briefen und Mandaten des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II., seines Sohnes Konrad IV. und anderer Persönlichkeiten des 13. Jahrhunderts enthält. Rund 130 Dokumente daraus waren der Wissenschaft bisher noch nicht bekannt.