Urkommunismus

Urkommunismus bezeichnet vor allem in der Geschichtsauffassung des Marxismus frühe menschliche Lebensformen, in denen noch keine Arbeitsteilung und demnach keine Klassenbildung ausgeprägt war und ein Gemeineigentum aller lebensnotwendigen Güter angenommen wird. Solche Verhältnisse können in einer Zeit vor der Herausbildung der Gattenfamilie aus Mutter, Vater, Kindern, als Leben in weitgehend ungeregelten „Horden" bestanden haben.

Friedrich Engels definierte in seinem Aufsatz Über den Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates (MEW, Bd. 21, erschienen 1884) die Zeit vor dem Aufkommen des Privateigentums als Urkommunismus. Ob dieser aber allgemein als frühgeschichtliches Stadium der Menschheitsentwicklung anzusehen ist, ist umstritten.

Eigenschaften der Urgesellschaft

Urgesellschaften sind organisiert durch Familien-/Verwandtschaftsverhältnisse. Kommunikation erfolgt nur durch Sprache, es gibt keine Schrift. Individualeigentum gibt es nicht. Es existiert außerdem

  • keine Herrschaft
  • keine Überproduktion
  • keine Ideologie
  • keine Differenzierung

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