Uruk-Zeit

Die Uruk-Zeit (ca. 3900/3700 bis 3100/2900 v. Chr.) beschreibt den frühsumerischen Abschnitt in der Geschichte Mesopotamiens, der durch die archäologischen Hinweise auf die kulturelle Dominanz der Stadt Uruk im vorderen Orient charakterisiert ist und die Obed-Kultur ablöst. Sie wird in die frühe, mittlere und späte Uruk-Zeit unterteilt.

Inhaltsverzeichnis

Keramik

Nach der Erfindung der Töpferscheibe findet sich weit verbreitete unverzierte Massenkeramik.

Wirtschaft

Eine Trockenperiode führte zur Rückläufigkeit von Sumpfgebieten, jedoch vermehrter Notwendigkeit des organisierten Baus von Kanälen und Bewässerungsanlagen.

Durch den sich entwickelnden Handel mit dem Mittelmeer-Raum, Syrien, Türkei, Persien, Golf-Region und dem erforderlichen Dokumentations- und Rechnungswesen kam es über Markierungen auf Tonkugeln und -Tafeln über Rollsiegel später zur Entwicklung der Schrift. Wegen der reichlichen Funde Uruk-typischer Kulturschöpfungen und Handelswege absichernden Niederlassungen im gesamten vorderen Orient hat man auch von einer Kolonisation durch Uruk gesprochen.

Siedlungswesen

In der späten Uruk-Zeit entstanden die ersten organisierten und befestigten Städte als Herrschafts- und Verwaltungszentren, mit beruflichen Spezialisierungen und Verfestigung einer Führungs- und Herrschaftsschicht. Uruk war damals die führende Stadt. Die neue gesellschaftliche Struktur spiegelte sich in der Architektur: Es entstanden große Versammlungsgebäude, monumentale Tempel und Palastanlagen mit repräsentativem Dekor und erstmals mit Großplastiken. In der späten Uruk-Epoche findet sich erstmals in der Menschheitsgeschichte eine wahre städtische Lebensform. Die Verzehnfachung der Bevölkerung war in dieser Zeit beispiellos und das Wachstum setzte sich in der folgenden Dschemdet-Nasr-Zeit noch fort.

Sozialstruktur

Die Priesterherrschaft entwickelte sich zu einem religiös legitimierten Königtum. Auf Hochterrassen hervorgehobene Gebäude gelten als Vorläufer der späteren Tempeltürme (Zikkurat).

Literatur

  • Hrouda B.: Mesopotamien – Die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. C. H. Beck, München 1997, 4. Auflage 2005. ISBN 3-406-46530-7
  • Selz G. J.: Sumerer und Akkader – Geschichte, Gesellschaft, Kultur. C.H. Beck, München 2005. ISBN 3-406-50874-X
  • Caubet A., Pouyssegur P.: Der alte Orient – von 12.000 bis 300 v. Christus. Komet Verlagsgesellschaft, Frechen (ohne Jahr, französische Originalausgabe 2001). ISBN 3-89836-192-6
  • Reinhard Bernbeck, Die Auflösung der häuslichen Produktionsweise: das Beispiel Mesopotamiens. Berliner Beiträge zum Vorderen Orient 14 (Berlin, D. Reimer 1994).
  • Mitchell S. Rothman (ed.): Uruk Mesopotamia & Its Neighbors. Cross-Cultural Interactions in the Era of State Formation. (engl.) School of American Research Press, Santa Fe, 2001. ISBN 1-930618-03-4
Quelle:
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